Die wichtigsten Antworten zum Coronavirus: So unterscheiden sich die Symptome zur Grippe

Masken können verhindern, dass infizierte Patienten das Virus verbreiten. An Coronavirus Erkrankte sollten sich in „Eigenquarantäne“ begeben und möglichst zu Hause bleiben. (Bild: Getty Images)

Die Coronavirus-Pandemie bestimmt auf der ganzen Welt die Schlagzeilen. Die neuesten Nachrichten über die steigende Zahl an Erkrankungen und Todesfällen lösten bei vielen Menschen Ängste aus sich ebenfalls mit dem Virus infizieren zu können. Wir beantworten daher die häufigsten Fragen zum Coronavirus.

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Was ist das Coronavirus?

Coronaviren sind nichts Neues, aber bei der aktuellen Pandemie handelt es sich um einen neuen Stamm. Stämme werden in der Regel als Untertypen eines bestimmten Virus oder Bakteriums bezeichnet. Andere Coronavirus-Stämme können normale Erkältungen auslösen.

Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) wird ebenso durch einen Coronavirus ausgelöst. Bei der Epidemie 2002/2003 starben daran 774 Menschen. Ein weiteres Beispiel ist das Middle East Respiratory Syndrome (MERS), an dem 2012 858 Menschen starben.

Man nimmt an, dass der neue Stamm mit dem Namen Covid-19 2019 über einen Markt in der chinesischen Stadt Wuhan (Hauptstadt der Provinz Hubei), auf dem Meerestiere und lebende Tiere verkauft werden, in den Umlauf geraten ist. Die ersten Erkrankten waren entweder Besucher des Marktes oder arbeiteten dort.

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Was sind die Symptome?

Bei vier von fünf Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, kommt es nur zu leichten Symptomen. Dazu zählen Fieber, Husten, Erschöpfung und Atembeschwerden. Einige klagen auch über eine laufende oder verstopfte Nase, Niesen und Halsschmerzen. Bei wenigen kommt es zu Durchfällen und Gliederschmerzen. Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen gehören nicht zu den gängigen Symptomen.

In schweren Fällen können Erkrankte eine Lungenentzündung entwickeln. Dazu kommt es, wenn sich eine Atemwegsinfektion in die Lungenbläschen ausbreitet. Dadurch entzünden sie sich und fülllen sich mit Flüssigkeit oder Eiter. Atembeschwerde ist ein Symptom, das bei Lungenentzündungen häufig vorkommt. Manchen Menschen fällt das Atmen dann so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen.

Wodurch unterscheiden sich die Symptome im Vergleich zur Erkältung oder einer Grippe?

Covid-19 hat Deutschland inmitten der Grippe- und Erkältungszeit erreicht. Dadurch machen sich einige Menschen mit einem Schnupfen Sorgen, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Die wichtigsten Unterschiede bei Symptomen (Bild: Yahoo)

Bei diesen drei Erkrankungen kann es zu Fieber und Husten kommen. Im Gegensatz zu Covid-19 lösen Erkältungen und Grippe in der Regel allerdings keine Atembeschwerden aus. Erschöpfung ist ein gängiges Symptom bei Grippe und Coronavirus, aber nicht unbedingt bei Erkältungen. Das Coronavirus kann durch Niesen übertragen werden, was allerdings ein eher seltenes Symptom ist. Niesen tritt häufig bei Erkältungen, aber nicht bei Grippe auf. Das Coronavirus verursacht manchmal Glieder- und andere Schmerzen sowie eine laufende oder verstopfte Nase und Halsweh. All diese Symptome treten aber auch bei Erkältung und Grippe auf. Kopfschmerzen sind sowohl bei Erkältungen als auch bei Grippe häufig, aber nicht bei Covid-19.

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Was sollte ich bei Verdacht auf Coronavirus tun?

Menschen, die Coronavirus-ähnliche Symptome haben oder in einer Gegend mit vielen Infizierten waren oder Zeit mit an Coronavirus Erkrankten verbracht haben, machen sich wahrscheinlich Sorgen, dass sie sich mit dem Virus angesteckt haben. Die Johns Hopkins Universität listet die Länder mit der größten Anzahl an Fällen auf. Die Behörden fordern die erwähnten Menschen auf, zu Hause zu bleiben.

Sie sollten öffentliche Bereiche wie den Arbeitsplatz und Schulen meiden und auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten. Menschen, die mit anderen zusammenleben, sollten sich in einem separaten Zimmer aufhalten und, wenn möglich, ihr eigenes Badezimmer nutzen. Sie sollten außerdem Haus- und andere Tiere meiden.

Es kann sein, dass die Betroffenen zum Arzt müssen. Sie sollten aber unbedingt vorher in der Praxis anrufen und sie darüber informieren, dass sie möglicherweise das Coronavirus haben. Die Mediziner können dann Schritte einleiten, damit sich andere nicht infizieren.

Wenn sich der Kontakt mit anderen nicht vermeiden lässt, sollten Betroffene eine Maske tragen. Manche Menschen fällt es schwer, durch eine Maske zu atmen. Ist das der Fall, dann sollten die anderen Personen Masken tragen, wenn sie sich im selben Raum aufhalten.

Die Patienten sollten in ein Taschentuch husten oder niesen, das sie direkt im Anschluss entsorgen. Ist keines zur Hand muss in die Armbeuge genießt werden. Es ist außerdem wichtig, sich die Hände regelmäßig mit Wasser und Seife oder einem Desinfektionsmittel mit mindestens 60% Alkohol zu waschen, um andere vor einer Infektion zu schützen. Man sollte sich die Hände für etwa 20 Sekunden waschen (die Zeit, die man braucht, um zweimal „Happy Birthday“ zu singen). Hände sollten gewaschen werden, nachdem du geniest oder gehustet hast, bevor du Essen zubereitest und nachdem du auf der Toilette warst.

Es ist außerdem wichtig, kein Geschirr, Gläser, Besteck, Handtücher oder Bettwäsche zu teilen. Oberflächen, die man häufig berührt (Arbeitsflächen in der Küche, Türklinken, Telefone und Tastaturen) sollten regelmäßig mit einem Haushaltsreiniger desinfiziert werden. Betroffene sollten mit ihrem Arzt in Kontakt bleiben und ihn informieren, wenn sich ihr Zustand verschlechtert. Ärzten sollten ihren Patienten mitteilen, wann es wieder sicher für sie ist, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Was rät die deutsche Regierung?

Die Regierung rät Infektionen zu vermeiden, indem sie die oben aufgeführten Anweisungen befolgen, besonders das Händewaschen und Zuhausebleiben. Diejenigen, bei denen eine Auslandsreise ansteht, sollten die Internetseite des Außenministeriums zu Updates zu den Hochrisikozonen wie derzeit China, Italien und Südkorea überprüfen. Bundesaußenminister Heiko Maas empfiehlt außerdem, nicht unbedingt nötige Auslandsreisen abzusagen.

War man in einem der Krisengebiete sollte man sich in „Eigenquarantäne“ begeben und nach ihrer Rückreise nach Deutschland zu Hause bleiben – selbst wenn sich keine Symptome zeigen. Dazu zählen Menschen, die nach dem 9. März aus Italien zurückgekehrt sind. Menschen, die in den letzten 14 Tagen aus dem Iran, Hubei oder aus Daegu, Cheongdo oder Gyeongsan in Südkorea zurückgekehrt sind, sollten ebenfalls andere Personen meiden. Menschen, die in den letzten 14 Tagen aus Kambodscha, Hongkong oder Japan – um nur einige zu nennen – zurückgekehrt sind und Symptome zeigen, sollten sich ebenfalls selbst unter Quarantäne stellen.

Ein Mediziner mit Maske und Schutzanzug wartet am 11. März an der deutsch-polnischen Grenze darauf, bei den Reisenden Fieber zu messen. (Bild: Getty Images)

Alle anderen sollten sich gegen andere Grippeformen impfen lassen, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Gegen das Coronavirus gibt es allerdings noch keinen Impfstoff. Die meisten Menschen, die schwer krank werden, nachdem sie sich mit Covid-19 infiziert haben, sind älter oder haben bereits gesundheitliche Probleme wie Asthma oder Diabetes.

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Wo erhalte ich weitere Informationen?

Menschen, die vermuten, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollten den ärztlichen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen unter der Telefonnummer 116 117 anrufen. Schwer Erkrankte mit Luftnot, wenden sich weiter an die Notrufnummer 112.