Entspannt losradeln: Tipps & Tricks rund um das Fahrrad in der Bahn

Alle einsteigen, bitte! Mit im Gepäck: das geliebte Fahrrad. Wie der Transport im In- und Ausland mühelos klappt, was er kostet und was es zu beachten gibt: Alle Informationen rund um das Bahnreisen mit dem Fahrrad gibt’s hier im Überblick.

Mit dem Fahrrad in der Bahn zu verreisen ist entspannter, wenn man sich über die Regelungen im Klaren ist. (Bild: Getty Images)

Einsteigen, aussteigen, losfahren. Sein Fahrrad mit auf Bahnreisen zu nehmen, etwa im Urlaub, hat viele Vorteile. So ist man nicht nur unabhängig, man kommt auch nahezu emissionsfrei von A nach B und bewegt sich an der frischen Luft. Doch jede Bahngesellschaft hat unterschiedliche Beförderungsbedingungen. Bei der Deutschen Bahn, die hierzulande den Schienenverkehr dominiert, gibt es folgende Regelungen:

Welche Fahrräder sind erlaubt?

  • Pro Reisenden ist ein Fahrrad erlaubt. Dazu zählen alle einsitzigen und zweirädrigen Modelle, zusammengeklappte Falt- sowie demontierte Fahrräder, die allesamt sogar gratis befördert werden. Auch E-Bikes dürfen mitgenommen werden, der Akku muss allerdings montiert bleiben und darf nicht an Board aufgeladen werden.

  • Lastenräder sind von der Mitnahme ausgeschlossen. Zudem können Tandems und Liegeräder nicht immer problemlos mitgeführt werden. Bei solchen Fahrradtypen muss eine Mitnahme mit der Deutschen Bahn konkret geklärt werden.

  • Für Rad-Gruppen mit mehr als fünf Personen empfiehlt die Deutsche Bahn eine Anmeldung. Größere Gruppen mit mehr als 20 Personen sollten sich eine Woche vor dem Geltungstag mit einem Bestellschein anmelden.

In welchen Zügen ist die Fahrradmitnahme erlaubt?

Im Fernverkehr können Kunden der Deutschen Bahn ihr Rad in Intercity- und Eurocity-Zügen mitnehmen sowie auf ausgewählten Verbindungen im ICE. Allerdings ist für letzteren eine Fahrradkarte (9 Euro, 6 Euro mit Bahncard) sowie eine Stellplatzreservierung für das Fahrrad nötig. Diese ist kostenlos, wenn sie gleichzeitig mit der Fahrradkarte gebucht wird, ansonsten kostet sie 4,50 Euro. Für einen Fahrradanhänger muss jeweils eine weitere Fahrradkarte gelöst werden, sofern sich dieser nicht in der Gepäckablage verstauen lässt.

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Im Nahverkehr ist die Fahrradmitnahme im Interregio-Express (IRE), Regional-Express (RE), der Regionalbahn (RB) und der S-Bahn möglich. Vorausgesetzt, im Zug stehen genügend Stellplätze zur Verfügung. Je nach Bundesland sind die Preise und Regelungen unterschiedlich, in manchen Bahnen ist die Mitnahme kostenlos, in anderen gibt es spezielle Tickets. Auch innerhalb von Verkehrsverbunden gelten zum Teil abweichende Bestimmungen, auch was Sperrzeiten etwa im Berufsverkehr betrifft. Eine Übersicht liefert die Deutsche Bahn auf ihrer Website.

Oft sind die Fahrradstellplätze klar gekennzeichnet. (Bild: Getty Images)

In welchen Abteilen müssen die Fahrräder transportiert werden?

  • Im Fernverkehr befinden sich die Fahrradstellplätze immer in der 2. Klasse und können auf mehrere Wagen im Zug verteilt sein. Wo genau sich der reservierte Stellplatz inklusive der Wagennummer befindet, können Kunden ihrer Reservierungsinformationen entnehmen.

  • Im Nahverkehr sind viele Züge mit Mehrzweck-Abteile ausgerüstet, die mit einem Fahrradsymbol in den Einstiegsbereichen gekennzeichnet sind. In der Regel befinden sich diese Abteile am Zuganfang oder -ende. Behindert man keine Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen, dürfen Fahrräder auch in den Einstiegsbereichen der Nahverkehrszüge abgestellt werden.

Welche Regelungen gelten in internationalen Zügen?

Die Deutsche Bahn schreibt dazu auf ihrer Homepage, dass die Fahrradmitnahme unter anderem in Ländern wie Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Slowakei, Tschechien und Ungarn möglich ist.

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Benötigt wird eine internationale Fahrradkarte, die 10 Euro kostet und automatisch eine Stellplatzreservierung enthält.

Welche Regelungen herrschen bei Flixtrain und Locomore?

Auch in Zügen von Flixtrain stehen reservierungspflichte Stellplätze für Fahrräder zur Verfügung. Der Transport der Fahrräder kostet 9 Euro pro transportiertes Fahrrad unabhängig von der Länge und dem Fahrpreis der Strecke. Wichtig ist, dass die Fahrräder Standardgrößen ohne Aufbauten aufweisen müssen und ein Gewicht von 25 kg nicht überschreiten dürfen.

Bei Locomore ist die Fahrradmitnahme im Fahrradabteil für Preise von 9 Euro bis 15 Euro möglich. Auch hier ist eine Reservierung nötig.

Was ist vor Reiseantritt zu beachten?

Unabhängig der Bahngesellschaft sollten Reisende immer genügend Zeit einplanen, um Stress zu vermeiden. Zudem lohnt es sich Direktverbindungen zu buchen, um sich nerviges Umsteigen samt Gepäck zu ersparen. Der Standort vom Fahrradabteil sollte vorab recherchiert werden.

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Das Fahrradticket samt Stellplatzreservierung sollte frühzeitig, mindestens ein Tag vorher gebucht werden. Zudem ist es ratsam, die Radtaschen beim Einstieg abzumachen, Gepäcktaschen während der Zugfahrt an sich zunehmen und Stoßzeiten zu vermeiden.

Welche Alternativen gibt es?

Wer mit seinem Fahrrad, aber nicht im Zug reisen will, kann zum Beispiel auf Fernbusse ausweichen. Viele bieten die Fahrradmitnahme gegen einen moderaten Aufpreis von durchschnittlich 9 Euro an. Darüber hinaus bietet die Deutsche Bahn auch einen Fahrradversand für 49,90 Euro.

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