Eichhörnchen fällt durch Schornstein ins Haus und beginnt zu randalieren

Eichhörnchen sehen so harmlos aus, doch wenn sie sich gefangen fühlen, können sie großen Schaden anrichten. Foto: Symbolbild / gettyimages / Tashi-Delek

Die Hausbewohner sind während der Weihnachtszeit verreist, deshalb bemerkt niemand den kleinen Eindringling. Weil der Nager keinen Weg nach draußen findet, versucht er sich durch Fenster und Türen zu beißen.

Ach, wie süüüß! So oder ähnlich fällt wohl in den meisten Fällen die Reaktion aus, wenn ein Eichhörnchen über die Straße huscht und den nächststehenden Baum emporklettert. Einfach putzig, die kleinen Nager. Oder? Wer diese Frage Kari und Dustin Drees aus Buckhead, einem Stadtteil Atlantas im US-Bundesstaat Georgia, stellt, wird vermutlich seit dieser Woche eine etwas andere Antwort bekommen. Denn das Paar musste erfahren, zu was ein Eichhörnchen in der Lage ist, wenn es sich gefangen fühlt und keinen Ausweg findet.

Der Übeltäter nistete im Sofa

Wie der lokale Fernsehsender „Wsb-Tv 2“ am Montag berichtete, befanden sich die Drees über die Weihnachtsfeiertage im Urlaub. Währenddessen bekamen sie eine Nachricht auf das Smartphone, dass ihre Alarmanlage zuhause angeschlagen hatte. Sie schickten sofort einen Freund zu ihrem Haus, um nachzusehen. Doch der fand von außen alle Türen und Fenster intakt vor. Die Drees schoben den Alarm auf einen Software-Fehler.

Als sie nach Hause zurückkehrten, fanden sie im Inneren Chaos vor: zerkratzte Böden, zersplitterte Fenster-Rahmen und Holztüren, angefressene Sockelleisten. Im Interview mit Wsb-Tv 2 erzählt Kari Drees: „Überall lagen Holzspäne von der Tür herum, auch sämtliche Holzrahmen unserer Fenster waren beschädigt.“ Es dauerte nicht lange, bis sie den Übeltäter fand: ein Eichhörnchen. Es hatte sich im Sofa eingenistet. Vermutlich war es durch den Schornstein ins Haus gelangt und fand dann keinen Weg mehr hinaus.

Ausschluss-Klausel für Nagetiere

„Es hat wohl einfach nur versucht, wieder ins Freie zu kommen“, erzählt Drees. „Deshalb hat es an allen Türen und Fensterrahmen geknabbert.“ Der Schaden dadurch war immens. Deshalb wendeten sich die Drees vergangene Woche an ihre Versicherung. Sie schilderten den Schaden, nicht jedoch den Ursprung, am Telefon. Ein Gutachter sicherte ihnen finanzielle Deckung zu, wollte sich aber vorher mit eigenen Augen von dem Ausmaß überzeugen.

Im Anschluss folgte die Hiobsbotschaft: Der Schaden könne nicht reguliert werden, weil es eine Ausschluss-Klausel in der Versicherung für „Ungeziefer- und Nagetierschäden“ gebe. „Wäre es ein Waschbär gewesen, hätten sie gezahlt. Weil wir aber ein Eichhörnchen und passenden Kot gesehen haben, ist der Schaden nicht gedeckt“, sagt Drees.

Keine Deckung, dafür ein Hotelaufenthalt

Weil der Reporter des Fernsehsenders Wsb-Tv 2, Mike Petchenik, das nicht glauben konnte, hakte er bei der Versicherung nach und erhielt folgende Antwort: „Als wir am 1. Januar von dem Anspruch der Versicherungsnehmer erfuhren, haben wir einen Gutachter in das Haus geschickt. So fanden wir heraus, dass – tatsächlich – ein Eichhörnchen im Haus war. Das wurde durch einen Tierfänger, der das Eichhörnchen gefangen hatte, bestätigt. Leider sind Schäden durch Vögel, Ungeziefer, Nagetiere und Insekten am Wohneigentum nicht gedeckt. Das ist explizit im Vertrag festgelegt und wird auch von allen uns bekannten Versicherungsgesellschaften so gehandhabt. Dennoch haben wir Verständnis für die Situation und bieten deshalb an, für bis zu zwei Wochen Unterbringung im Hotel aufzukommen, bis das Haus professionell gereinigt wurde.“

Auf dem Schaden bleibt Familie Drees, sie beziffert ihn auf mehrere Tausend Dollar, also sitzen. Sie empfiehlt deshalb anderen Versicherten, so schnell wie möglich die Nagertier-Klausel zu streichen.