Die dunkle Seite des Avocado-Hype

Diese ach so köstliche Avocado ist zu einem solchen Hype geworden, dass in der ganzen Republik Avocadorestaurants eröffnet haben. Leider scheint der Hype nicht so nachhaltig zu sein und hat sogar schwerwiegende Folgen für die Umwelt.

Ein veganer Lebensstil liegt bereits seit einiger Zeit Trend, weil er besser für die Umwelt sein soll. Das stimmt zwar, aber Veganer sollten trotzdem auf ihre Essgewohnheiten achten. Die Avocado ist als eines der neuen "Superfoods" in den meisten veganen Rezepten enthalten. Aus ihr lassen sich hervorragend vegane Kuchen, Avocado-Burger, Shakes und sogar Pommes machen. Sie ist reich an Antioxidantien, ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und soll den Cholesterinspiegel senken. Aber Überfluss ist bekanntlich nie gut.

Der Journalist und Fernsehproduzent Teun van de Keuken wurde wegen der dramatischen Abholzung in Brasilien zur Jinek-Talkshow eingeladen. Er sagte, dass die Natur nicht nur wegen des Viehs zerstört wird, sondern auch wegen der hohen Nachfrage nach Avocado. All diese zusätzlichen Avocado-Plantagen kosten auch die Umwelt. In Chile und Mexiko werden zum Beispiel viele Wälder abgeholzt, um die profitable Avocado anzubauen.

Für den Anbau einer Avocado wird eine enorme Menge Wasser benötigt. Avocados schlürfen rund 1000 Liter Wasser pro Kilo. Das ist ein Fünftel mehr als ein Kilo Tomaten benötigt. Wenn wir also weiterhin jeden Tag Avocados essen, hat dies Konsequenzen für den Planeten.

Laut Sanderine Nonhebel, Forscherin am Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften der Universität Groningen, sind Lebensmittelhypes nicht gut für die Umwelt: "Sie verursachen Unruhen auf den Handelsmärkten und die Landwirtschaft kann nicht mithalten."

Viehzucht ist immer noch schädlicher für die Umwelt, aber wenn Sie vegan leben und umweltbewusst kochen wollen, suchen Sie vielleicht nach Alternativen. Dann beschränken Sie sich so weit wie möglich auf das saisonale Gemüse, das regional angebaut wird. Und wenn Sie doch nicht ohne Ihre wöchentliche Avocado leben wollen? Dann wählen Sie welche aus Spanien und nicht aus Kalifornien, das hilft der Umwelt zumindest ein wenig.

Quelle: zeit, süddeutsche, spiegel