Diese Projekte haben Millionen verbrannt

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Die Ambitionen waren hoch, das Geld saß locker und am Ende stehen Riesenverluste. Die Buchungsplattform “Travelcircus“ hat eine Top Ten der größten Flop-Projekte erstellt, auf der sich gleich drei deutsche befinden.

"The World Islands“ - ein Projekt, das sich leider nicht ausgezahlt hat (Bild: Getty Images)

1. The World Islands

Vor der Küste Dubais sollte etwas entstehen, das die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate wahrhaft einzigartig machen sollte: künstliche Sandinseln in unterschiedlichen Größen von 23.000 m² bis 87.000 m², die für Preise zwischen elf und 40 Millionen US-Dollar zum Verkauf standen. Mittlerweile sind zwar 200 von 300 Inseln verkauft, doch nur zwei sind bislang so bebaut, dass sie auch benutzt werden können. Zudem drohen die “The World“ genannten Inseln, die für 12,5 Milliarden Euro aufgeschüttet wurden, wegen des steigenden Meeresspiegels im Ozean zu versinken.

2. Der BER

Nach jetzigem Stand soll der BER im Oktober 2020 eröffnen, das wären dann ganze neun Jahre später, als ursprünglich geplant war. Sechs Mal wurde die Eröffnung wegen Baumängeln, Technikproblemen und vor allem dem mangelhaften Brandschutz bereits verschoben. Die Entrauchungsanlage bekam den wenig schmeichelhaften Beinamen “Monster“, der BER ist schlicht der “Pannenflughafen“. Veranschlagt mit zwei Milliarden Euro Baukosten liegt die Summe mittlerweile bei rund sieben Milliarden.

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3. New South China Mall

Auf 892.000 m² sollte im chinesischen Dongguan das größte Einkaufszentrum der Welt entstehen. Tatsächlich wurde es 2005 auch eröffnet, doch auf der Fläche, die so groß wie 125 Fußballfelder ist, fanden sich nicht die geplanten Geschäfte, Restaurants und Bars, sondern nur leere Räume. Die Baukosten von 1,1 Milliarden Euro schienen schon komplett verloren, doch in in letzter Zeit scheint sich das Blatt zumindest ein kleines bisschen zu wenden. Seitdem die Mega-Mall nicht mehr die Luxuskunden ansprechen will, sondern die Mittelklasse, haben sich immerhin ein paar Geschäfte und Kunden eingefunden.

4. Virgin Galactic

Eigentlich wollte Richard Branson schon 2007 die ersten Touristen ins All schicken, doch bis heute ist dieses Ziel nicht erreicht. 2014 brach die SpaceShipTwo-Prototyp VSS Enterprise bei einem Testflug entzwei, der Co-Pilot kam dabei ums Leben. Noch verhindern technische Probleme die Weltraumausflüge für Nichtastronauten, die rund dreieinhalb Stunden dauern und pro Person 250.000 Dollar kosten sollen. Anwärter auf der Warteliste gibt es aber schon, darunter Justin Bieber und Leonardo DiCaprio.

5. Foreshore Freeway Bridge

Anfang der Siebzigerjahre sollte eine neue Brücke die Innenstadt Kapstadts mit den Hafenvierteln verbinden, doch schon 1977 wurde der Bau eingestellt. Offiziell wurde der Grund dafür nicht bekannt, spekuliert wird über einen nicht zu behebenden Baufehler oder schlicht Geldmangel. 590 Millionen Euro hat die Brücke aber bereits gekostet, der zum anderen Ende noch 260 Meter fehlen. Angeblich soll sie nach jahrzehntelanger Ruhepause bis 2020 fertig gestellt werden.

Das Stadion in Brasilia wurde extra für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gebaut (Bild: Getty Images)

6. Estádio Nacional de Brasília

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wurde in Brasilia für 450 Millionen Euro eines der weltweit teuersten und schönsten WM-Stadien gebaut. Sieben Fußballspiele fanden darin statt. Die Kosten für die 180.000 Euro, die monatlich zur reinen Erhaltung fällig werden, konnten nach der WM aber nicht mehr gedeckt werden. Wo 2014 mehr als 70.000 Fans ihre Mannschaft anfeuerten, befinden sich heute Beamtenbüros und ein Busbahnhof.

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7. The Harmon Hotel

279 Millionen Dollar kostete der Bau des Hotels The Harmon am Las Vegas Strip, doch ein Gast hat nie darin übernachtet. Das elliptische Gebäude mit hochreflektierender Fassade, dessen Bau 2007 begonnen hatte, wies so viele Baumängel auf, dass es ab 2013 komplett wieder abgebaut wurde. Dass das Hotel in der Zwischenzeit als riesige Werbefläche genutzt wurde, brachte ihm den Spitznamen “teuerste Werbetafel der Welt“ ein. Allein der Rückbau kostete 11,5 Millionen US-Dollar.

8. Fyre Festival

Der pure Luxus mit ultimativem Partyspaß sollte das Fyre Festival auf den Bahamas werden, das schließlich im kompletten Desaster endete. Die Tickets kosteten zwischen 1000 und 12.000 Dollar und waren nach zwei Tagen ausverkauft, doch Notfallzelte und Fertigsandwiches waren alles, was die Billy McFarland und der Rapper Ja Rule auf die Beine stellten. Music-Acts gab es gar keine, das Festival wurde nach einer Nacht abgesagt, McFarland kam wegen Betrugs ins Gefängnis.

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9. Der Spreepark

Zu DDR-Zeiten war der Berliner Spreepark der einzige Freizeitpark Ostdeutschlands und hatte jährlich 1,7 Millionen Besucher. Nach der Wende übernahm Norbert Witte den Park. Bis 2001 häufte der Schausteller elf Millionen Euro Schulden an, meldete Insolvenz an, ging schließlich nach Peru und wurde bei der Wiedereinreise mit 160 Kilogramm Kokain erwischt, die im Mast eines Fahrgeschäfts versteckt waren. Seitdem verlottert der Park, soll in Zukunft aber ein Platz für Kunst und Kultur werden.

10. Ring Racer

Der Ring Racer sollte als schnellste Achterbahn der Welt 2009 direkt neben dem Nürburgring eröffnet werden, ging wegen Problemen mit Technik und Sicherheit aber erst 2013 an den Start. Vier Tage lang rauschten 2000 Gäste durch die 10,4 Millionen teure Bahn, die statt der geplanten 217 km/h immerhin noch 160 km/erreichte. Dann meldete der Nürburgring Insolvenz an und der neue Eigentümer stellte den Betrieb ein.

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