Experten warnen: Darum dürfen Babys keinen Honig essen

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Honig kann zur tödlichen Gefahr für Babys werden. (Symbolbild: Getty Images)

Im US-Bundesstaat Texas mussten vier Säuglinge im Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie Schnuller bekommen hatten, die mit Honig bestrichen waren. Experten warnen seit Jahren davor, Kleinkindern unter einem Jahr das süße Produkt essen zu lassen. Es kann lebensgefährlich sein!

Die amerikanische “Food and Drug Administration” rief Eltern nun erneut zur Vorsicht auf, nachdem vier Kinder im Zeitraum von August bis Oktober in Texas “für eine lebensrettende Behandlung” in die Klinik gebracht werden mussten. Die Babys hatten sich mit dem Bakterium Clostridium botulinum infiziert. Dieses kann in Honig enthalten sein und zu Vergiftungen führen.

Die Darmflora ist zu schwach

Oft wird Honig wegen der Süße oder seiner Konsistenz auf den Schnuller oder direkt auf die Brustwarze gegeben, um das Kind zu beruhigen oder das Stillen zu erleichtern. So können Säuglinge beispielsweise mit dem Bakterium in Kontakt kommen. Die Folge: Säuglingsbotulismus. Die Darmflora ist aber noch zu schwach, um die Erreger zu bekämpfen. “Darum haben Keime besonders leichtes Spiel, wenn sie in den Säuglingsdarm gelangen”, erklärt Silke Willms, Ernährungswissenschaftlerin der DAK-Gesundheit auf der Website der Krankenkasse. Im ersten Lebensjahr sollte Honig für Kinder deshalb tabu sein.

Nur Kinder, die älter als ein Jahr alt sind, sollten Honig essen. (Symbolbild: Getty Images)

Die Symptome

Die Krankheit ist laut Willms für Eltern schwer zu erkennen. Zwischen der Infektion und den ersten Symptomen können manchmal Wochen vergehen. “Die Vergiftung führt zu einem Darmstillstand, kann jedoch auch eine Schlucklähmung oder Lähmungen der Augen, Arme, Beine oder der Atemmuskulatur verursachen”, erläutert die Expertin. Auch eine ausbleibende Mimik oder eine Halteschwäche des Kopfes aufgrund einer gelähmten Nackenmuskulatur sei möglich. Im schlimmsten Fall könne das Baby sterben. Bleibende Schäden seien laut Willms allerdings unwahrscheinlich.

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Alternativen zum Honig

Um Babybrei und andere Speisen für den Säugling zu süßen, sollten Eltern im ersten Lebensjahr zu pürierten Früchten, zerdrückten Bananen oder Trockenfrüchten greifen. Erreger können allerdings auch über andere Lebensmittel aufgenommen werden, etwa bei selbst eingelegtem Gemüse oder Obst sowie Konserven. Zuverlässig im Schutz vor Erregern ist hier das Erhitzen. Die Sporen des Bakteriums können bei Temperaturen über 100 Grad abgetötet werden. Bei Fertigprodukten wie Breipulver oder Saft bestehe laut Willms auch aus diesem Grund keine Gefahr: “Bei der Herstellung wurde das Produkt stark erhitzt, sodass mögliche Bakterien direkt abgetötet wurden.”