Ehemaliger Einbrecher hat überraschende Sicherheitstipps auf Lager

Gegen ein Stemmeisen helfen die wenigsten Schlösser. (Symbolbild: Getty Images)

Gerade während der Sommerferien haben Einbrecher Hochkonjunktur. Ein Experte erklärt, worauf man achten sollte, um Einbrüche zu verhindern.

Es ist eine ärgerliche und oft auch bedrohliche Situation, wenn in die eigene Wohnung eingebrochen wird. Mancher schützt sich per vergittertem Fenster und Security-Kameras, andere lassen immer das Licht brennen, wenn sie nachts nicht zuhause sind. Ein ehemaliger Einbrecher hat jetzt in einem Fernsehinterview erzählt, wie man sich wirklich am besten gegen einen Einbruch schützen kann.

Wenn sich jemand gut auskennt beim Thema Einbruch, dann dürfte es wohl der Brite Michael Fraser sein. Der Sicherheitsexperte hat nämlich eine eigene Karriere als jugendlicher Türknacker hingelegt, wäre sogar fast im Knast gelandet, bevor er doch noch vom schiefen Weg abkam und mittlerweile Hausbesitzer in Sachen Security berät. Er ist in England besonders bekannt geworden durch seine BBC-Fernsehsendung “Beat the Burglar” (“Schlag den Einbrecher”), dazu arbeitet er als Motivationscoach. Auch ein Buch über Einbruchsicherheit hat er bereits geschrieben.

Kalender als Risiko

In der englischen TV-Sendung “This Morning” gab Fraser kürzlich ein paar Tipps, wie man sein Haus oder seine Wohnung noch sicherer machen kann. Einiges, was er in der Morgenshow erzählte, entspricht vermutlich dem, was die meisten ohnehin als Einbruchschutzmaßnahmen vornehmen. Anderes aber war überraschend.

Zum Beispiel wies Fraser darauf hin, dass man sich darüber bewusst sein sollte, was von außen im Sichtfeld eines Eindringlings liegt. Dazu gehören nicht nur Schmuck und Wertsachen, sondern auch Kalender. “Hängen Sie nicht Ihren Kalender mit Urlaubsdaten in die Nähe eines Fensters”, sagte er in der Sendung. “Sie (die Einbrecher) werden zurück kommen, wenn sie wissen, das keiner zuhause ist.” Wichtig sei auch, beide Schlösser stets abzuschließen, soweit vorhanden. “Als Einbrecher kann ich einfach mit dem Fuß gegen die Tür drücken und so sehen, ob beide Schlösser zu sind”, teilte Fraser aus seinem Erfahrungsschatz.

Ex-Einbrecher Michael Fraser ist heute Sicherheitsexperte im englischen Fernsehen. (Screenshot /itv)

Ein anderer Klassiker der Einbrecherabwehr seien hingegen so gut wie nutzlos. Ein Hundewarnschild zum Beispiel hält Fraser für Quatsch: “Wenn ein Hund sich im Haus frei bewegen kann, kann ein Einbrecher das auch.” Der Experte rät Hausbesitzern dazu, so viele Sicherheitsmaßnahmen wie möglich zu treffen. Besonders eine Türklingel mit Kamera sei wichtig, um kontrollieren zu können, wer ins Haus möchte.

“Das Problem ist, dass opportunistische Täter immer nach einem Haus gucken, das absolut keine Security hat”, weiß Fraser. “Je mehr Sie an Ihrem Haus dagegen machen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie weitergehen und nach einem anderen Haus zum Einbrechen suchen.” Wichtig sei, die Schwachstellen seines Grundstückes zu erkennen. Auch solle man darauf achten, keine Gartengeräte herumliegen zu lassen, die dann möglicherweise zum Einbruch benutzt werden könnten.

In Deutschland sind die Einbruchzahlen im vergangenen Jahr noch einmal gesunken, in der Kriminalstatistik wurden 97.504 Einbrüche verzeichnet. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft verursacht ein Einbruch im Durchschnitt einen Schaden von knapp unter 3000 Euro.