Drohnenangriffe auf russische Flugstützpunkte: Wunderwaffen oder veraltete Modelle aus Sowjetzeiten?

Ein Foto von dem Angriff auf das russische Flugfeld in Kursk.  - Copyright: TASS
Ein Foto von dem Angriff auf das russische Flugfeld in Kursk. - Copyright: TASS

Die Ukraine will Moskau mit den eigenen Waffen schlagen. Diese Vermutung verbreiten nun ausgerechnet Kreml-nahe Blogger wie Alexander Kots und russische Internetseiten wie "Baza". Am Montag gab es nämlich Drohnenangriffe auf die russischen Luftwaffenstützpunkte Engels bei Saratow und Djagilewo bei Rjasan. Die Blogger sind sich sicher, dass es sich dabei um Angriffe der Ukraine handelt – und bei den Drohnen um sowjetische Fabrikate aus den späten 70er Jahren.

Die Ukraine schweigt beharrlich zu den Anschuldigungen. Es gibt zu den Vorfällen noch kein belastbares Material, das seriöse Schlüsse zu den eingesetzten Drohnen erlauben würde.

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Der "Spiegel" berichtet allerdings, dass eine modifizierte Tu-141-Aufklärungsdrohne zum Einsatz gekommen sein könnte. So würden sich auch die Einlassungen der Russen verstehen lassen. Die Tu-141 "Strisch", also Mauersegler, wurde Ende der 1970er Jahre von den Sowjets in Dienst gestellt. Etwa 150 Exemplare der 14 Meter langen und mehr als sechs Tonnen schweren Drohne sollen gebaut worden sein, berichtet der „Spiegel“. Die Drohne soll nahe der westlichen Grenze stationiert worden sein, deswegen seien viele Exemplare noch in Nachfolgestaaten der Sowjets geblieben, etwa der Ukraine.

Die Drohne kann bis zu 1100 Kilometer pro Stunde schnell fliegen, sie soll bis zu 1000 Kilometer Reichweite haben, berichtet „Bild“. Mit ihr wären die Ziele in Saratow und Rjasan (jeweils mehr als 500 Kilometer von der Front entfernt) theoretisch erreichbar. Belege, dass bei den Angriffen tatsächlich die "Strisch" eingesetzt wurde, fehlen bisher. Es handelt sich noch um Mutmaßungen.

Wie kritisch die Schäden an den von den Angriffen betroffenen Flugzeugen und an der Infrastruktur sind, muss sich noch zeigen. Erste Satellitenbilder der beiden russischen Basen zeigen keine größeren Beeinträchtigungen. Dass die Ukraine nun aber womöglich Drohnen einsetzen kann, die tief in russisches Festland eindringen können, dürfte als ein starker psychologischer Faktor in der Kriegsführung angesehen werden, berichtet der "Spiegel". Sie könnten bei den russischen Truppen für Verunsicherung sorgen, wie der Angriff auf die Krimbrücke gezeigt habe.

PK