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Ehrliches Interview von BVB-Star: Diese Worte sind ein Warnsignal

Er zählte noch zu den besseren Dortmundern - und machte nach dem mageren 1:1 in Bochum seinen Teamkollegen richtig Feuer! BVB-Star Julian Brandt zeigte im kleinen Revierderby als einer von nur wenigen Spielern in schwarz-gelb eine ordentliche Leistung.

„Wir wurden ab und an über Julian Brandt gefährlich“, sagte Trainer Edin Terzic, der ansonsten mit der erneut schwachen Leistung seiner Spieler nicht zufrieden war. Man habe „viele Dinge vermissen lassen“ und sei „nicht zufrieden mit dem Ergebnis“, so Terzic.

Ähnlich klangen die Worte des BVB-Trainers bereits nach dem 1:0-Duselauftakt gegen Köln vorige Woche.

Mittelfeldspieler Brandt nahm noch deutlichere Worte als sein Trainer in den Mund. Im TV-Interview mit SPORT1-Chefreporter Patrick Berger sparte Brandt nicht mit Kritik und rüttelte seine Mitspieler auf. SPORT1 zeigt das Interview im Wortlaut.

SPORT1: Kann man von einer Spitzenmannschaft wie dem BVB nicht erwarten, dass man nach zwei Spieltagen schon weiter ist?

Julian Brandt: „Natürlich kann man das erwarten. Gar keine Frage. Logisch!“

SPORT1: Wie erklären Sie sich das? Was sind die Gründe dafür?

Brandt: „Am Ende ist jeder selbst dafür verantwortlich, sich am Anfang der Saison selbst dahin zu arbeiten, dass man auf seinem Peak ist, dass man in einer guten Verfassung ist und dass man das leistet, wozu man im Stande sein muss. Da haben wir momentan einfach noch zu wenige von. Das ist eine der Gründe, weshalb wir momentan als Mannschaft und im Kollektiv nicht da, wo wir uns alle, wo ihr uns seht.“

Brandt: „Es geht um das Grundsätzliche“

SPORT1: Aber da sehen Sie selbst sich doch auch, oder etwa nicht?

Brandt: Deshalb sage ich ja: ihr und wir. Es gibt aber schon Themen, wo wir uns weiterentwickelt haben. Es geht aber um das Grundsätzliche: Wie bin ich im Spiel? Was mache ich, wenn ich den Ball bekomme? Solche Sachen. Es gibt viele bei uns in der Truppe, oder uns alle, die vor zwei, drei Monaten noch an einem anderen Punkt waren. Da gilt es, schleunigst wieder hinzukommen.“

SPORT1: Das ist sehr ehrlich, Respekt! Kommen diese Weckrufe am zweiten Spieltag Ihrer Ansicht nach zur richtigen Zeit. Ist es besser jetzt, als später?

Brandt: „Wir müssen am zweiten Spieltag jetzt nicht das Drama aussprechen. Wir haben das erste Spiel gewonnen und jetzt unentschieden gespielt. Wir wollen am Freitag gegen Heidenheim gewinnen und gehen dann in die Länderspielpause. Keine Mannschaft wird jedes Bundesligaspiel gewinnen, das ist klar. Wir sind am Anfang und haben noch ein bisschen was vor uns. Ich habe aber ein gutes Gefühl und sage: wir kriegen das hin. Ich hoffe, dass wir uns nächste Woche nicht über die gleichen Themen unterhalten.“

Terzic äußert sich zur Brandt-Kritik

Angesprochen auf die deutliche Brandt-Kritik, wonach offenbar nicht jeder BVB-Spieler in der Sommervorbereitung hart genug geschuftet hat, sagte Terzic: „Auf die Aussage möchte ich ehrlicherweise nicht eingehen, weil ich die Aussagen eben geschildert haben bekommen und ich noch nicht gehört habe, was Julian wirklich gesagt hat.“

Der BVB-Trainer pflichtete Brandt aber zwischen den Zeilen bei: „Es lief in den ersten beiden Spielen noch nicht so flüssig, wie wir uns das vorgestellt haben, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir weitermachen und die Aktivität bekommen, damit jeder Einzelne an sein Maximum kommt. Es wird sich alles noch einfinden und wir uns finden. Was mir wichtig ist: Wir müssen uns das alles hart erarbeiten, mit viel Fleiß und Selbstkritik. Das wird uns keiner schenken.“

Nach zwei Spielen mit nur vier Punkten hat der BVB einen bedenklichen Wackel-Start hingelegt. Ob Brandts Worte die Mannschaft aufrütteln?