Erfolg für Trump-Gegnerin: Vom Stinkefinger zum Wahlsieg

Vor zwei Jahren entstand dieses Foto von Juli Briskman auf dem sie der Limousine von Donald Trump den Mittelfinger zeigt. (Bild: Brendan Smialowski / AFP)

Juli Briskman aus Virginia ist überzeugte Trump-Gegnerin. Erst kostete sie ein virales Foto von einer Protestgeste den Job, jetzt wird sie dafür belohnt, für ihre Überzeugung eingestanden zu sein.

Juli Briskman wurde im Oktober vor zwei Jahren durch ein virales Foto berühmt. Von ihrem Fahrrad aus zeigte sie Donald Trump, der in seiner Autokolonne an ihr vorbeifuhr, mehrfach den Mittelfinger und machte so deutlich, was sie von seiner Politik hielt. Doch nachdem die Aufnahmen öffentlich wurden, verlor Briskman ihren Job als Marketing Specialist. Sie selbst hatte der Personalabteilung bei ihrem Arbeitgeber Akima LLC von dem viralen Foto berichtet. Daraufhin wurde ihr dort gekündigt. Doch jetzt gehe es ihr besser denn je, sagt Briskman.

Denn die 52-jährige Briskman hat am Dienstag bei den Wahlen in Virginia einen großen Sieg feiern können. Sie wurde für die Demokraten in das Loudoun County Board of Supervisors gewählt, was in etwa einer Bezirksregierung entspricht. Dort wird sie nun den Algonkian-Distrikt mit etwa 400.000 Einwohnern vertreten. Was den Sieg zusätzlich besonders macht: Vor ihr hatte die Republikanerin Suzanne Volpe den Sitz acht Jahre lang inne. Briskmans Wahlsieg steht stellvertretend für einen Wechsel der politischen Windrichtung in Teilen der USA. Denn in ihrem Heimatstaat Virginia errangen die Demokraten das erste Mal seit 1994 Mehrheiten in beiden Legislaturhäusern.

Und auch im Nachbarstaat Kentucky sieht es nach aktuellem Stand so aus, dass der demokratische Herausforderer Andy Beshear dem republikanischen Amtsinhaber Matt Bevin das Amt des Gouverneurs entrissen haben könnte. Da der Abstand zwischen beiden mit etwa 5000 Stimmen allerdings sehr knapp war, besteht Bevin auf eine Wiederholung der Auszählung. Dennoch zeigen beide Wahlen mit Ausblick auf die in genau einem Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen eine Momentaufnahme der politischen Stimmung in den USA, für die auch Juli Briskman steht.

Der Zwischenfall mit dem Mitterlfinger war der Anlass für Juli Briskman, sich politisch zu engagieren. Nun zieht sie nach ihrem Wahlsieg in das "Loudoun County Board of Supervisors" ein. (Bild: Brendan Smialowski /AFP via Getty Images)

“Ich würde es wieder tun.”

“Vor zwei Jahren wurde ich gefeuert dafür, dass ich mich gegen die rückwärtsgewandte Politik Donald Trumps gewehrt habe”, sagte Briskman der “HuffPost”. “Jetzt haben meine Nachbarn in Algonkian sich hinter mich gestellt und die Trump-Agenda abgelehnt.” Die Wahlsiegerin und zweifache Mutter fügte hinzu, sie freue sich nach einem harten Wahlkampf sehr darauf, ein Loudon County mitzugestalten, “das für alle funktioniert”. Der Bezirk hat sich bei der Wahl vom Dienstag das erste Mal seit 20 Jahren von einer “roten”, also republikanischen, zu einer “blauen”, demokratischen Mehrheit gewandelt.

Ironischerweise liegt in dem Bezirk übrigens auch Trumps “National Golf Club”. Als sie gefragt wurde, ob sie die Geste von damals bereue, antwortete Briskman: “Ich würde es wieder tun.” Schließlich sei ihr Wahlsieg auch eine Bestätigung dafür, dass ihr die Wähler die deutliche Ansage gegenüber dem amtierenden Präsidenten nicht übel genommen hätten. “Es fühlt sich fantastisch an, etwas surreal”, sagte sie der “Washington Post”. Die vergangene zwei Jahre seien eine ziemliche Achterbahnfahrt gewesen, doch jetzt habe sie dabei helfen können, dass ihr Bezirk demokratisch wird. “Ist das nicht süße Gerechtigkeit?”