Erkältung oder Grippe? Diese Anzeichen können dir helfen, zu erkennen, woran du leidest

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Dass die Erkältung oftmals mit der Grippe verwechselt wird, liegt auch an unserem Sprachgebrauch. "Mich hat die Grippe erwischt", heißt es, wenn der Hals kratzt und der Kopf schmerzt. Doch auch die Symptome ähneln sich sehr. Wir erklären, woran du erkennen kannst, um welches Krankheitsbild es sich handelt.

Auf den ersten Blick ist es manchmal auch für Ärzte schwer, zu erkennen, ob es sich um eine Erkältung oder die Grippe handelt. (Bild: Getty Images)

Der größte Unterschied liegt im kleinsten Teil, das man (leider) nicht sehen kann: dem Erreger. Während eine Grippe immer von einem Grippe-Virus ausgelöst wird, kann es sich bei der Erkältung um einen von über 100 Viren handeln.

Grippe oder Erkältung? Der übliche Krankheitsbeginn

Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie – dieser Spruch trifft ziemlich oft auf den klassischen Krankheitsverlauf der Erkältung zu. Zuerst Müdigkeit und Abgeschlagenheit, dann ein trockener Hals, einen Tag später gesellen sich Kopfschmerzen hinzu, der Hals schmerzt und dann kommt der Husten. Die Erkältung stellt sich im Gegensatz zur Grippe oftmals schleichend ein. Das kann bei der Grippe – Ärzte sprechen auch von der Influenza – in Ausnahmefällen auch so sein, doch üblicherweise fühlst du dich von ihr regelrecht niedergestreckt: Gerade noch einen langen Spaziergang genossen, treten plötzlich heftige Kopf- und Gliederschmerzen – häufig gepaart mit Fieber – auf.

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Das sind die klassischen Symptome von Erkältung und Grippe

Genau hier wird es ein bisschen kniffelig und manchmal sind selbst erfahrene Ärzte nicht in der Lage, auf einen Blick zu unterscheiden, worum es sich handelt. Denn: Symptome wie Hustenreiz, Halsschmerzen und Gliederschmerzen können bei beiden Krankheitsbildern gleichermaßen auftreten. Auch eine leicht erhöhte Temperatur kann sowohl eine Erkältung als auch die Grippe mit sich bringen. Bei der Influenza allerdings kann es zu richtigem Fieber über 38,5 Grad kommen, dass sich oft über mehrere Tage hält und den Erkrankten sehr schwächt. Das wiederum kann Schüttelfrost und gar Halluzinationen nach sich ziehen. In diesen Fällen unbedingt zeitnah einen Arzt aufsuchen!

Die Unterschiede im Krankheitsverlauf

Bei einer Erkältung fühlt man sich zumeist nach zwei bis vier Tagen deutlich besser – spätestens nach sieben bis acht Tagen sind alle Symptome überwunden. Bei einer Grippe kann sich der Krankheitsverlauf deutlich länger hinziehen: Oft sind Erkrankte über viele Tage hinweg nicht in der Lage, das Bett zu verlassen. Eine komplette Genesung kann sich im schlimmsten Falle über mehrere Wochen hinwegziehen.

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Rezeptpflichtige Medikamente solltest du in beiden Fällen nie einnehmen, ohne deinen Arzt zu konsultieren. (Bild: Getty Images)

Viren-Erkrankungen: Welche Medikamente helfen?

Bei Erkältungen kannst du die Symptome lindern - mit allem, was dir guttut: ein heißes Eukalyptus-Bad, Nasenduschen, Tee oder Wadenwickel. Medikamente helfen bei Erkältungsviren nur bedingt, können bei starken Kopfschmerzen, dem Verdacht auf eine anfängliche Mandelentzündung (entzündungshemmendes Ibuprofen) oder bei starkem Husten und verstopften Nebenhöhlen (schleimlösende Medikamente wie beispielsweise ACC oder Sinupret) natürlich sinnvoll sein. Am wichtigsten ist es jedoch, deinen Körper nun mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung zu stärken und dich gesund zu schlafen.

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Anders verhält es sich bei der Grippe. Vor allem bei anhaltenden Fieberschüben solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, der dir fiebersenkende Medikamente verschreibt, die gleichzeitig gegen Schmerzen helfen.

In beiden Fällen: Finger weg von Antibiotika

Da sowohl Erkältungen als auch die Grippe immer von Viren ausgelöst werden, helfen Antibiotika bei beiden Krankheitsbildern nicht. Antibiotikatherapien können lediglich Bakterien, aber keine Viren bekämpfen.

Ausnahme: Die Superinfektion

Allerdings kann es passieren, dass Bakterien es ausnutzen, wenn dein Körper von Viren bereits geschwächt ist. Ärzte sprechen hier von einer Superinfektion. Typische Superinfektionen bei Erkältungen sind zum Beispiel Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs oder der Mandeln. Das Risiko einer Superinfektion ist bei einer Grippe höher als bei einer Erkältung, insbesondere bei älteren Menschen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Die Diagnose kann nur ein Arzt stellen, indem er beispielsweise einen Abstrich der Schleimhäute nimmt.

Grippe und Erkältung: Das solltest du bei beiden Krankheiten tun

  • ausreichend Flüssigkeit zu dir nehmen

  • dich ausgewogen und gesund ernähren (frisches Obst und Gemüse)

  • regelmäßig lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen

  • dich schonen und ausreichend schlafen

Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Wenn du an Fieber oder Schüttelfrost leidest, solltest du dich so schnell wie möglich an deinen Hausarzt wenden.