Diese Ernährung soll unseren Planeten retten

Wissenschaftler fordern die Menschen auf, eine "Planetary health diet" (dt. etwa planetarische Gesundheitsdiät) einzuführen, um die Welt zu retten, nachdem in einem Bericht die Frage aufgeworfen wurde, wie wir bis 2050 voraussichtlich 10 Milliarden Menschen ernähren werden, ohne den Planeten zu zerstören. Die "immense Herausforderung" für die Menschheit wird im Healthy Diets From Sustainable Food Systems (Gesunde Ernährung aus nachhaltigen Nahrungsmittelsystemen) beschrieben, das von der EAT-Lancet-Kommission veröffentlicht wurde. 

Worum geht es und was und wie sollten Sie essen sollten, um sich nachhaltig zu ernähren, erklären wir hier!

Ein Bericht der EAT-Lancet-Kommission über gesunde Ernährung aus nachhaltigen Lebensmittelsystemen warnt vor der "immensen Herausforderung", die sich für die Menschheit ergeben wird. Die Initiative wird vom Weltwirtschaftsforum gefördert. Die Organisation ruft alle dazu auf, eine "Planetary Health Diet" (etwa planetarische Gesundheitsdiät) zu machen, um die Welt zu retten. Vor allem geht es dabei darum, die Frage zu beantworten, wie wir bis 2050 voraussichtlich 10 Milliarden Menschen ernähren werden, ohne den Planeten zu zerstören. Diese Planetary Health Diet schlägt dafür eine Umstellung auf pflanzliches Essen vor.

EAT ist eine globale gemeinnützige Stiftung, die von der Stordalen Foundation, dem Stockholm Resilience Center und Wellcome Trust gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, eine Transformation des Nahrungsmittelsystems zu katalysieren. EAT bringt Partner aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um bis 2050 fünf dringende und radikale Veränderungen zu erreichen.

Diese Veränderungen sind: die Welt auf gesunde, schmackhafte und nachhaltige Ernährung umstellen; Ernährungssystemprioritäten für Menschen und den Planeten neu ausrichten; Produktion von mehr der richtigen Nahrung aus weniger Ressourcen; das Land und die Ozeane schützen; Nahrungsmittelverluste und -verschwendung radikal reduzieren.

Es ist ein ehrgeiziges Unterfangen, denn derzeit "schadet es der Umwelt, wie wir anbauen, transportieren, essen und Lebensmittel verschwenden", heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus "kann zu viel von einigen Lebensmitteln schlecht für unsere Gesundheit sein."

Wissenschaftler glauben, dass sie herausgefunden haben, was man essen soll, um alle nachhaltig zu ernähren, und fordern die Menschen dazu auf, die Planetary Health Diet zu übernehmen. 

 

Was können wir als Einzelpersonen tun, um die Gesundheit des Planeten bis 2050 zu sichern? Nach Ansicht von Wissenschaftlern hilft das Folgende, alle nachhaltig zu ernähren. Es geht vor allem darum, was man isst - und wie man es isst. 

Ein bisschen Nachsicht. Sie können ruhig einen Rindfleischburger pro Woche haben. Aber hier ist die Einschränkung: "Die wichtigste Änderung bei vielen westlichen Diäten ist der Verzehr von rotem Fleisch, das auf nur 14 g pro Tag reduziert wird, was 30 Kalorien entspricht. Dies entspricht etwa einem großen Bissen eines Lendensteaks", heißt es im Bericht.

Flexitarismus ist die Antwort. Interessanterweise empfiehlt die EAT-Lancet-Kommission eher eine Verlagerung in Richtung Flexitarismus als in Richtung Vegetarismus oder Veganismus: "Viele Bevölkerungsgruppen sind weiterhin erheblichen Belastungen durch Unterernährung ausgesetzt, und es kann schwierig sein, ausreichende Mengen an Mikronährstoffen allein aus pflanzlichen Nahrungsmitteln zu gewinnen."

Fisch. Vollkommen in Ordnung sollen zwei Portionen Fisch pro Woche sein. Fisch, ein wesentlicher Bestandteil der japanischen und asiatischen Ernährung, sollte aber auch auf 28 g täglich begrenzt werden, empfiehlt die Kommission.

Eier. Der Verzehr von ein oder zwei Eiern ist die empfohlene wöchentliche Verzehrmenge der Kommission.

Milch und Käse. Aber wir können täglich ein Glas Milch trinken oder jeden Tag etwas Käse essen.

Hülsenfrüchte. Hülsenfrüchte, zu denen Bohnen, Linsen und Erbsen gehören, sollten den größten Teil Ihrer Proteinzufuhr ausmachen.

Nüsse. Nüsse, einschließlich Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse und Cashewnüsse, sind ebenfalls eine gute Quelle für pflanzliches Protein, Ballaststoffe und gesunde Fette.

Grünes. Tatsächlich sollte Gemüse den größten Teil unserer Mahlzeiten ausmachen, nämlich mindestens die Hälfte – 300 g pro Tag.

Vorsicht mit der Stärke. Die Kommission weist jedoch darauf hin, dass stärkehaltiges Gemüse, einschließlich Kartoffeln und Maniok – ein Grundnahrungsmittel in afrikanischen Ländern – auf nur 50 g pro Tag begrenzt werden sollte.

Fette. Gesättigte Fette wie Öle sollten mit nur 11,8 g den niedrigsten Anteil einer Mahlzeit ausmachen.

Obst. Die Hälfte jeder Mahlzeit sollte Obst jeglicher Art sein.

Getreide. Und ein Drittel sollte Vollkorngetreide sein.

 

Eine solche Ernährung würde rund 11 Millionen Todesfälle pro Jahr verhindern. Dies entspricht 19-24% aller Todesfälle bei Erwachsenen, so das Weltwirtschaftsforum. Die Einhaltung der Empfehlungen der Kommission würde dazu beitragen, ernährungsbedingte Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs zu verringern. Es würde auch helfen, die globale Erwärmung zu bekämpfen. 

Bereits im Jahr 2006 kam ein UN-Bericht zu dem Schluss, dass die Fleischproduktion für 18% der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist – mehr als Transportmittel!

Das Befolgen der Richtlinien von EAT würde zum Schutz unserer Wildtiere beitragen. Die Kommission fordert eine Politik der Null-Ausdehnung neuer landwirtschaftlicher Flächen in natürliche Ökosysteme und artenreiche Wälder, da Nahrungsmittelsysteme die Hauptursache für den Verlust der biologischen Vielfalt sind. Die Rodung von Land für den Anbau von Kulturpflanzen zerstört Lebensräume.

Im EAT-Lancet-Bericht heißt es abschließend: "Ungesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für Morbidität und Mortalität. Schlimmer als ungeschützter Geschlechtsverkehr, Alkohol sowie Drogen- und Tabakmissbrauch zusammen."

Zeit zu handeln. Ändern Sie also Ihre Essensgewohnheiten, um die Umwelt zu schonen und unseren Planeten zu retten?

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