Die Story dahinter: Warum hängt man an Weihnachten Socken an den Kamin?

Ena Clarke
Freie Autorin

Die Amerikaner haben es uns vorgemacht, und langsam kommt die Tradition auch bei uns an:  An Heiligabend befestigt man Strümpfe am Kamin, die am nächsten Tag wundersam mit Geschenken befüllt sind. Woher der Brauch um die “Stocking Stuffers” kommt – und warum man immer Kekse und ein Glas Milch daneben stellen sollte.

Hinter der Tradition, Socken vor den Kamin zu hängen, steckt natürlich eine Geschichte. (Bild: Getty Images)

Es ist so eine schöne Tradition, die wir vor allem aus den USA kennen und die in etwa mit  unserem Nikolausstiefel vergleichbar ist: An Heiligabend (die Eiligen tun es schon an Thanksgiving) hängen die Kinder überdimensionale Strümpfe für jedes Familienmitglied an den Kamin (oder an eine vergleichbare Aufhängung in der Nähe des Baumes). Im Laufe der Weihnachtszeit, spätestens jedoch am Weihnachtsmorgen haben sich die Socken wundersam mit kleinen oder größeren Päckchen gefüllt. Natürlich war es der Weihnachtsmann, der den braven kleinen und großen Kindern Geschenke gebracht hat. Eine schöne Geschichte – doch woher kommt sie?

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Die Tradition der „Stocking Stuffers“ kommt interessanterweise nicht aus den USA, sondern aus England und basiert auf einer Geschichte über einen alleinerziehenden Vater und seine drei Töchter. Nach dem Tod seiner Frau muss sich der einst wohlhabende Mann um die Erziehung seiner Kinder kümmern, statt Geld verdienen zu können. So verliert er seinen Reichtum mit den Jahren – und als die drei Töchter im heiratsfähigen Alter sind, verzweifelt er zusehends: Er kann nicht mal eine Mitgift (und schon gar nicht drei!) aufbringen. An einem Heiligabend im Winter hängen die Töchter ihre Strümpfe zum Trocknen an den Kamin. Sie wissen noch nicht, dass des Nachts der heilige Nikolaus durch den Kamin zu Besuch kommen wird, der von der Misere der Familie gehört hat. Er füllt die Socken der Mädchen mit purem Gold, damit sie doch noch verheiratet werden können…

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Die Story um die wertvollen Geschenke, die über Nacht vom Nikolaus verteilt wurden, bewegte englische Kinder dazu, ihre eigenen Socken an den Kaminsims zu hängen. Irgendwann wurde dann aus dem Nikolaus der Weihnachtsmann – und die Kinder übernahmen ein weiteres Element des Brauchs, der von den drei dankbaren Töchtern stammen soll: Sie legen in der Nacht vor dem Weihnachtsmorgen Kekse und ein Glas Milch oder heißen Kakao in Reichweite des Kamins – damit sich Santa, nachdem er die großen und schweren Geschenke durch den Schornstein ins Wohnzimmer geschleppt hat, stärken kann.

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Der erste Blick am nächsten Morgen sollte entsprechend auf den Teller mit dem Proviant gerichtet sein: Wenn der Keksvorrat verschwunden ist oder zumindest angeknabbert wurde, war der Weihnachtsmann schon da und hat vielleicht, mit etwas Glück sogar eine Krümelspur hinterlassen, die seine Spur verfolgbar macht…

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