Empörung an US-Highschool: Zu tiefe Dekolletés in Jahrbuch wegretuschiert

·Lesedauer: 3 Min.

Eine US-amerikanische Schule ist heftiger Kritik ausgesetzt, weil sie Fotos von Schülerinnen im Jahrbuch nachbearbeiten ließ. Betroffen waren alle Mädchen, deren Outfits als zu freizügig angesehen wurden oder die gegen die Kleiderordnung der Schule verstießen.

Eine Schülerin sagte: „Dies sorgt dafür, dass Mädchen sich für ihre Körper schämen.“ Foto: Bartram Trail High School via Twitter
Eine Schülerin sagte: „Dies sorgt dafür, dass Mädchen sich für ihre Körper schämen.“ Foto: Bartram Trail High School via Twitter

Die Bartram Trail Highschool in Florida wird von Eltern und Schülern gleichermaßen kritisiert. Wie Action News Jax berichtete, handelte es sich um 80 Jahrbuch-Fotos – alle von Mädchen.

Der Versuch, die Brust und/oder ein leicht entblößtes Dekolleté junger Schülerinnen zu verdecken, wurde als sexistisch kritisiert – besonders da kein einziges Bild eines Jungen (selbst von einigen in ihren Badehosen) angerührt worden war.

Die Mutter einer Schülerin, Adrian Bartlett, sagte gegenüber USA Today, das Foto ihrer Tochter sei im Brustbereich nachbearbeitet worden, um diesen mit mehr Stoff zu bedecken.

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„Ich denke, es sendet die Botschaft, dass unsere Mädchen sich für ihre wachsenden Körper schämen sollten und ich denke, das ist eine schreckliche Botschaft an diese jungen Mädchen, die diese Veränderungen durchmachen“, sagte Bartlett und fügte hinzu, ihre Tochter habe dasselbe Outfit regelmäßig in der Schule getragen und habe deswegen nie eine Abmahnung erhalten.

Eine andere anonyme Mutter sagte gegenüber Action News Jax: „Unsere Töchter von Bartram verdienen eine Entschuldigung. Sie bringen sie dazu, sich dafür zu schämen, wer sie sind.“

Riley O'Keefe, eine Neuntklässlerin an der Schule, schloss sich dieser Meinung an und sagte der NY Times: „Sie müssen einsehen, dass sie den Mädchen das Gefühl geben, sich für ihre Körper zu schämen.“

Insgesamt wurden 80 Jahrbuch-Fotos bearbeitet – allesamt von Mädchen. Foto: Bartram Trail High School via Twitter
Insgesamt wurden 80 Jahrbuch-Fotos bearbeitet – allesamt von Mädchen. Foto: Bartram Trail High School via Twitter

Die Schule verteidigte ihr Vorgehen in einer Stellungnahme und sagte, dass in der Vergangenheit alle Schüler, die gegen den Verhaltenskodex der Schule verstoßen hatten, einfach nicht aufgenommen worden seien.

„Die digitalen Änderungen waren also eine Lösung, um sicherzustellen, dass alle Schüler im Jahrbuch enthalten sind“, heißt es in der Erklärung.

Die Schule hat den Eltern, die mit dem Jahrbuch unzufrieden sind, eine Rückerstattung angeboten - da es 100 US-amerikanische Dollar (umgerechnet etwa 81,61 Euro) gekostet hat - und fügte hinzu, dass die Verwaltung „Rückmeldungen“ darüber erhalten habe. Es wurde jedoch keine offizielle oder öffentliche Entschuldigung ausgesprochen.

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Die veränderten Bilder lösten auch in den sozialen Medien ein großes Echo aus, nachdem sie auf Twitter geteilt worden waren.

„Was zur Hölle? Entschuldigungen? Druckt es mit den Originalfotos nach und lasst den Trottel, der das gemacht hat, dafür bezahlen“, schrieb jemand wütend auf Twitter.

„Bitte WAS?“, war eine weitere empörte Reaktion.

Und jemand Drittes schrieb: „Wow, Bartram Trail High School sexualisiert Schülerinnen, weil sie weiblich sind. Ich habe kein Problem mit Kleidervorschriften für Highschool-Schüler (Uniformen in Privatschulen), aber durchaus mit Kleidervorschriften, die bedeuten, dass weibliche sekundäre Geschlechtsmerkmale entfernt werden.“

Kristine Tarbert

VIDEO: Jahrbuch-Fotos: So sahen die Stars als Schüler aus

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