FaceApp: Lustige Spielerei mit hohem Preis

teleschau
Um das Bildmanipulationsprogramm FaceApp ist ein Riesen-Hype entbrannt. Mithilfe künstlicher Intelligenz manipuliert die App Gesichter. Den Spaß sollte man sich allerdings zweimal überlegen.

Um das Bildmanipulationsprogramm FaceApp ist ein Riesen-Hype entbrannt. Mithilfe künstlicher Intelligenz manipuliert die App Gesichter. Den Spaß sollte man sich allerdings zweimal überlegen.

Rapper Drake, Komiker Kevin Hart oder der Musiker Sam Smith: Vorangetrieben von zahlreichen Prominenten ist um FaceApp ein riesiger Hype entbrannt. Die App ist nicht neu in den Stores. Bereits Anfang 2017 war sie für iOS und Android verfügbar. In den letzten Wochen hat FaceApp jedoch die Charts regelrecht gestürmt. Die Software verändert mithilfe von künstlicher Intelligenz etwa Alter, Geschlecht oder einfach nur die Mimik von Gesichtern - und das eben ziemlich gut. Wird keine übertriebene Bearbeitung wie etwa ein um 30 Jahre höheres Alter vorgenommen, ist kaum zu erkennen, dass das Gesicht manipuliert wurde.

Der ganze Spaß hat jedoch einen Preis: FaceApp wurde vom russischen Unternehmen Wireless Lab entwickelt, über die Firma ist wenig bekannt. Werden Bilder manipuliert, stimmen die Nutzer automatisch der Datenschutzerklärung und den AGB zu, die den Betreibern alle möglichen Rechte gewähren. So erfährt man etwa nicht, dass die Bilder nicht lokal, sondern auf Servern bearbeitet und dort gespeichert werden. Inzwischen teilte Wireless Lab mit, dass es sich dabei um Server von Amazon und Google handelt. Dass die App auch sonst alle möglichen Daten sammelt, versteht sich dabei fast schon von selbst. Diese können an Drittanbieter weitergegeben werden, zudem behält sich das Unternehmen vor, das Bildmaterial für kommerzielle Zwecke zu nutzen. Für US-Senator und Top-Demokrat Chuck Schumer reicht das offenbar. Er wandte sich an das FBI mit der Sorge, FaceApp könne die nationale Sicherheit sowie die Privatsphäre von Millionen US-Bürgern gefährden.