Mehr Geld für gefährliche Arbeit: In diesen Jobs erhält man die Gefahrenzulage

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Tätigkeiten, die unter besonders schweren oder gefährlichen Bedingungen stattfinden, werden über das Grundgehalt hinaus vergütet. Auch Arbeitnehmer, die einer gefährlichen Arbeit nachgehen, bekommen eine Zulage. Wir erklären, wer sie bekommt und wie hoch sie ausfällt.

Manche Berufe sind gefährlicher als andere. (Bild: Getty Images)

Sind Arbeitnehmer in erhöhtem Ausmaß Schmutz, Staub oder sonstigen verunreinigenden Einflüssen ausgesetzt, haben sie Anspruch auf eine Schmutzzulage. Stellt die Tätigkeit eine besondere Belastung dar, ist sie also besonders schwer, winkt die Möglichkeit einer Erschwerniszulage. Manche Berufe sind mehr als schmutzig und schwer, sie können sogar negative Auswirkungen haben auf die Gesundheit, mitunter sogar lebensgefährlich sein. Dies wird mit einer Gefahrenzulage vergolten.

Unterschied zu Zuschlägen und Prämien

Bei Zulagen handelt es sich um Zahlungen, die der Arbeitnehmer über den Tariflohn hinaus für besondere Leistungen bzw. für Tätigkeiten bezieht, die unter besonderen Bedingungen stattfinden. Im Unterschied zu den steuer- und beitragsfreien Zuschlägen sind Zulagen immer und ohne Ausnahme steuer- und beitragspflichtig. Anders als bei den einmal ausgezahlten Prämien werden die Zulagen regelmäßig, das heißt über einen größeren Zeitraum vergütet. Ferner ist zu unterscheiden zwischen benannten und nicht benannten Zulagen. Erstere heißen deshalb so, weil sie im Arbeitsvertrag "benannt" werden, unbenannte Zulagen finden in der schriftlichen Arbeitsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und -nehmer keine Erwähnung.

Soldatinnen und Soldaten verdienen auch eine Gefahrenzulage. (Bild: Getty Images)

Was ist eine Gefahrenzulage?

Diese erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für Tätigkeiten, die unter gesundheitsgefährdenden bis hin zu lebensgefährlichen Bedingungen stattfinden. Sie werden zusätzlich zum vereinbarten Grundlohn vergütet. Es handelt sich um Bruttobeträge, sie sind also steuer- und beitragspflichtig. Die Gefahrenzulage wird für gewöhnlich über einen längeren Zeitraum als regelmäßiges Arbeitsentgelt ausgezahlt. Sie erfolgt also mit der Lohnabrechnung.

Berufe mit Gefahrenzulagen

Bei Büroarbeit ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Leben und Gesundheit der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers gefährdet werden. Die Möglichkeit einer Sehkraftbeeinträchtigung durch stundenlanges Schauen auf den Monitor oder eines Herunterfallens vom Stuhl, weil die oder der Beschäftigte aus welchen Gründen auch immer eingenickt war, dürften im Arbeitsvertrag kaum Erwähnung finden. Wirklich gefährliche Berufe findet man jenseits des Schreibtisches. Gefahrenzulagen erhalten eher Soldatinnen und Soldaten, ferner Feuerwehrleute, Polizeibeamte oder Beschäftigte von internationalen Hilfsorganisationen, die in Krisenregionen tätig sind. Aber auch Arbeiterinnen und Arbeiter, die mit schädlichen Chemikalien zu tun haben, werden mit Grundlohn ergänzenden Zulagen vergütet.

Schwerstarbeit oder Übernahme zusätzlicher Verantwortung? (Bild: Getty Images)

Wie hoch ist die Gefahrenzulage?

Die Höhe der Gefahrenzulage hängt von Art und Ausmaß der "gefährlichen" Arbeit ab. Je ungünstiger, erschwerender oder eben gefährlicher die Tätigkeit ist, umso höher fällt die Extrazahlung aus. Mitunter kommt eine Staffelung der Gefahrenzulage sogar innerhalb eines Berufsfeldes vor. Soldatinnen und Soldaten zum Beispiel, die sich im Kriegseinsatz befinden, werden mit einer höheren Zulage vergütet als ihre Kolleginnen und Kolleginnen, die etwa humanitäre Hilfe leisten. Entscheidend ist, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Der bildet die Rechtsgrundlage für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Definitions- und Auslegungsproblem

Zulagen gibt es wie Sand am Meer, was die Vielfalt der Arbeitswelt aber auch der jeweiligen Sonderbedingungen widerspiegelt. Es verdeutlicht zugleich die Schwierigkeit, die einzelnen Zulagen voneinander abzugrenzen. Die Zulage für erschwerende bzw. gefährliche Arbeitsbedingungen verdeutlicht das Definitionsproblem in besonderem Maße. Wo hier zwischen Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen unterschieden wird, wird dort so manche "besondere Bedingung" unter dem Begriff Erschwerniszulage zusammengefasst. Hinzu kommt das Problem der Auslegung. Was einer als besonders erschwerende Tätigkeit betrachten mag, interpretiert ein anderer als Übernahme einer zusätzlichen Verantwortung. In dem Fall prallen also Erschwerniszulage und Funktionszulage aufeinander. Fazit: Selbst Gesetze kann man schwer in Steine meißeln.