dm erhöht Preise: Das ist die Begründung der Drogeriekette

Tomas Soucek
Freier Autor

Die Drogeriekette dm scheint ihre bisherige Preispolitik radikal zu verändern. Stichproben der Lebensmittelzeitung haben ergeben, dass bis zu 1.000 Artikel innerhalb der letzten Wochen teurer geworden sind. Allerdings nicht in allen Filialen.

dm ändert leise, aber radikal seine Preispolitik. (Bild: Getty Images)

Lange warb dm mit der Preispolitik "dauerhaft niedriger Preise". Damit ist nun scheinbar Schluss. Laut der Lebensmittelzeitung (LZ) ändert dm die Strategie. Vor allem im Onlineshop, aber auch in einigen Filialen sollen die Preise bei etwa 1.000 Artikeln teilweise deutlich gestiegen sein. Betroffen sind Markenartikel wie Vollwaschmittel von Ariel, aber auch Produkte der Eigenmarken Balea und dm Bio.

Neue Preisstrategie vor allem online

Mit seiner bisherigen Preisstrategie wollte dm nicht nur Konkurrenten wie Rossmann auf Abstand halten, sondern auch Discounter wie Aldi, Lidl und Co. Auch diese haben mittlerweile Markenprodukte von Nivea, Pantene oder Pampers für wenig Geld im Sortiment. Nun rückt dm von seinem bisherigen Anspruch der Preisführerschaft ab. dm-Chef Erich Harsch sagte der LZ: "Wir haben uns dazu entschieden, unsere Preisstrategie stationär und online neu auszurichten."

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Der Konzern wolle zwar weiterhin günstigster Anbieter bleiben, jedoch nur im regionalen Vergleich. Das heißt, er will nur der günstigste Anbieter vor Ort sein. Die Preise hängen also von der Lage ab. Das heißt, dass die gleichen Produkte in verschiedenen dm-Filialen nun unterschiedlich teuer sein können.

Harter Konkurrenzkampf

Der Konkurrenzkampf der Drogeriemärkte war zuletzt hart. Während Konkurrent Rossmann zum Beispiel immer mal wieder für eine Woche die Preise für einige Produkte stark senke, wollte dm mit dauerhaft niedrigen Preisen bei der Kundschaft punkten. Von dieser Strategie verabschiedet man sich jetzt wohl.

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Dm ist jahrelang stark gewachsen – das hat sich im letzten halben Jahr aber geändert. Die neue Preisstrategie sei der Versuch, wieder mehr Geld zu verdienen, sagen Lieferanten laut der LZ.

Für uns Verbraucher bedeutet das wohl, dass wir für Drogerieprodukte mittelfristig tiefer in die Tasche greifen müssen, denn es steht zu befürchten, dass nun auch Rossmann und Co. an der Preisschraube drehen könnten.

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