Beeindruckende Zahl: So viele Gesichter kann sich der Mensch merken

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Das menschliche Gehirn ist ein Hochleistungscomputer: Etwa 5.000 Gesichter kann es erkennen und unterscheiden. (Symbolbild: Dimitri Otis / Getty Images)

Durchschnittlich kann jeder Mensch 5.000 Gesichter erkennen. Das sind erstaunlich viele. Sind für dich alles Allerweltsgesichter oder bleibt dir jede Person persönlich im Gedächtnis?

Eine Studie des Forschungsteams der University of York hat berechnet, an wie viele Gesichter sich der durchschnittliche Mensch erinnern kann. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Verbindungen dazu aus persönlichen Begegnungen oder aus den Medien stammen. Die Untersuchungen brachten ein Ergebnis von insgesamt etwa 5.000 verschiedenen Gesichtern hervor, die sich eine Person normalerweise merken kann. Dabei gibt es natürlich immer Ausreißer nach oben oder unten.

Die Teilnehmer der Studie sollten innerhalb einer Stunde so viele Namen wie möglich von Freunden, Kollegen, Klassenkameraden und Familienmitgliedern aufschreiben. Dasselbe sollten sie auch für Namen von Berühmtheiten tun. Im Anschluss daran wurden ihnen Tausende von Fotos von Prominenten gezeigt und sie wurden darum gebeten, so viele wie möglich davon zu benennen. Nach den Ergebnissen der Studie konnten die Teilnehmer insgesamt zwischen 1.000 und 10.000 Gesichtern unterscheiden.

Die Kardashians kennt fast jeder. Doch ob man eine Person aus den Medien kennt, ist für die Erinnerung egal. (Bild: Dimitrios Kambouris / Staff / Getty Images)

Während der Durchführung der Studie berechneten die Forscher ein Verhältnis zwischen der Möglichkeit, Namen aus dem Gedächtnis abzurufen und Gesichter tatsächlich zu erkennen. Das sogenannte „Recall-to-Recognition“-Verhältnis wendeten sie auf die Gesamtzahl der Personen an, an die sich die Teilnehmer erinnern konnten. Auf diese Weise kamen sie zu dem Schluss, dass sich der Durchschnittsmensch an etwa 5.000 Gesichter erinnern kann.

„Unsere Studie konzentrierte sich auf die Anzahl der Gesichter, die die Menschen tatsächlich kennen – wir haben noch keine Grenze gefunden, wie viele Gesichter das Gehirn verarbeiten kann“, sagt Dr. Rob Jenkins vom Department of Psychology und Mitautor der Studie. „Die Fähigkeit, verschiedene Individuen zu unterscheiden, ist eindeutig wichtig. Sie ermöglicht es, das Verhalten der Menschen im Laufe der Zeit zu verfolgen und das eigene Verhalten entsprechend zu ändern.“

Zu Beginn des Experiments konnten sich die Teilnehmer zunächst sehr viele Namen merken. Erst zum Ende der Stunde, in der sie sich an Namen erinnern sollten, wurde es für alle schwieriger. Dr. Jenkins glaubt, dass Menschen, die in der Umgebung von vielen Menschen aufgewachsen sind, möglicherweise stärkere Gesichtserkennungsfähigkeiten haben. „Es könnte unterschiedliche soziale Umgebungen widerspiegeln. Einige Teilnehmer sind vielleicht an dichter besiedelten Orten mit mehr sozialem Input aufgewachsen“, sagt er.

Die in der Zeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlichte Studie wurde an der University of Glasgow und der University of Aberdeen mit 25 Studenten im Alter zwischen 18 und 61 Jahren durchgeführt.