Diese UK-Konzerne haben Konsequenzen aus "Brexit"-Diskussionen gezogen

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Die Pleite von Thomas Cook hat ein Thema in den Fokus gerückt, das aufgrund der vielen politischen Hin und Her der letzten Monate etwas untergegangen war: Die unsichere Lage für viele britische Unternehmen aufgrund der nicht enden wollenden Diskussionen um den Brexit.

Die Brexit-Diskussionen hängen wie ein Damoklesschwert über der britischen Wirtschaft. (Bild: Getty Images)

Die britische Regierung teilte zwar mit, dass es “keine Brexit-Verbindungen“ zur Insolvenz des Touristik-Konzerns gebe. Thomas Cook war allerdings nicht das einzige Unternehmen, das zuletzt gewarnt hatte, die politische Unsicherheit habe Auswirkungen auf Unternehmen.

Brexit: Finnische Ratspräsidentschaft setzt Johnson eine Frist

Die englische Tageszeitung “Metro” veröffentlichte nun eine Liste von Konzernen, die seit dem Brexit-Ja das Land verlassen haben oder Konsequenzen anderer Natur daraus gezogen haben.

Werke werden geschlossen, Firmensitze verlegt

So kündigte der Staubsauger-Hersteller Dyson an, dass er sein Hauptquartier nach Singapur verlegen werde. Ähnlich agierte Panasonic: Die Firma verlegte seine Europa-Zentrale von England nach Amsterdam. Honda teilte im Mai mit, dass es sein Werk in Swindon 2021 schließen werde. Davon betroffen sind 3.500 Arbeitsplätze.

Ford warnte, ein “No-Deal” wäre “katastrophal” – und schloss bereits ein Werk in Bridgend, was 1.700 verlorene Arbeitsplätze zur Folge hatte. Auch der Finanzsektor reagierte bereits auf die unsichere Lage. Die Barclays-Bank verschob mittlerweile Werte in Höhe von 166 Milliarden Pfund von Großbritannien nach Irland, der Versicherer-Gigant Lloyds kündigte an, einen Teil seines Geschäfts bis Ende 2020 von London nach Brüssel auszugliedern.

Airbus droht mit Schließung der britischen Werke

Die Großbank HSBC schlug einen ähnlichen Weg ein, sie verlagerte einzelne Bereiche von ihrem Londoner Sitz nach Frankreich. Der Stahl-Konzern “British Steel” meldete im Mai Insolvenz an, 4.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Nase voll: Paul McCartney ist vom Brexit genervt

Der Flugzeug-Hersteller Airbus, der 14.000 Beschäftigte in Großbritannien hat, warnte, dass er gezwungen sein könnte, seine britischen Werke zu schließen. Die Konzern-Leitung teilte bereits im Januar mit, dass man nicht auf die “wahnsinnigen Aussagen” der Pro-Brexit-Bewegung, wonach das Unternehmen “für immer in Großbritannien bleiben werde”, hören solle: “Die stimmen nicht.”

VIDEO: Autoindustrie: Harter Brexit wäre "katastrophal"