Diese Länder sind die wertvollsten Marken weltweit

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Der Markenbericht 2019 von Brand Finance zeigt: Es wird nicht mehr lange dauern, dann hat China die USA als größte Wirtschaftsmacht überholt. Deutschland schwächelt im Vergleich zum Vorjahr, hält sich aber weiter auf Platz 3.

China hat die USA als größte Wirtschaftsmacht im Ranking überholt (Bild:AP)

Mit einem Wert von rund 27,8 Billionen US-Dollar sind die Vereinigten Staaten erneut die markenstärkste Nation der Welt. Doch wie aus dem Markenbericht der Firma Brand Finance hervorgeht, folgt der Konkurrent China mit schnellem Fuß. Das liegt vor allem auch an der starken Wirtschaftskraft des asiatischen Landes, die von dem Erfolg der stärksten und wertvollsten Unternehmen Chinas profitiert. Dazu gehören Huawei und Alibaba. Deutschland hat einen Markenwert von rund 4,9 Billionen US-Dollar und steht damit hinter China auf Platz drei. Im Vergleich zum Vorjahr hat Deutschland jedoch 5,7 Prozent Markenwert eingebüßt. Auf dem letzten Platz landet das mittelamerikanische Land Honduras. Für das Ranking wurden die Stärke und der Wert der nationalen Marken von 100 führenden Ländern weltweit ermittelt.

Die Top 10 bestehen zwar aus denselben Ländern wie im Vorjahr, allerdings hat sich die Platzierung leicht verändert. So gelang es Japan beispielsweise das vom Brexit geschwächte Großbritannien vom vierten Platz zu verdrängen. “Ein weiterer Grund für Japans Entwicklung ist der wachsende Tourismussektor“, erklärt David Haigh, CEO von Brand Finance und Herausgeber der Statistik. “In Hinblick auf die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio nächsten Sommer, dürfte Japan sogar noch mehr Zuwachs in diesem Bereich bekommen.“

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Wie wird das Ranking ermittelt?

Ausschlaggebend für die Markenstärke einer Nation sind unter anderem ihre Infrastruktur, Sicherheitslage und die Lebensqualität. Wie sieht es mit dem politischen Ansehen aus? Gibt es Korruption? Wie hoch ist der Bildungsstandard? All diese Fragen spielen eine Rolle für die Ermittlung des Wertes.

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Dabei fällt auf, dass Entwicklungsländer 30 Mal schneller wachsen als entwickelte Länder. Schuld sei unter anderem die Führungskrise im Westen, erklärt Haigh. Den größten Wandel hat im vergangenen Jahr die Türkei gemacht. 2018 hatte das Land aufgrund seiner Rezession noch fast ein Drittel seines Wertes eingebüßt; seither hat es einen Sprung von 47 Prozent gemacht. Der Einmarsch in Syrien dürfte dem Ansehen der Türkei jedoch einen massiven Schaden zufügen und somit auch den Markenwert der Nation wieder senken.