Echt jetzt? Bei Nespresso müssen Mitarbeiterinnen angeblich Lippenstift tragen

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

In einem Londoner Nespresso-Café bemerkt ein Gast, dass alle Mitarbeiterinnen denselben roten Lippenstift tragen. Von Zufall kann dabei keine Rede sein: Angeblich schreibt Nespresso seinen Angestellten vor, dass und womit sie sich schminken müssen.

Roter Lippenstift gehört bei Nespresso-Mitarbeiterinnen wohl zum Dresscode dazu (Symbolbild: Getty Images)

Während eines Besuchs in einem Nespresso-Café in der Londoner Innenstadt wurde eine Frau namens Rachida Benamar stutzig: Alle Mitarbeiterinnen des Cafés schienen nicht nur Lippenstift zu tragen, sondern auch noch dieselbe Farbe, ein knalliges Rot. Gegenüber Yahoo! UK sagte Benamar: “Als ich an der Theke stand, habe ich einen Witz über den Lippenstift gemacht und gefragt, ob sie alle gezwungen würden, diesen zu tragen. Und die Frau hinter der Theke sagte: ‘Ja, das werden wir.‘ “

“Sexistisch und archaisch“

Rachida Benamar sei von dieser Auskunft geschockt gewesen, sagte sie. Ein Umstand, mit dem sie sich ganz offenbar von der betroffenen Mitarbeiterin unterschied: “Sie sah nicht so aus, als würde diese archaische und sexistische Regel einen besonderen Eindruck auf sie machen.“ Benamar hat ihr Gespräch mit der Mitarbeiterin in Instagram Stories geteilt und wartet wie Yahoo! auch noch auf eine Stellungnahme von Nespresso.

Nespresso zwingt seine Mitarbeiterinnen angeblich dazu, sich zu schminken (Bild: Getty Images)

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Modern ist anders

Der rote Lippenstift ist farblich wohl auf die Kaffeemaschinen in den Cafés abgestimmt und doch ist nicht nachvollziehbar, warum Mitarbeiterinnen deswegen gezwungen sein sollten, Lippenstift zu tragen. Man wundert sich ja schon über die Regeln vieler Fluggesellschaften, die ihren Stewardessen teils bis ins kleinste Detail vorschreiben, wie sie sich schminken und ihre Haare frisieren sollen, und welcher Schmuck ihnen erlaubt ist. Dass das seit Jahrzehnten so gehandhabt wird, macht es nicht besser. Aber warum solche Regeln heutzutage für Frauen gelten sollen, die in einem Café in einer modernen Metropole arbeiten, ist noch weniger nachvollziehbar.

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