Was ist eigentlich Herpes?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass zwei Drittel, genauer 67 % der Weltbevölkerung, den Virus in sich tragen. Das entspricht 3,7 Milliarden Menschen! Die Symptome sind dabei nur manchmal sichtbar. Man kann deshalb nicht immer sagen, wer den Virus hat und wer nicht. Also wie kann man sich vor Herpes schützen? 

Zu allererst: Es gibt verschiedene Arten von Herpes, Fieberbläschen und genitalen Herpes.

Fieberbläschen

Dieser Typ heißt HSV-1. Typisch sind mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an der Lippe. Die meisten Menschen bekommen den Virus im Kindesalter. Laut WHO haben zwischen 60 % und 80 % der Weltbevölkerung diese Art Herpes. Der Virus betrifft etwa 40 % der Menschen unter 15 und 60-90 % der Erwachsenen. In weit entwickelten Ländern haben 20 % der Kinder mit 5 Jahren den Virus und 40-60 % der Menschen im Alter von 20-40 Jahren.

Genitalherpes

Man kann sich durch jede Art von sexuellem Kontakt anstecken, sagt das Center for Disease Control and Prevention. Einer von sechs Menschen hat Genitalherpes. Man spricht vom Virus Typ HSV-2. Er befällt die Gegend um die Genitalien. Die Flüssigkeit in den Bläschen enthält den Virus und diese gibt ihn weiter. Die Bläschen können auch am Anus und um die Geschlechtsteile herum auftreten. 

Die Symptome

Kaum einer weiß, dass er Herpes hat. Vanessa Cullins, medizinische Beraterin, sagt, dass die meisten Menschen nicht wissen, dass sie den Virus inaktiv in sich tragen. Die Symptome sind nicht immer vorhanden, trotzdem kann der Virus auch durch die Haut nach außen diffundieren, wenn keine Bläschen sichtbar sind. Der Herpes-Virus kann immer wieder aktiv werden.

Laut Planned Parenthood hängen auch Symptome wie Muskelschmerz, Nervenentzündungen und Juckreiz zu den selteneren Symptomen eines Herpes-Ausbruchs. Dazu kann noch Fieber und Grippe kommen. 

Während der Schwangerschaft bricht Herpes öfter aus. Laut dem New England Journal of Medicine haben mehr als 30 % der Frauen in den USA genitalen Herpes. Während der Schwangerschaft ist das Immunsystem schwach, sodass es zu mehr Ausbrüchen kommt. Eine Schwangere sollte den Arzt darüber aufklären, falls sie früher Herpes hatte, um sich und ihr Kind davor zu schützen. 

Wie der Virus sich verbreitet

Die Viren unterscheiden sich kaum. Egal, ob bei Genital-Herpes oder Lippenherpes: Bei beiden Arten handelt es sich um eine Hautentzündung. Durch Hautkontakt, Speichel oder Blut kann man den Virus abbekommen. Man ist auch dann ansteckend, wenn man keine Symptome hat. HSV-1 kann man durch Küssen bekommen – oder auch, wenn man sich ein Getränk teilt. Zudem kann man sich durch so gut wie jede Sexual-Praktik, und sei es nur durch Hautkontakt, anstecken. 

Behandlung

Anti-Virus-Mittel können die Ansteckungsgefahr eindämmen. Ganz verhindern kann man die Weitergabe aber nicht. Ein Kondom vermindert das Risiko, aber da Herpes auch durch kleine Risse in der umliegenden Haut übertragen werden kann, ist das kein sicherer Schutz. Wenn jemand, der den Virus trägt, Medikamente dagegen nimmt und auf geschützten Geschlechtsverkehr achtet, ist die allerdings Ansteckung gering. 

Vorurteile

Experten weisen darauf hin, dass, nur weil man den Virus nicht in sich trägt, man deshalb nicht weniger vorsichtig beim Geschlechtsverkehr sein muss. Der Virus hat so gut wie keine Konsequenzen für den Betreffenden. Vorurteile sind also überflüssig. Menschen, die den Virus in sich tragen, können ein normales Leben führen.