Mit dieser DIY-Klopftechnik wirst du negative Gedanken & Emotionen los

·Lesedauer: 5 Min.

Du willst deine negativen Gedanken und Emotionen loswerden? Die richtige Technik zu finden, kann bei all den Angeboten, die es so gibt, ganz schön schwierig sein. Außerdem kann es sehr lange dauern, bis du endlich das findest, was auch tatsächlich für dich funktioniert. Es gibt viele großartige Selbsthilfe-Praktiken – von Meditation bis hin zu Sport –, die sehr hilfreich sein können, vor allem dann, wenn Therapie aus welchen Gründen auch immer keine Option ist. Nicht jede Technik ist aber für jede:n von uns geeignet. Wenn rein geistige oder körperliche Methoden nichts für dich sind, werden dir Meditation oder körperliche Bewegung nicht so viel bringen. Im Gegenteil, denn aus diesem Grund können sie deine negativen Gedanken und Gefühle sogar verstärken. Es gibt jedoch eine Technik, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut und einen eher körperlichen Ansatz mit geistigen Übungen verbindet. Die Rede ist von „Emotional Freedom Technique“ (EFT).

Was ist EFT?

EFT ist eine DIY-Klopftechnik, mit der du energetische Blockaden auflösen kannst. Dabei klopfst du auf verschiedene Punkte auf deinem Körper. Tamara Donn, eine anerkannte EFT-Expertin, beschreibt EFT als „eine befähigende Selbsthilfetechnik, die es ermöglicht, negative Überzeugungen oder Gefühle loszulassen“. Die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin stammende Methode kombiniert Akupunktur (ohne Nadeln) mit einer gezielten Affirmationspraxis und kann Menschen dabei helfen, sich in der Gegenwart zu verankern und schwierige und belastende Gedanken und Gefühle loszulassen. EFT wird zwar noch erforscht, wurde aber bereits zur Behandlung von Angstzuständen, Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) eingesetzt. EFT kann entweder allein oder zusammen mit EFT-Praktiker:innen durchgeführt werden, die dich dabei unterstützen können, die Ursachen deiner Probleme zu beseitigen – wie eine Gesprächstherapie also, aber mit einer körperlichen Komponente.

Wie funktioniert EFT?

Wie bei der Akupunktur konzentriert sich EFT auf die Meridianpunkte (in der chinesischen Medizin sind das die Punkte, wo sich das Chi oder der Energiefluss staut). Befürworter:innen sagen, dass durch das Klopfen auf diese Punkte, Energie freigesetzt werden kann. Gepaart mit Affirmationen, die darauf basieren, was dich gerade am meisten plagt (z. B. Ängste, dunkle Gedanken, eine belastende Erinnerung oder depressive Verstimmungen), kann das Klopfen dazu beitragen, Gedankenmuster zu durchbrechen und jene Emotionen zu verändern, die mit Erinnerungen und bestimmten Auslösern verbunden sind.

Als therapeutische Selbsthilfetechnik gibt es mehrere Studien, die die Wirksamkeit von EFT bei PTBS, Angstzuständen und Depressionen belegen. Insbesondere kann das Klopfen dazu beitragen, Menschen zu beruhigen, indem es Signale an jene Teile des Gehirns sendet, die für Stress verantwortlich sind. Es wurde festgestellt, dass diese Technik den Cortisolspiegel (Stress) um 43 Prozent senken kann.

Für wen eignet sich EFT?

EFT ist besonders wirksam bei Menschen, die mit Depressionen, Angstzuständen und PTBS zu kämpfen haben. Diese Klopfmethode ist aber eher nicht das Richtige für dich, wenn du an einer Zwangsstörung leidest. In diesem Fall rät Tamara, EFT nur dann auszuprobieren, wenn du mit qualifizierten Therapeut:innen zusammenarbeiten kannst, die Erfahrung in diesem Bereich haben.

Kann ich EFT zu Hause durchführen?

Wenn du EFT zu Hause ausprobieren möchtest, ist das laut Tamara auf jeden Fall möglich, benötigt aber etwas Übung. „Bei EFT gibt es verschiedene Ebenen. Diese Technik kann mit dem Klavierspielen verglichen werden: Jede:r kann lernen, ‚Happy Birthday‘ zu spielen, aber für ein kompliziertes Klavierkonzert ist viel Geschick und Talent nötig.“ Am einfachsten lässt sich EFT zu Hause durchführen, indem du dir ein Video zu einem Thema ansiehst, das dich gerade beschäftigt. Die meisten Menschen erzielen damit großartige Ergebnisse. Tamara empfiehlt, mit dieser Playlist voller EFT-Anleitungsvideos anzufangen (Du kannst deutsche Untertitel folgendermaßen hinzufügen: via „Untertitel“, dann über „Einstellungen“ auf „Deutsch (automatisch erzeugt)“ stellen).

Um dauerhafte Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt Tamara, entweder eine EFT-Ausbildung zu machen oder mit einem Praktiker bzw. einer Praktikerin zusammenzuarbeiten. Sie sagt, dass EFT am besten funktioniert, wenn die Formulierungen, die du verwendest, deinen Gefühlen genau entsprechen. Im Gegensatz dazu verwenden Videos im Internet eher „allgemeine Phrasen“, wodurch der Effekt geringer ist.

Wie führe ich EFT zu Hause durch?

Im Folgenden bietet Tamara eine kurze Anleitung, damit du die Technik zu Hause ausprobieren kannst.

1. Such dir ein Problem aus, an dem du arbeiten willst (z.B. Stress).

2. Bestimmte, wie ernst das Problem auf einer Skala von 0 bis 10 ist (0: nicht ernst, 10: sehr ernst).

3. Optionaler Schritt für ein besseres Resultat: Versuch, herauszufinden, wo du das Problem in deinem Körper spürst und welches Gefühl du dort wahrnimmst (z.B. ein Brennen in der Brust, dein Magen zieht sich zusammen etc.).

4. Klopf auf die seitliche Fläche deiner Hand und wiederhole dabei eine Aussage, die du dir selbst ausdenken kannst und mit der du beginnen willst, ein- bis dreimal (z.B. „Obwohl ich mich gestresst fühle und dieses merkwürdige Gefühl in meinem Bauch habe, akzeptiere ich mich voll und ganz“).

5. Klopf dich durch alle Punkte durch und wiederhol dabei eine Erinnerungsphrase deiner Wahl (z.B. „Stress und Ziehen in meinem Bauch“):

– Oberseite des Kopfes
– Augenbraue (Beginn der Augenbraue, also der Punkt, der deiner Nase am nächsten ist)
– Seitlich des Auges (Ende der Augenbraue)
– Unter dem Auge
– Unter der Nase
– Kinn
– Schlüsselbein (etwa 2,5 Zentimeter unterhalb und ca 2,5 Zentimeter seitlich von der Vertiefung in deinem Hals)
– Unter dem Arm (am BH-Träger)

6. Wiederhol den 5. Schritt.

7. Bestimmte, wie ernst das Problem jetzt auf einer Skala von 0 bis 10 ist (0: nicht ernst, 10: sehr ernst).

8. Wenn deine Zahl gesunken ist, solltest du das Ganze wiederholen, um sie noch mehr zu senken.

9. Wenn deine Zahl gestiegen ist, ist das kein Grund zur Sorge. Das kann nämlich daran liegen, dass du das Problem, das dir keine Ruhe gibt, bisher verdrängt hast. HÖR NICHT AUF, ZU KLOPFEN. Häng stattdessen eine weitere Runde dran, sodass du deine Zahl senken kannst.

10. Wenn die Zahl gleich geblieben ist, solltest du mehr Details hinzufügen, z.B.: „Obwohl ich gestresst bin, weil ich diesen Termin einhalten muss, und ich deshalb Schmerzen in meiner rechten Magenhälfte habe, die sich wie ein fester Knoten in der Größe einer Orange anfühlt, akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Wenn das nicht hilft, hat Tamara hier weitere Tipps parat.

11. Mach so lange weiter, bis deine negativen Empfindungen verschwunden sind.

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