Eltern werden vor „gefährlichem“ Instagram-Trend gewarnt

Experten warnen, dass gewisse Trends rund um die Ausstattung des Babyzimmers, die in den Sozialen Medien die Runde machen, für Babys potenziell gefährlich sein können.

Ein Babybett mit Himmel sieht zwar süß aus, aber Experten warnen davor – denn dieses birgt ein Strangulierungs-Risiko. [Foto: Getty]

Ein Himmel am Babybett erhöht vielleicht die Like-Zahlen auf Instagram, aber eine Kinderärztin hat vor dem potenziellen Strangulierungs-Risiko gewarnt.

„Ich habe ein Baby behandelt, das ein Moskitonetz benutzt hat, um sich daran hochzuziehen. Dieses wickelte sich letztendlich um seinen Hals”, erzählt Kinderärztin Dr. Ruth Barker MailOnline. „Zum Glück kam ihrer Mutter ins Zimmer und fand sie im Netz hängen, bevor es zu spät war.“

Die hübschen Himmel sind zwar nicht gefährlich für Neugeborene, die noch nicht mobil sind, aber sobald sich Babys drehen, nach etwas greifen oder sich hochziehen können, erhöht sich das Risiko einer Strangulierung.

Lichterketten, Bilder und Co.

Die Verbraucherorganisation Choice Australia warnt unterdessen vor Lichterketten. Diese verpassen zwar jedem Kinderzimmer ein warmes Leuchten, aber auch hier birgt die Schnur ein Strangulierungs-Risiko.

Außerdem können die Glühbirnen zu einer Erstickungsgefahr werden, wenn sie herausgeschraubt werden. Und wenn die Lampen mit Knopfzellen betrieben werden, kann dies ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen, da Babys und Kinder diese verschlucken können.

Choice merkte außerdem an, dass auch die Möglichkeit eines Stromschlags besteht, wenn die Lampen mit Strom betrieben werden und das Baby die Strippe ankaut.

Auch große Möbelstücke wie Kommoden können eine Gefahr darstellen – Choice empfiehlt, alle großen Möbelstücke an der Wand zu befestigen, um sicherzustellen, dass sie nicht versehentlich umkippen.

Wandschmuck und Bilder in Reichweite stellen ebenfalls ein Risiko für Babys dar, die schon stehen können. Denn diese könnten von der Wand gerissen werden.

Choice empfiehlt auch, die Kleinen mittels kindersichere Schlösser von Schubladen fernzuhalten. Dies sollte auch verhindern, dass sie darauf herumklettern.

Fenstersicherungen und Babygitter sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um Ihr Kind davon abzuhalten, potenziell gefährliche Anstrengungen zu unternehmen – nur weil sie irgendwo hinkommen wollen, wo sie nicht hindürfen.

„Es ist wichtig, einen Ort zu schaffen, der nicht nur für ihre derzeitigen Fähigkeiten sicher ist, sondern auch für die Fähigkeiten, die sie mit der Zeit entwickeln werden“, sagt Dr. Barker. „Eltern müssen vorausdenken und immer einen Schritt voraus sein – denn man will ja nicht, dass sie etwas zum ersten und zum letzten Mal machen.“

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Auch Lichterketten können ein Risiko für Babys darstellen. [Foto: Getty]

Ein sichereres Kinderzimmer

Der Lullaby Trust ist eine gemeinnützige Organisation, die über die Gefahr des plötzlichen Kindstods informiert. Sie gibt zwar keine Empfehlung zu bestimmten Produkten ab, sagt jedoch, dass es Hinweise darauf gebe, dass Babys mit zugedecktem Kopf gefährdeter sind – und Dinge, die an einem Kinderbett angebracht werden, können das Risiko erhöhen, dass der Kopf bedeckt wird.

„Auch unnötige Dinge im Babybett können das Risiko für Unfälle erhöhen“, steht auf der Webseite der Organisation. „Es gibt zwar kaum Belege, was einzelne Gegenstände betrifft, aber es ist sinnvoll, so vorsichtig wie möglich zu sein.“

„Deshalb empfehlen wir, dass Babys in Bettchen oder Körbchen schlafen, die so wenige Dinge wie möglich enthalten und wir empfehlen ausdrücklich:

  • Keine Kissen oder Bettdecken

  • Keine Bettumrandungen

  • Keine Plüschtiere

  • Kein lockeres Bettzeug

  • Keine Produkte (wie Keilkissen oder Gurte), die das Baby in einer Schlafposition halten.

Wenn es um die Gestaltung des Kinderzimmers geht, kann man gar nicht vorsichtig genug sein und es ist am besten, das Kinderbett leer zu lassen. Dem Baby wird es wirklich egal sein, ob sein Zimmer Instagram-tauglich ist.

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