Einbruch beim Berliner Zoll: 5 Millionen beschlagnahmte Zigaretten gestohlen

Die Täter konnten unbemerkt mit 3,4 Tonnen Zigaretten und einer Tonne Shisha-Tabak aus der Asservatenkammer des Zolls entkommen (Symbolbild: Getty Images)

Bei einem Einbruch in die Asservatenkammer des Berliner Hauptzollamts wurden etwa 5,2 Millionen beschlagnahmte Zigaretten gestohlen, wie die “Berliner Morgenpost” berichtet. Im Handel entspräche die unversteuerte Ware etwa 26.000 Stangen mit einem Gewicht von 3,4 Tonnen.

Zudem wurde nach Informationen der Zeitung über eine Tonne Shisha-Tabak gestohlen - in etwa so viel, wie Zoll und Polizei bei berlinweiten Razzien im Dezember 2019 beschlagnahmt hatten.

Der Einbruch wurde nach Angaben der Zollbehörde bereits am Sonntag, den 26. Januar bemerkt. Das Zollfahndungsamt suche nach den Tätern, sagte eine Sprecher der “Berliner Morgenpost”. Genauere Angaben wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Auch zum Ablauf des Einbruchs äußerte er sich nicht, nach Informationen der Zeitung dürften die Täter angesichts mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen leichtes Spiel gehabt haben.

Scharfe Kritik von Opposition und Polizeigewerkschaft

Für den innenpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Senat, Marcel Luthe, ist der Fall eine Blamage: “Wie kann ein Volumen von mehreren Lkw-Ladungen in aller Seelenruhe aus einem Asservatenlager verschwinden?”, fragt der Oppositionspolitiker. Der kürzlich erzielte Erfolg gegen die Tabaksteuer-Kriminalität habe sich in Rauch aufgelöst.

Zuvor hatte es bereits eine Reihe von Einbrüchen und Fällen von Vandalismus auf Berliner Polizeiliegenschaften gegeben. “Der Diebstahl beim Zoll zeigt leider, dass nicht nur der Schutz vieler Liegenschaften der Berliner Polizei katastrophal ist”, kommentiert Benjamin Jendro, Sprecher der Polizeigewerkschaft GdP.

“Die verantwortlichen Politiker sollten sich schon fragen, was es für ein Bild ergibt, wenn Sicherheitsbehörden Gegenstände beschlagnahmen, aber es letztlich leicht ist, ihnen diese wieder abzunehmen.” Er fordert deshalb mehr Personal für den Schutz staatlicher Einrichtungen.

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