Erste gleichgeschlechtliche Ehe im britischen Königshaus: Lord Mountbatton heiratet

Der Cousin der Queen, Lord Ivar Mountbatten, wird im Sommer seinem Lebensgefährten das Jawort geben. Dabei hat er die volle Unterstützung seiner Familie.


„Zukünftige und frühere Ehepartner. Meine Töchter haben entschieden, dass es nur richtig sei, dass ihre Mutter mich zum Altar führt und mich meinem Bräutigam übergibt. Hoffentlich sagt er nicht im letzten Moment Nein.“

Im Sommer wird die erste Hochzeit zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern aus der erweiterten königlichen Familie Großbritanniens stattfinden. Lord Ivar ist der Cousin von Queen Elizabeth und bald der Ehemann von James Coyle, den er im März 2015 im Skiurlaub in der Schweiz kennen und lieben lernte.

Für Lord Ivar ist es nicht die erste Ehe: Vor sechzehn Jahren gab er seiner damaligen Partnerin das Jawort und gründete mit ihr eine Familie, aus der drei Töchter hervorgingen. Vor acht Jahren wurde die Ehe mit Lady Penny Mountbatten geschieden. Sie unterstützt seine Entscheidung nun aber voll und ganz.

Lord Ivar Mountbatten (ganz links) neben der königlichen Familie beim jährlichen „Trooping the Color“ anlässlich des Geburtstags der Queen. (Bild: Alan Davidson/Silverhub/REX/Shutterstock)

„Seit seinem Coming-out ist er eine vollkommen andere Person“, sagte sie gegenüber der „DailyMail“ über ihren Ex-Mann, über dessen Bisexualität sie Bescheid wusste, noch bevor er um ihre Hand angehalten hatte. Dementsprechend leicht fällt es ihr nun, sich mit ihm zu freuen. „Alle sind sich einig, dass sie ihn nie glücklicher erlebt haben als jetzt.“

Ivar ist eng mit Prinz Edward befreundet und der Taufpate von dessen ältestem Kind. „Sophie und Edward wissen Bescheid und freuen sich für uns“, so Ivar zur „DailyMail“. „Leider können sie nicht zur Hochzeit kommen. Ihre Terminkalender sind immer Monate im Voraus voll und sie sind zu dem Zeitpunkt nicht da, aber sie vergöttern James. Alle vergöttern James.“

Es sei Ivars Vorschlag gewesen, zu heiraten: „Ich wollte es wirklich für James. Er war noch nie verheiratet“, sagte er. „James hatte nicht dieselbe Art von stabilem Leben, das ich habe.“ Das wolle er ihm nun geben.

Lord Ivar und Lady Penny Mountbatten mit den gemeinsamen Töchtern auf einer Aufnahme aus 2005. (Bild: ddp images/CAMERA PRESS/Mark Stewart)

Die Töchter von Lord Ivar seien die treibende Kraft hinter der Entscheidung zur Hochzeit gewesen. Sie waren es, die schon bald fragten: „Und, werdet ihr heiraten?“ Ivars älteste Tochter Ella habe auf die Ankündigung der Hochzeit bloß gesagt: „Ach Papa, es ist keine große Sache. Heutzutage ist das so normal.“ Auch, dass Ex-Frau Penny es sein soll, die Lord Ivar zum Altar führen wird, war die Idee der Töchter.

Mit dem neuen Partner ihres Ex-Mannes sei die Chemie einfach von Anfang an gut gewesen, sagte Penny Mountbatten gegenüber der „DailyMail“. Auch das übrige Umfeld von Lord Ivar sei begeistert über den Neuzugang zur Familie: „Im Wesentlichen habe ich es allen so erzählt: ‚Ich habe jemanden gefunden – und es ist ein Kerl.‘ Sie haben einfach gelacht.“ Ein Freund von Ivar habe ihm nach dem ersten Aufeinandertreffen mit James sogar gesagt: „Wenn ich schwul wäre, wäre er auch mein Typ.“


„Ein Foto von James und mir für den „Homes“-Teil der heutigen „Sunday Times“. Ich finde, der Hund Rosie hat uns die Show gestohlen.“

Heute sagt Ivar, dass er schon als Kind über seine Sexualität Bescheid wusste, aber das notwendige Gespräch damals mit seiner Familie nicht hätte führen können. „In 15, 20 Jahren werden die Menschen Schwierigkeiten haben, zu verstehen, warum solche Gespräche überhaupt notwendig waren. Sie werden zurückblicken und sagen ‚Was ist schon dabei?‘ Aber für unsere Generation war das eine große Sache.“