DOSB-Chef Weikert will Olympia-Bewerbung nicht überstürzen

DOSB-Chef Weikert will Olympia-Bewerbung nicht überstürzen
DOSB-Chef Weikert will Olympia-Bewerbung nicht überstürzen

DOSB-Chef Thomas Weikert möchte eine deutsche Olympia-Bewerbung trotz der Begeisterung rund um die European Championships in München nicht überstürzen. „Uns motiviert das natürlich bei unseren Überlegungen. Aber wir dürfen uns auch nicht zu sehr davon treiben lassen, sondern müssen erst mal ruhig und sachlich unsere Hausaufgaben erledigen“, sagte Weikert im Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Dienstagausgabe).

Bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Dezember soll ein möglicher Prozess für eine Bewerbung präsentiert werden. "Das heißt aber nicht, dass wir uns direkt bewerben", sagte Weikert: "Vielmehr wollen wir 2023 ? bevor wir uns mit konkreten Jahreszahlen, Orten und dem offiziellen Bewerbungsprozess befassen ? transparent, intensiv und ergebnisoffen mit allen Stakeholdern aus Sport, Politik, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft diskutieren, ob und unter welchen Voraussetzungen eine erneute Bewerbung Deutschlands überhaupt Sinn macht. Oder eben nicht."

Seit den Sommerspielen in München 1972 hat sich Deutschland siebenmal erfolglos um Olympische Winter- oder Sommerspiele bemüht. "Häufig wurde im Vorfeld nicht gründlich genug geprüft, welchen Nutzen die Veranstaltung dem Land und der Gesellschaft bringen würde. Und wenn doch, wurden diese positiven Auswirkungen nicht ausreichend kommuniziert", sagte Weikert, der von den Inhalten einer Bewerbung aber klare Vorstellungen hat: "Die Kosten müssen möglichst gering gehalten werden, der Gigantismus vergangener Tage ist nicht mehr zu verkaufen. Der Spielraum für nachhaltige Bewerbungen wird immer größer, weil auch der Letzte mittlerweile erkannt hat, dass es keine megateuren Prachtbauten braucht, in denen wenige Jahre später Unkraut wuchert."