Fake-Shops auf Instagram: SWR-Reportage warnt vor Betrug

·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Wie andere Social-Media-Plattformen auch finanziert sich Instagram mit Werbung, doch unter die gesponserten Beiträge auf der Foto- und Video-Plattform mischen sich vermehrt Fake-Shops. Der SWR machte den Test und warnte Instagram-User vor betrügerischen Angeboten.

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Experten raten, nur von Online-Shops zu kaufen, die man kennt und die seriös sind (Bild: Getty Images)

User bekommen die Werbeanzeigen in ihrem Stream angezeigt. Millionen Views können solche Anzeigen ansammeln. Sie locken mit edel aussehenden Produkten, leiten kaufinteressierte User dann aber auf betrügerische Fake-Shops weiter. 

Das SWR-Magazin "Marktcheck" testete mehrere solcher Anzeigen, deren Produkte attraktiv und die Preise günstig und doch realistisch wirkten. Eine Zusammenarbeit mit Paypal schafft zusätzliches Vertrauen. Das Ergebnis war jedes Mal das gleiche: Die geschickte Ware war Billig-Ramsch aus China, die in Funktion und teilweise auch in Optik wenig mit den beworbenen Produkten zu tun hatte. Statt eines praktischen und stabilen Laptop-Tischs wurden dünne, zusammensetzbare Press-Holzplatten geschickt, und eine angebliche Edelstahl-Feuerschale war in Wahrheit kaum mehr als ein Blecheimer. 

Das Geld bekommen die Käufer meist nicht wieder

Beschwerden blieben folgenlos, und auch der Paypal-Käuferschutz funktioniert nicht immer, wie der SWR feststellte. Der Bezahl-Anbieter riet, die Ware an den Verkäufer zurückzuschicken - bei Shops mit falschen Impressum und Sitz in Übersee oft ein Ding der Unmöglichkeit und bei dem teuren Porto-Preis ohnehin nicht lohnend. Auf den Kosten für den Ramsch bleiben Käufer also oft sitzen.  

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Sowohl von Instagram als auch von Paypal kam keine zufriedenstellende Reaktion auf die SWR-Anfrage. Von den gemeldeten Fake-Shops sperrte Instagram lediglich einen, und Paypal antwortete mit einer generischen Formulierung: "PayPal duldet keinen Missbrauch seiner Plattform für betrügerische Aktivitäten und geht Hinweisen auf Verstöße gegen die PayPal-Nutzungsrichtlinie nach." Auch von Instagram gab es nur Allgemeinplätze. 

Wie sich Kunden schützen können

Laut Experten wird das Problem der Fake-Shops im Internet und gerade auf Social-Media-Plattformen erst einmal bleiben. Der Trend gehe nach oben, wie Declan Hiscox von "Watchlist Internet" dem SWR sagte: "Das gleiche gilt für die Werbeschaltungen auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook für genau solche Angebote. Auch das wird immer mehr. Dementsprechend gibt es auch immer mehr Opfer dieser Masche."

Online eingekauft sollte Experten zufolge nur auf Seiten oder bei Shops, die man kennt und die seriös sind. Wer in seinem Instagram-Feed oder auf anderen Social-Media-Seiten Anzeigen erhält, sollte wie bei jedem Shop auf Warnsignale wie fehlendes Impressum, eine falsche oder Übersee-Adresse im Impressum oder negative Kommentare von anderen Käufern achten. 

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