Elon Musk legt Twitter-Übernahme auf Eis - Aktie im Sinkflug

Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk kündigte an, den geplanten 44-Milliarden-Deal mit Twitter vorerst auf Eis zu legen. (Bild: Dimitrios Kambouris / Getty Images for The Met Museum/Vogue)
Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk kündigte an, den geplanten 44-Milliarden-Deal mit Twitter vorerst auf Eis zu legen. (Bild: Dimitrios Kambouris / Getty Images for The Met Museum/Vogue)

Für die stolze Summe von 44 Milliarden US-Dollar wollte Elon Musk Twitter übernehmen. Nun setzt er seine Pläne vorläufig aus. Als Grund gibt der Tesla-Chef vermeintlich ungenaue Zahlen zu Fake-Accounts des Kurznachrichtendiensts an.

Seit einiger Zeit schon spricht Elon Musk von Änderungen, die er nach der Übernahme des Kurznachrichtendiensts Twitters umsetzen möchte. Nun jedoch hat der Tesla-Chef seine Übernahme-Pläne überraschend auf Eis gelegt. Musk erklärte am Freitag via Twitter, er wolle zunächst Berechnungen abwarten, ob Accounts, hinter denen keine echten User stehen, wirklich weniger als fünf Prozent ausmachten. Twitter selbst hatte diese Schätzung zu Beginn der Woche veröffentlicht. Musk hatte zuvor angekündigt, Profile, die etwa Spam-Nachrichten versenden, von der Plattform verbannen zu wollen.

Musks Tweet blieb nicht ohne Folgen: Im vorbörslichen Handel fiel die Twitter-Aktie innerhalb kürzester Zeit fast um ein Viertel auf 34,50 Dollar. Den Aktionären hatte Musk noch einen Wert von 54,20 Dollar in Aussicht gestellt. Bereits am Donnerstag ging das Papier mit 45,08 Dollar aus dem Handel, viele Investoren sind skeptisch, ob Musk den Deal nicht vielleicht doch platzen lässt.

Geplant ist, den Übernahme-Deal bis Ende des laufenden Jahres abzuschließen. Mit dem Twitter-Verwaltungsrat hatte sich der Tesla-Chef auf rund 44 Milliarden Dollar geeinigt, allerdings ist Musk darauf angewiesen, dass genügend Aktionäre ihm ihre Anteile überlassen. An der Börse hat sich Musk bereits mehr als neun Prozent Anteil an Twitter gesichert.

Vorwand, um den Deal platzen zu lassen?

Ob Elon Musk den Vorwurf ungenauer Zahlen zu gefälschten Accounts als Vorwand zu einem Ausstieg aus dem Deal oder einer Preissenkung nutzen könnte, bleibt unklar. Eine sonst übliche Prüfung der Bücher hatte er im Falle von Twitter nicht vorgenommen.

Zwischen Twitter und Musk ist vereinbart, dass bei einer Aufkündigung des Deals die zurücktretende Partei eine Milliarde Dollar Strafe zahlen müsse. Nach Ansicht von Experten ist es aber nicht möglich, mit dieser Zahlung ohne triftige Begründung von der Übernahme zurückzutreten.

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