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Eva Longoria beklagt Doppelmoral: Hollywood ist "weit entfernt von Gleichstellung"

Es sei "eine Illusion, dass Hollywood fortschrittlich ist", kritisiert Eva Longoria. (Bild: 2023 Getty Images for Air Mail / Victor Boyko / Warner Brothers Discovery)
Es sei "eine Illusion, dass Hollywood fortschrittlich ist", kritisiert Eva Longoria. (Bild: 2023 Getty Images for Air Mail / Victor Boyko / Warner Brothers Discovery)

Weißen Männern wird in Hollywood trotz eines millionenschweren Misserfolgs immer wieder eine Chance gegeben, während Frauen kaum Spielraum für Fehler haben. Das zumindest behauptet Eva Longoria, die nun in einem Interview bemängelte, als Regisseurin "doppelt so hart, doppelt so schnell, doppelt so billig" arbeiten zu müssen.

Eva Longoria hat genug von den Doppelstandards in der Filmbranche. Es sei "eine Illusion, dass Hollywood fortschrittlich ist", erklärte der "Desperate Housewives"-Star im Rahmen des Film-Festivals in Cannes. Während einer Podiumsdiskussion über Frauen im Film erklärte Longoria, dass sie "die Last jeder weiblichen Regisseurin" spüre.

Auch bei ihrer Regiearbeit "Flamin' Hot" sei diese Ungleichheit deutlich geworden: "Mein Film war keineswegs billig - er kostete zwar keine 100 Millionen Dollar, aber auch keine zwei Millionen Dollar. Wann war der letzte Studiofilm unter der Regie einer Latina? Das ist etwa 20 Jahre her." Sollte der Film sich als Flop entpuppen, "dann sagen die Leute: 'Oh, Latino-Geschichten funktionieren nicht, weibliche Regisseure haben es nicht drauf'. Wir bekommen nicht viele Chancen", erklärte Longoria. "Ein weißer Mann kann bei einem 200-Millionen-Dollar-Film Regie führen, scheitern und einfach einen weiteren Film drehen. Das ist das Problem."

"Doppelt so hart, doppelt so schnell, doppelt so billig"

Hollywood sei noch immer "weit entfernt von Gleichstellung", monierte Longoria. Während der Arbeit an "Flamin' Hot" habe die 48-Jährige das Gefühl gehabt, "doppelt so hart, doppelt so schnell, doppelt so billig" arbeiten zu müssen. Davon aufhalten lassen habe sich Longoria jedoch nicht: "Es hat mich beflügelt. Ich war sehr zielstrebig."

"Flamin' Hot" ist nach mehreren Serienepisoden (darunter "Black-ish" und "Jane the Virgin") die erste große Regiearbeit der mexikanisch-amerikanischen Schauspielerin. Der Film handelt von Richard Montanez (Jesse Garcia), einem Hausmeister, der mit seiner Idee zu den Käse-Chips "Flamin' Hot Cheetos" einen Mega-Erfolg landet. Hierzulande ist die Tragikomödie nach einer wahren Geschichte ab 9. Juni bei Disney+ abrufbar.