Ein Satz mit X: Das waren die kuriosesten TV-Pannen 2019

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Was hat das lineare Fernsehen noch zu bieten, was Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon nicht haben? Haufenweise sehr lustiger TV-Pannen! Live-Sendungen sind der pure Nervenkitzel für alle, die daran beteiligt sind. Denn egal, wie gut Moderatoren und Produzenten vorbereitet sind: Es kann immer etwas schiefgehen. Und auch 2019 war das tatsächlich oft der Fall. Wir erinnern uns zurück an die lustigsten TV-Pannen aus aller Welt.

Tagesschau: Wem gehören diese High Heels?

Wer viel Zeit im Büro verbringt, sollte es sich ein wenig gemütlich machen dürfen. Ganz wie zuhause sollte man sich aber wohl besser nicht fühlen, wie die Panne einer Tagesschau-Moderatorin zeigt. Als Nachrichtensprecherin Caren Miosga an ihre Kollegin Susanne Daubner übergab, schwenkte die Kamera mit und gab ein brisantes Detail preis: hinter dem Pult hatte jemand ein einsames Paar High Heels versteckt – allerdings nicht gut genug. Wahrscheinlich hatte sich eine der Moderatorinnen kurzerhand entschieden, barfuß zu moderieren. Soll ja gesund sein.

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Russia Today: Neuseeland mit Japan verwechselt

Seien wir ehrlich: Die meisten von uns können nicht alle Länder, die außerhalb Europas liegen, mit hundertprozentiger Garantie identifizieren. Die meisten von uns arbeiten aber auch nicht an einer Nachrichtensendung, die sich mit heiklen politischen Themen auseinandersetzt; in diesem Fall wäre es nämlich schon wichtig, sich mit Geographie auszukennen.

Beim russischen Nachrichtensender Russia Today (RT) nahm man den Faktencheck auf jeden Fall nicht so genau: in einer Sendung, die sich mit möglichen Militärstützpunkten der USA im Pazifik auseinandersetzte, wurde Neuseeland auf einer Karte versehentlich als Japan, und Papua Neu-Guinea als Südkorea ausgewiesen.

Bei einem Auftritt von Luke Mockridge blieb dem Publikum des ZDF-"Fernsehgarten" das Lachen im Hals stecken. (Bild: Getty Images)

ZDF-„Fernsehgarten“: Luke Mockridge schockt mit Comedy-Auftritt

Er sprang wie ein Affe auf der Bühne herum und machte sich über ältere Menschen lustig: Bei den Witzen von Luke Mockridge blieb dem Publikum des ZDF-"Fernsehgarten" das Lachen im Hals stecken. Was sie im ersten Moment nicht ahnten: Es handelte sich um einen sogenannten Prank, der Comedian wollte mit seinem Auftritt bewusst provozieren und verwirren – lustig fand das allerdings nur er selbst.

"Ich moderiere diese Sendung jetzt seit 19 Jahren und das, was Luke Mockridge hier gerade abgeliefert hat, übertrifft all meine Vorstellungen an Un-Kollegialität", hielt Moderatorin Andrea Kiewel im Anschluss an den Auftritt des 30-Jährigen fest. Auch das ZDF bezog klar Stellung gegen den Comedian. "Die Witze, die Luke Mockridge heute von sich gegeben hat, trafen weder unseren Humor, noch den unseres Publikums", hieß es in einer Pressemitteilung.

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Sky Sport: Reporter glaubt, neuen Trainer entdeckt zu haben

Beim Premier-League-Spiel zwischen Huddersfield Town und Manchester City kam es zu einer peinlichen Verwechslung: Ein Reporter des englischen Fernsehsenders Sky glaubte den aktuellen BVB-II-Trainer Jan Siewert auf der Tribüne erspäht zu haben und pirschte sich zu ihm vor. Offenbar erhoffte sich der Sky-Journalist ein knackiges Zitat, denn Siewert war zu der Zeit bei Huddersfield als Coach im Gespräch – doch der Mann auf der Tribüne war jemand anders. "Der Reporter kam zu mir und sagte: 'Bist du Jan, der neue Trainer?' Ich lachte und sagte: 'Nein, nein. Ich bin Martin aus Wakefield'", erzählte das Siewert-Double anschließend der Zeitung "Guardian".

MSNBC: US-Nachrichtensprecherin wird von Sohn unterbrochen

Manchmal springt einem im ungünstigsten Moment der Babysitter ab. Was will man also anderes machen, als die Kleinen kurzerhand mit ins Büro zu nehmen? Eigentlich hatte US-Nachrichtensprecherin Courtney Kube die Situation auch gut im Griff – bis ihr vierjähriger Sohn plötzlich ins Bild schlurfte und an ihrem Pulli zu zerren begann. Kube, die gerade über den Bodeneinsatz der Türkei in Syrien berichtete, geriet dadurch aus dem Konzept. Immer wieder fing sie ihren Satz an, musste jedoch jedes Mal stocken. "Sorry, meine Kinder sind hier. Live-Fernsehen", erklärte sie und lächelte verlegen in die Kamera.

Good Morning Britain: Britische Moderatorin zerlegt Interview-Gast der Kollegen

Schauspieler, die einen Film bewerben, Fußballer, die ein Spiel einordnen, Politiker, die geplante Reformen darlegen sollen: oft verbirgt sich hinter ihren Aussagen nur heiße Luft. "Wie sinnlos war das denn bitte?", haben sich sicher viele von uns schon einmal nach einem nichtssagenden Interview gedacht.

So ging es auch der britischen TV-Moderatorin Lorraine Kelly, als sie die Sendung ihrer Kollegen vom Frühstücksfernsehen "Good Morning Britain" sah. Dort wurde eine Frau interviewt, die eine Affäre mit Premierminister Boris Johnson gehabt haben soll; allerdings wich sie allen Fragen der Moderatoren aus. Als diese zu Kelly schalteten, damit diese ihre nachfolgende Sendung ankündigen kann, hielt diese mit ihrer Meinung nicht hinter dem Zaun: "Wieso kommen Sie ins Fernsehen, wenn Sie nicht vorhaben, auch nur eine einzige Frage zu beantworten?", wollte sie von dem sprachlosen Gast wissen.

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Sky Sport: Matthäus meckert über Sender

"Dann macht eure Sachen doch allein, wenn ihr mich so im Stich lasst", nörgelte Ex-Fußballprofi Lothar Matthäus nach dem Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05. Matthäus war als Experte vor Ort und sollte die Partie für den TV-Sender Sky analysieren, hatte aber offenbar vorab kaum Informationen oder Statistiken bekommen. Was der Rekordnationalspieler jedoch nicht ahnte: Aufgrund technischer Probleme war sein Aufreger für alle Zuschauer zu hören.

Donald Trump und die gefälschte Hurrikan-Karte

Im August sorgte ein tropischer Sturm für reichlich Verwüstung entlang der Südwestküste der USA. Von Hurrikan Dorians Zerstörungswut verschont blieb dagegen der US-Bundesstaat Alabama – auch wenn Donald Trump das offenbar nicht wahrhaben wollte. Entgegen der Vorhersagen des Nationalen Wetterdienstes warnte der US-Präsident, dass der Südstaat sich vorsehen müsse. Etwa 20 Minuten später stellte der amtliche Wetterdienst von Alabama klar: "Alabama wird keine Auswirkungen von 'Dorian' spüren."

Abgerundet wurde der bizarre Abtausch durch eine dubiose Karte, die der Präsident einem Briefing im Oval Office präsentierte. Sie zeigte die offizielle Projektion des Nationalen Hurrikan-Zentrums mit "Dorians" wahrscheinlichem Verlauf; jedoch sah es so aus, als  wäre diese nachträglich mit einem schwarzen Filzstift ausgebessert worden, sodass plötzlich auch Alabama zu sehen war.