Ausgerechnet ein Milliardärs-Sohn als Ersatz für Hamilton?

Ralf Bach
·Lesedauer: 3 Min.

Auch vor einem siebenmaligen Champion macht das Corona-Virus nicht halt:

Nach einem positiven Test muss Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton den Großen Preis von Sakhir in Bahrai (ab 18.10 Uhr im Liveticker) am kommenden Wochenende abhaken.

Mercedes sucht für das vorletzte Saisonrennen jetzt einen Ersatzmann für den 35 Jahren alten Briten, der sich mit milden Symptomen herumplagt. Mick Schumacher ist als Ferrari-Junior kein Thema.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

SPORT1 nennt die infrage kommenden Kandidaten - und schätzt deren Chancen ein, tatsächlich für Hamilton ranzudürfen. (SERVICE: Fahrerwertung)

Lewis Hamilton hat Corona - Mercedes sucht Ersatz

GEORGE RUSSELL (22): Der Brite fährt zwar bei Williams, ist aber Mercedes-Junior. Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der gleichzeitig sein Manager ist, hält große Stücke auf ihn. Russell gilt auch deshalb als Hauptanwärter auf das Silberpfeil-Cockpit, wenn Hamilton seine Karriere beendet.

Mercedes wird jetzt versuchen, die Freigabe für den jungen Briten bei Williams zu bekommen. Die könnte allerdings teuer werden. Denn umsonst wird das englische Traditionsteam sein Juwel nicht ausleihen. Es sei denn, in Russells Vertrag gibt es eine Klausel die besagt, dass Williams ihn freigeben muss, wenn Mercedes ihn braucht.

Ein Einsatz Russells birgt allerdings auch eine Gefahr: Wenn der Engländer schneller ist als Valtteri Bottas, ergibt eine Weiterverpflichtung des Finnen eigentlich keinen Sinn mehr. Doch Bottas hat für 2021 bereits einen Vertrag. CHANCE: 50 Prozent

STOFFEL VANDOORNE (28): Der belgische Ex-Formel-1-Pilot (McLaren) fährt im Mercedes-Werksteam in der Formel E und ist offizieller Ersatzfahrer bei Mercedes. Vandoorne testet gerade mit der Formel E in Valencia, fliegt dann sofort nach Bahrain.

Das war aber schon vor Hamiltons positivem Test so geplant. Vandoorne kommt nur zum Einsatz, wenn Russel keine Freigabe bekommt oder Wolff sich aus team-strategischen Gründen gegen ihn entscheidet. CHANCE: 30 Prozent (SERVICE: Rennkalender)

NICO HÜLKENBERG (33): Der Deutsche steht bereit. Schon dreimal sprang er in dieser Saison erfolgreich für krank gewordene Kollegen ein. Dreimal bei Mercedes-Partner-Team Racing Point, zweimal für Sergio Perez, einmal für Lance Stroll.

Der Emmericher überzeugte, holte sogar zehn WM-Punkte. 2021 ist er einer der Kandidaten bei Red Bull als Teamkollege von Max Verstappen. Für Hülkenberg spricht: Er ist erfahren, extrem schnell und zuverlässig. Ein Deutscher im Silberpfeil könnte zudem ein positives Signal für die Mitarbeiter in Stuttgart sein.

Das Problem: Seine breiten Hüften. Das Cockpit des Mercedes gilt als extrem eng. Möglich, dass der 1,84 Meter große Hülkenberg da gar nicht reinpasst — zumindest nicht so komfortabel, dass er ein 300-Kilometer-Rennen absolvieren kann.

Fest steht: Der Deutsche würde für die Chance auf Mercedes sogar auf seinen Urlaub in der Karibik verzichten, den er eigentlich am heutigen Dienstag antreten wollte. CHANCE: 10 Prozent

LANCE STROLL (22): Der Kanadier ist zwar Stammpilot beim Mercedes-Partnerteam Racing Point. Aber gleichzeitig sind auch Strolls milliardenschwerer Vater Lawrence, dem Racing Point gehört, und Mercedes-Teamchef Toto Wolff Geschäftspartner und eng befreundet.

Es ist deshalb nicht unmöglich, dass Stroll junior die einmalige Chance bekommt, sich im besten Formel-1-Auto zu beweisen. CHANCE: 5 Prozent

ESTEBAN OCON ( 24): Der Franzose fährt zwar bei Renault, ist aber von Mercedes nur ausgeliehen. Ocon gilt als schnell, ist wie Russell ein Wolff-Zögling. Dagegen spricht: Renault wird ihn kaum freigeben, da die Franzosen jeden Punkt brauchen, um Dritter in der Konstrukteurswertung zu werden. Chance: 4 Prozent

ESTEBAN GUTIÉRREZ (29): Der ehemalige F1-Pilot aus Mexiko (Sauber, Haas) ist Entwicklungspilot bei Mercedes. Seine Chancen sind aber sehr gering. Da müssten sich schon alle anderen Optionen, die Mercedes hat, plötzlich in Luft auflösen. CHANCE: 1 Prozent