Faire Daunenjacken: Auf diese Siegel sollte man achten und vegane Alternativen

Vanessa Peschla
Lifestyle Editor

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Daunen bewähren sich seit Jahrhunderten als Naturmaterial gegen Kälte. Doch mit dem immer stärkerem Umweltbewusstsein stellt sich bei Vielen die Frage, woher die Federn in den Jacken denn kommen. Wir erklären alle wichtigen Daunen-Siegel und stellen vegane Alternativen vor, die genauso wärmen wie echte Federn.

Daune ist immer noch eine beliebte Füllung für Winterjacken - obwohl es reichlich vegane Alternativen gibt. (Bild: Getty Images)

Seit vielen Jahren werden Bettdecken und Kleidungsstücke mit Daunen (das sind die kleinen Federn des Unterkleides der Vögel) befüllt, um vor Kälte zu schützen. Schließlich wärmen sie ja auch ihre ursprünglichen Träger, die Vögel. Doch immer mehr Käufern wird bewusst, dass das Erlanger der Federn mit viel Tierleid verbunden ist.

Lebendrupf ist Tierquälerei und in der EU verboten

Die Gänse, von denen die Daunenfedern “abgeerntet” werden, können nämlich lebendig gerupft werden. Sind die Daunen nachgewachsen, kann erneut Material gewonnen werden - und das bis zu sechs Mal. Das war viele Jahre lang Standard. Jahre lang protestierten Tierschützer und wiesen darauf hin, dass der sogenannte Lebendrupf nicht nur sehr schmerzhaft für die Gänse oder Enten sei, sondern es auch zu schweren Verletzungen wie Knochenbrüche kommen könne.

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Deswegen wurde diese Tierquälerei in der EU verboten - theoretisch zumindest. Die Tierschutzorganisation PETA geht davon aus, dass sie in Polen, Ungarn und Frankreich immer noch praktiziert wird. Nicht in der EU verboten ist außerdem der Lebendrupf während der Mauser, der Zeit, in der die Tiere natürlicherweise ihr Gefieder wechseln. Diese Vorgehensweise nennt man Raufen - ein ebenfalls schmerzhaftes Unterfangen für die Tiere.

Faire Daunen: Was ist das?

Jacken aus fair gewonnenen Daunen gewinnen die Federn vom toten Tier oder recycelten Daunen. Es gibt Siegel, die garantieren sollen, dass die Jackenfüllung durch Todrupf gewonnen wurde und außerdem eine Herstellung ohne Tierquälerei versprechen. Die zwei wichtigsten sind das TDS und RDS Siegel.

Global TDS: Global Traceable Down Standard

TDS (Bild: NSF)

Dieses Siegel ist laut Deutschen Tierschutzbund der höchste Standard in der Daunenindustrie. Er garantiert, dass die für die Daunen weder durch Lebendrupf oder Rauf gewonnen wurden. Außerdem stammt das Tier nicht aus dem Stopfmast und auch die Eltern der Tiere wurden nicht lebend gerupft. Zum höchsten Standard wird TDS durch die zuverlässige Kontrolle der Farmen und Produktionsstätten.

RDS: Responsible Down Standard

Bei diesem Siegel ist die gesamte Lieferkette vor Tierquälerei geschützt (Bild: The North Face)

Dieses Siegel verspricht, dass die verwendeten Tiere und deren Eltern auch beim Daunenlieferanten weder lebendig gerupft noch zwangsgefüttert werden dürfen. Denn vor allem der tierquälerische Stopfmast ist bei den Lieferanten oft noch Standard. Kontrollen in diesen Farmen sei zwar nicht einfach oder verlässlich, aber der Deutsche Tierschutz weist darauf hin, dass sie deswegen umso wichtiger sind. Das Siegel wurde 2013 2013 von der Outdoor-Marke The North Face ins Leben gerufen, die sich seither stark für faire Daunen einsetzt.

Ist keines der beiden Siegel bei einer Daunenjacke zu entdecken, ist davon auszugehen, dass die Federn durch Lebendrupf gewonnen wurden.

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Recycelte und upcycelte Daune

Viele Labels arbeiten seit kurzem auch mit recycelten Daunen. Das bedeutet, dass die Daunen aus alten Jacken erneut verwendet werden. Hierbei kann aber nicht garantiert werden, dass die Daunen nicht ursprünglich durch Lebendrupf gewonnen wurden. Außerdem gibt es hierfür noch keine Siegel, es steht lediglich in der Materialbeschreibung auf dem Schild in der Kleidung.

Gibt es vegane Alternativen?

Möchte man komplett auf Tierprodukte verzichten, gibt es viele Möglichkeiten auf dem Markt, dennoch eine warme Winterjacke zu besitzen. Die Alternativen reichen von klassischen Füllungen wie Polyester und Baumwolle über innovative Materialien wie Tencyl und Kapok bis hin zu außergewöhnlichen Fasern wie Bambus, Hanf und Mais.