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ESC-Hoffnung Lord Of The Lost: Sänger Chris Harms lässt sich nicht von Frauke Petry ärgern

In den letzten Jahren hatte es beim Eurovision Song Contest allzu oft "Germany: nil points" geheißen. Das soll sich in diesem Jahr endlich ändern, und mit 'Blood & Glitter' von Lord Of The Lost hat Deutschland auf jeden Fall schon mal eine ganz neue Richtung eingeschlagen. Bringen die Metal-Recken aus Hamburg endlich wieder den Erfolg nach Deutschland?

"Das kann Fluch oder Segen sein"

"Wir sind nicht die beste Band der Welt (die gibt es ja schon), aber wir sind die Band mit den besten Fans der Welt: EUCH!" schrieben Lord Of The Lost nach dem Sieg im Vorentscheid auf Instagram. Ob es der Rest von Europa auch so sieht? "Rein statistisch gesehen wäre alles, was besser ist als ein vorletzter Platz, ja bereits ein Erfolg", bemerkte Sänger Chris Harms (43) im Gespräch mit t-online recht realistisch. Schon den Gewinn des Vorentscheids empfindet er als kleines Wunder, doch wie die Band auf der großen internationalen Bühne ankommt, kann natürlich auch er nicht absehen: "Wir sind beim ESC dieses Jahr eine eher exotische Ausnahme-Erscheinung, neben einigen wenigen anderen. Das kann Fluch oder Segen sein." Das Wichtigste sei jedoch, authentisch und mit Spaß bei der Sache rüberzukommen.

Chris Harms von Lord Of The Lost bleibt gelassen

Doch nicht alle waren begeistert davon, beim diesjährigen ESC in Liverpool Lord Of The Lost ins Rennen zu schicken. Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry schimpfte auf Twitter, dass "normale" Deutsche sich sicher nicht "von pinken Herren" vertreten lassen wollen. "Pinke Herren lassen sich nicht von braunen Frauen ärgern", sah Chris Harms den Angriff gelassen. "Und ihren stummen Schrei nach Liebe hat sie dann ja auch wieder selbst gelöscht. Wenn sie auf diese Weise gern Werbung für uns machen möchte, ist das kein Problem für uns. Andere müssen für so viel Reichweite sehr viel Geld bezahlen." Was Frauke Petry auch übersehen hatte: Die Band verdankte ihren Sieg im Vorentscheid vor allem dem Publikumsvotum. So ganz abgeneigt von den “pinken Herren” wird Deutschland also nicht sein. Hoffen wir, dass am 13. Mai auch der Rest Europas mit Lord Of The Lost rockt.

Bild: picture alliance / SVEN SIMON | Julian Meusel / SVEN SIMON