Diese Hawaiianerin surft im Müll – und hat eine Mission

Antonia Wallner
Freie Autorin

Ein großer Teil der Welt leidet unter der Plastikflut. Das wissen wir. Doch wir vergessen es auch ebenso gerne wieder. Die US-Amerikanerin Alison Teal hat eine radikale und etwas ungewöhnliche Methode gefunden, um den Menschen in Erinnerung zu rufen, was Plastikmüll alles anrichtet.

Alison Teal hat 76.000 Follower und reist mit ihrer Kamera und ihren Surfboards um die Welt. Doch sie ist keine der typischen Travel-Influencerinnen, die reihenweise geschönte Bilder von ihren Urlaubsorten posten. Alison Teal reist nämlich an Plätze, die voller Müll sind.

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Stinkende Flüsse und Berge von Plastik

Auf ihren Instagram-Posts sieht man sie mit ihrem pinken Surfboard zwischen Bergen von Plastik. Auf ihrem Stand-up-Board gleitet die Hawaiianerin durch trübe Flüsse voller Abfall, wo einem schon vom Zuschauen übel wird.

Einmal steht sie inmitten einer rauchenden Plastikmüllhalde. “Wacht auf und riecht das Plastik,“ sagt sie dazu in dem Video, das sie auf der Müllkippe gedreht hat. Ihre Lungen hätten einen Monat gebraucht, um sich von den giftigen Gasen wieder zu erholen, meinte sie gegenüber dem Online-Magazin “Travelbook“.

Schöne und schlimme Orte

Diese Orte liegen in wunderschönen Ländern, die viele nur mit Sonne, Strand und Meer in Verbindung bringen: Mexiko, Bali, oder auch Venice Beach in Los Angeles. Unter ihren Posts gibt sie auch Tipps, wie man Plastik reduzieren kann.

Plastikmüll gibt es an den schönsten Stränden der Welt (Symbolbild: Getty Images)

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Zu ihrem Bild, das die Müllkippe in Bali zeigt, schreibt sie etwa: “Ich bin noch nicht bereit, auf den Planeten Mars zu ziehen, so könnt ihr mir helfen“. Man solle etwa wiederverwendbare Taschen zum Einkaufen nutzen und vor allem Einweg-Plastik, wie Wasserflaschen, vermeiden. Auch könne man viele Reinigungsmittel selber herstellen und statt Wegwerfwindeln Stoffwindeln benutzen.

Im Interview mit “Travelbook“ erklärt sie ihre Mission, “den Planeten mit jedem Abenteuer besser zu machen”. Die professionelle Filmemacherin sieht sich als “weiblichen Indiana Jones“ und möchte die Menschen durch ihre Bilder zum Nachdenken anregen. Deshalb zeigt sie auf ihren Social-Media-Accounts und ihrem Blog Alisons Adventures auch nicht nur die “schlimmen“ Plätze. Denn Teal ist überzeugt: “Wenn wir uns in unsere Welt verlieben, wollen wir sie auch beschützen“.

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