Ein Käppi gegen Haarausfall: Welche Methoden gibt es noch?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Wenn die Haare dünner werden oder ganz ausfallen, greifen Männer gerne zu Mütze, Hut oder Käppi, um die gelichteten Stellen zu verstecken. Falls klappt, was amerikanische Forscher vermuten, könnte das Tragen eines bestimmten Käppis sogar bewirken, dass die ausgefallenen Haare wieder nachwachsen. Daneben gibt es aber noch andere Methoden.

Ein speziell entwickeltes Cap soll bei Haarausfall helfen (Symbolbild: Getty Images)

An der Universität von Wisconsin haben Forscher ein ganz besonderes Käppi entwickelt. An der Innenseite brachten sie eine Art Pflaster an, das bei ganz normaler Bewegung mit dem Kopf elektrisch aufgeladen wird und kleine Stromstöße an die Kopfhaut abgibt. Laut den Forschern triggern die Stromstöße den natürlichen Prozess, der Haare wachsen lässt. Laut “New Scientist“ hat der Forschungsleiter Dr. Xudong Wang das Käppi an seinem Vater getestet, der seit mehreren Jahren immer mehr Haare verloren hatte. Schon nach einem Monat seien ihm wieder deutlich mehr Haare gewachsen, so der Wissenschaftler. Die Forscher wollen nun Käppis herstellen und an einer größeren Menge von Probanden testen, deren komplette Innenseite entsprechend präpariert ist.

Auch bei Ratten wuchsen die Haare schneller

Laut dem Magazin “ASC Nano“ wurden die Pflaster zuvor schon an rasierten Ratten getestet, bei denen die Haare damit schneller und auch dicker nachwuchsen. Ein Allheilmittel für alle Betroffenen sind sie Käppis aber nicht. Eine gute Wirkung versprechen sich die Forscher vor allem für Menschen, deren Haarausfall erst vor Kurzem und nicht schon vor Jahren begonnen hat. Laut der Wissenschaftler sind die elektrischen Impulse nicht unangenehm oder gar schmerzhaft. Auch Nebenwirkungen soll es nicht geben.

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Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Es gibt eine riesige Auswahl an Shampoos und anderen Mitteln, die den Haarausfall angeblich stoppen sollen. Wirkliche Erfolge kann man sich von den wenigsten versprechen, zudem können die Produkte Allergien auslösen oder Duftstoffe enthalten, die im Verdacht stehen, den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Was also tun, wenn man bemerkt, dass die Haare immer dünner werden? Normalerweise verlieren Menschen zwischen 60 und 100 Haare am Tag. Erst, wenn es mehr sind, sprechen Experten von Haarausfall. Man unterscheidet vor allem drei Formen, von denen dann auch die Behandlung abhängt.

Haarausfall: Ursachen und was dagegen hilft

Haarausfall ist oft erblich bedingt

Bei mehr als 60 Prozent aller von Haarausfall betroffenen Menschen steckt der schleichende Verlust der Haare in den Genen. Das Sexualhormon Testosteron wird in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt, auf das die Haarwurzeln empfindlich reagieren. Es fallen immer mehr Haare immer schneller aus und die Haare, die nachwachsen, werden stetig dünner. Davon können neben Männern auch Frauen betroffen sein.

Was tun, wenn die Haare lichter werden? (Symbolbild: Getty Images)

Zwei Wirkstoffe können helfen

Es gibt eigentlich nur zwei Wirkstoffe, die bei erblich bedingtem Haarausfall helfen. Als am wirksamsten gilt Finasterid, das verschreibungspflichtig ist. Es wirkt dem Umwandlungsprozess von Testosteron in DHT entgegen, wirkt allerdings nicht bei Frauen. Nebenwirkungen können eine verminderte Libido und Potenzprobleme sein.

Daneben gibt es rezeptfrei Minoxidil, das zum Beispiel als Haarwasser verkauft wird und auch bei Frauen helfen soll. Das Minoxidil sorgt dafür, dass die Blutgefäße erweitert und die Kopfhaut besser durchblutet wird, was den Haarwuchs anregen soll.

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Kreisrunder Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall ist die häufigste entzündliche Haarausfall-Erkrankung, bei der die Haare oft in Schüben ausfallen. Dabei entstehen runde, kahle Stellen, die aber nicht jucken und auch nicht schmerzhaft sind. Der kreisrunde Haarausfall kann bei Männern und Frauen auftreten, wobei die Ursachen nicht genau bekannt sind. In Frage kommen aber eine Immunschwäche, die zum Beispiel durch Stress ausgelöst werden kann, oder Autoimmunerkrankungen wie Schuppenflechte. Kreisrunder Haarausfall lässt sich mit Entzündungshemmern wie Kortison behandeln. Daneben können auch Immun- oder Lichttherapien die Haarwurzeln wieder stärken. Die Behandlung schlägt oft gut an, wobei die Haare auf den kahlen Stellen nicht immer komplett wieder nachwachsen.

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Diffuser Haarausfall

Diffuser Haarausfall kann mehrere Ursachen von einer einseitigen Ernährung über eine ungesunde Lebensweise mit viel Alkohol und Nikotin bis zu Medikamenten haben. Dazu zählt auch der Haarausfall bei Krebspatienten, die eine Chemotherapie bekommen. In diesem Fall kommen die Haare nach Abschluss der Therapie wieder. In den anderen Fällen kann der Haarausfall eventuell durch eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise gestoppt werden.