Eifersucht, Kontrolle, Isolation: Die ersten Anzeichen häuslicher Gewalt

Erika W. Smith

Das Thema Gewalt gegen Frauen ist heutzutage im Dauergespräch. Mit der #MeToo-Bewegung haben sich in den letzten Jahren viele Frauen beispielsweise getraut, ihre traumatischen Erlebnisse mit Harvey Weinstein und anderen Männern in hochrangigen Positionen an die Öffentlichkeit zu tragen und sie dadurch verdienterweise an den Pranger zu stellen. In erster Linie ging es dabei um Vergewaltigungsdelikte und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Seitdem wird in der Öffentlichkeit häufiger über diese ehemals völligen Tabuthemen geredet – was dabei leider etwas unterging, ist eine weitere Komponente der Gewalt gegen Frauen, nämlich die häusliche. Allein in Deutschland hat jede vierte Frau mindestens einmal im Leben körperliche oder sexuelle Gewalt in ihrer Partnerschaft erlebt. Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass im Jahr 2017 schon insgesamt 113.956 Frauen und Mädchen Opfer von Gewalt in ihrer Partnerschaft waren – die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher.

Diese Beziehungen sind aber nicht von Anfang an von Missbrauch geprägt. Gerade in der ersten Zeit versuchen die Täter*innen ihr Verhalten weniger offensichtlich zu zeigen. Bis ihre Opfer dann erkennen, dass sie missbraucht werden, haben sie sich schon emotional an sie und die Beziehung gebunden, was es viel schwerer für sie macht, die Beziehung zu verlassen. Oder wie uns eine anonyme Überlebende häuslicher Gewalt mal schrieb: „Häuslicher Missbrauch wird den Opfern erst dann bewusst, wenn sie von jemand anderen darauf hingewiesen werden.“

If you think that your relationship, or a loved one’s, may be heading towards domestic violence, here are some potential early warning signs of abuse. Remember, not all abusive relationships look the same, and a relationship doesn’t have to include every warning sign listed here to be abusive. Wenn du die Vermutung hast, dass in deiner Beziehung oder der einer dir nahestehenden Person häusliche Gewalt existiert, aber nicht genau deuten kannst, ob es das wirklich ist, helfen dir die folgenden Punkte womöglich beim Beurteilen weiter. Was sich jedoch jede*r vorher bewusst machen sollte: Gewaltvolle Beziehungen sehen nicht immer gleich aus, genauso wie Gewalt nicht immer gleich aussieht und sich keinesfalls nur physisch äußert.

Krankhafte Eifersucht und Besessenheit

Zwei frühe Warnzeichen der häuslichen Gewalt sind extreme Eifersuchtsanfälle und starke Besessenheit. In einem viral gegangenen Imgur-Post erklärt eine Überlebende, dass ihr Ehemann überzeugt davon war, sie würde ihn mit einem Kollegen betrügen – obwohl sie diesen nur flüchtig kannte. Irgendwann begann ihr Mann sowohl sie als auch den Kollegen zu überwachen. Er schickte ihr jeden Tag unzählige Nachrichten und wenn sie nicht mit ihm war, verlangte er, dass sie ihm mit Fotos und Anrufen immer Auskunft über ihren Standort gab. Letztendlich führte seine krankhafte Eifersucht zu körperlicher und sexueller Gewalt.

Kontrolle über die Kleidung und der Freizeitaktivitäten

Ein weiteres Anzeichen ist die übermäßige Kontrolle über das Leben der Partner*innen. „Was hast du da an?“ „Wohin gehst du?“ „Wieso verhältst du dich so?“ Auch die oben genannte Frau erzählt, dass ihr Ehemann ihr verboten hat eng ansitzende Kleidung zu tragen, weil diese ihren Körper zeigen würden. 

Überwachung des Smartphones, der Nachrichten, E-mails und Social Media

Wenn dein*e Partner*in ohne dein Einverständnis an dein Smartphone geht, um Nachrichten und Instagram zu checken, ist das auch ein Zeichen von Missbrauch. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so schlimm erscheint, ist das unerlaubte Durchsuchen des Handys ein Eingriff in die Privatsphäre. Damit bewegst du dich bereits in einem ungesunden Beziehungsrahmen.

Grausames Verhalten gegenüber Tieren, Kindern oder anderen Familienmitgliedern

Wenn dein*e Partner*in dir gegenüber zwar nett, aber zu deinen Haustieren oder Familienmitgliedern grausam ist, wird er oder sie möglicherweise bald auch den Umgang mit dir ändern. Die Frau hinter dem viralen Imgur-Post schreibt zum Beispiel, dass sie die Beziehung verlassen hat, nachdem ihr Partner ihren Hund und ihr Kätzchen verletzte.

Isolation

Wenn dein*e Partner*in dir den Umgang mit Freund*innen und Familie verbietet, befindest du dich in einer isolierten Welt, in der nur diese eine Person zu deinem Umfeld wird. Das geschieht meistens auch nicht von Heut auf Morgen. Vielleicht wirst du mal passiv-aggressiv gefragt bei Treffen mit Freund*innen oft anzurufen oder sogar dein Hobby zu vernachlässigen, damit ihr mehr Zeit zusammen verbringen könnt. Irgendwann besteht deine Freizeit nur aus Momenten als Paar. Durch die Isolation kann der Missbrauch eskalieren, ohne dass es jemand mitbekommt.

Bist du oder eine Person aus deinem Umfeld von häuslicher Gewalt betroffen? Dann kannst du das Hilfetelefon des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben unter der Nummer: 08000 116 016 anrufen.

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