Bloggerin tritt mit einem Instagram-Post überraschende Body-Positivity-Welle los

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Von Chidera Eggerue können viele Frauen etwas lernen. (Bild: Anthony Devlin/Getty Images)

Brüste dürfen hängen, dafür plädiert die Londonerin Chidera Eggerue. Sie zeigte die Wirkung der Schwerkraft auf den weiblichen Busen und wurde dadurch zum Vorbild für Frauen aus aller Welt.

Chidera Eggerues Brüste unterscheiden sich von denen der Models aus den Zeitschriften durch einen kleinen aber feinen Punkt: Sie sind nicht gepusht, durch BHs zusammengedrückt oder per Photoshop bearbeitet. Stattdessen zeigt die Engländerin ihre Brüste, wie sie sind – eben nicht mehr ganz straff. Zu ihrem 18. Geburtstag wollte sich Chidera Eggerue noch einer Brustoperation unterziehen, weil sie so unglücklich mit ihrer großen Oberweite war. Dann fand die heute 23-Jährige aus Peckham heraus, dass es die Darstellung von Frauenbrüsten in den Medien ist, die ihr ein völlig falsches Körperbild vermittelt.

Als die Britin eines Tages durch ihre Handybilder scrollte, um ein Foto vom Vorabend zu posten, entdeckte sie, dass ihre Oberweite einem Hängebusen glich. Weil sie auf den Bildern aber dennoch so zufrieden aussah, veröffentlichte sie einen der Schnappschüsse trotzdem. In der Bildunterschrift schrieb sie, wie Frauenkörper begutachtet werden und wählte einen speziellen Hashtag, der durch die Decke gehen sollte: #SaggyBoobsMatter (deutsch: #HängebrüsteSindWertvoll).

„Ich wusste zu der Zeit nicht, dass ich eine Bewegung lostreten würde, ich habe nur gesagt, dass Hängebrüste ihre Existenzberechtigung haben“, so Eggerue gegenüber dem Onlinemagazin „Mashable“. In diesem Moment entschied sie, häufiger darüber zu sprechen. „Jedes Mal, wenn ich etwas trug, das ein wenig offenherzig war, benutzte ich diesen Hashtag, um das Thema am Laufen zu halten.“


„Ich bin nicht hier, um gemocht zu werden. Ich bin hier, um ein erfülltes Leben zu haben.“

Sie gründete ihren Blog „theslumflower.com“, etablierte den Hashtag #SaggyBoobsMatter und ist mittlerweile mit 163.000 Followern eine gefragte Bloggerin und Influencerin. Der Slumflower-Hashtag dient mittlerweile Tausenden Frauen mit hängenden Brüsten als Aufruf zum Handeln. „Nur kleinbrüstigen Frauen war es erlaubt, ohne BH rumzulaufen, weil man da eben nicht so viel beurteilen kann. Wenn man größere Brüste hat, sagen die Leute, ‚Das wackelt zu doll, ich kann deine Nippel sehen, bedeck dich‘“, sagte sie dem britischen „Guardian“.


„Brüste raus zum Dinner.“

Die Darstellung von Frauenkörpern in den Medien sieht Eggerue als großes Problem: „Erstens: Hängebrüste werden einfach überhaupt nicht repräsentiert. Und zweitens haben die meisten Frauen einfach keine straffen Brüste. Wir müssen mehr über Frauenkörper reden und vor allem darüber, wie wir uns selbst sehen.“

In ihrem Buch „What A Time To Be Alone“ tut sie genau das und fängt dort an, wo das Selbstvertrauen herkommt: Aus dem Innern des Menschen selbst. Sie findet, die Menschen könnten beispielsweise viel aus der nigerianischen Kultur lernen, der sie selbst entstammt, wie man sich um sich selbst kümmert. Von ihrer Mutter habe die Bloggerin wertvolle Tipps zum Selbstwertgefühl und Körperbewusstsein bekommen, die sie nun an die Frauen ihrer Generation weitergeben möchte.