Kann Fake Fur nachhaltig sein? Das sagen & tragen die Gäste des Green Showrooms

Isabelle Rogge

Wenn es momentan ein kontrovers diskutiertes Thema in der Modeindustrie gibt, dann ist es sicher das um Pelz, Leder und Kunstfell. Zwar wollen in Deutschland immer weniger Menschen Echtpelz tragen, trotzdem schafft die Pelzindustrie immer wieder Möglichkeiten sich auch in der Masse zu etablieren. Ich selbst besitze einige Second Hand-Lederjacken und würde mir eine Fake Fur-Jacke zulegen, wenn sie nachhaltig produziert ist oder eben Second Hand.

Und wie sehen das andere Menschen aus der nachhaltigen Modeszene? Um das herauszufinden, habe ich mich in dieser Woche auf den Weg zur Ethical Fashion Show im Kraftwerk in Mitte gemacht. Dank Schnee und Regen hält sich hier leider niemand mit seinen Jacken draußen auf, also erstmal rein und schauen, was die Labels für den nächsten Winter im Angebot haben. Bis auf die auffälligen Kunstfellteile von NIX und vereinzelten Teddystoffen finde ich hier aber eher wenig.

Warum ist das so? Designerin Jula von JAN ‘N JUNE ist der Meinung, dass die richtige Alternativfaser noch gar nicht erfunden wurde und es dafür langsam Zeit wird. Und wie sehen das die Fair Fashion Influencer? Dafür schaue ich mal wieder beim FashionChangers X prePEEK Event vorbei. Hier tummeln sich die Blogger, Influencer und Journalisten schon zum zweiten Mal, um die Street Styles von morgen auszuprobieren. Mehr gibt's in unserer Slideshow!

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YouTuberin und Bloggerin Mia von heylilahey findet: „Natürlich bin ich ganz klar gegen Echtpelz und begrüße deshalb alle Cruelty-Free-Alternativen. Aber ich persönlich mag es nicht, wenn Fake Fur zu echt aussieht, da es ja womöglich auch wieder dazu beiträgt, den Look an sich und somit Echtpelz trendy zu machen.”

Kimono: NIX

T-Shirt: Fashion Changer X Myrka Studios

Ohrringe: Fremdformat

Foto: Jana Braumüller

Julia vom Nicetohave Mag, die auch den Instagramkanal fairfashionOOTD betreibt, sagt: „Wir sind ein nachhaltiger Lifestyleblog und räumen gerne veganer Mode Raum ein. Ich selbst lebe nicht vegan, weshalb das Thema Leder für mich nicht so problematisch ist, echtes Fell natürlich schon. Wenn Fake-Fur nachhaltig produziert wird, finde ich, ist es eine gute Alternative.“

Jacke: LangerChen

Bluse: Hempage

Tasche: Marita Moreno

Foto: Lydia Hersberger

Franzi (links) unpetitsourireslowsdown: „Ich glaube, ich bin eine sehr kritische Konsumentin. Ich finde die Teddyjacke von myrka studios unglaublich schön. Ich weiß aber nicht, ob ich sie mir kaufen würden, da sie – auch wenn es Restpostenmaterial ist – aus Polyester ist und damit sind wir beim Mikroplastikproblem. Aber sie zeigt, dass fair auch trendy geht. Denn stilmäßig könnte sie auch bei Zara hängen.”

Sylvie von miss-interpreted meint: „Ich trage gar keinen Kunstpelz, weil ich es ganz schwierig finde, zu erkennen, welche Sachen gut produziert sind und welche nicht. Ich muss es ja nicht tragen und bin da eher vorsichtig. Ich brauche auch keine recycelte Lederjacke, auch wenn es da total gute Labels gibt.”

Franzi (links) trägt:

Jacke: Myrka Studios

Shirt: Maria Seifert

Hose: NIX

Sylvie (rechts) trägt:

T-Shirt: Éthical by DariaDaria

Mantel: lana

Foto: Lydia Hersberger

Jess (links) aka jess_the_liveliest hat eine Vorliebe für Dinge mit Ecken und Kanten, die sie seit kurzem in ihrem gleichnamigen Onlineshop betreibt. Für Webpelze allerdings nicht: „Ich trage weder echte noch Kunstfelle. Ich glaube, es gibt mittlerweile so viele Alternativen zu Fell. Es gibt coole Parka und ganze viele andere warme Mäntel. Ich weiß nicht, ob es das überhaupt noch braucht. Teddystoffe sind für mich nochmal etwas anderes, da sie keinen Pelz imitieren.”

T-Shirt: Mit Ecken und Kanten

Foto: Lydia Hersberger

Wiebke von Sloris sieht das ähnlich: „Ich trage auch kein Fake Fur, Teddystoffe hingegen mag ich sehr gern.”

Kleid: Maria Seifert

Jacke: Myrka Studios

Tasche: Alexandra Svendsen

Ohrringe: Fremdformat

Foto: Lydia Hersberger

Und auch die Fashion Changers (von rechts: Nina, Vreni und Jana) wissen, dass Kunstfell immer ein schwieriges Thema ist.

Jana: „Fake-Fur-Jacken sind gerade auf jeden Fall ein Ding und das ist auch bei unserem PrePEEK neu.”

Vreni: „Wobei es hier auf unserem Event eher vereinzelte Stücke sind und generell auf der Messe auch noch nicht so viel zu finden ist.”

Foto: Lydia Hersberger

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