FDP-Energiepolitiker fordert bald Konzept von Habeck zu Atomkraft

BERLIN (dpa-AFX) -Der FDP-Energiepolitiker Michael Kruse hat von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bis Ende September ein Konzept für den Weiterbetrieb der drei noch aktiven Kernkraftwerke verlangt. Der Sprecher für Energiepolitik der FDP-Bundestagsfraktion sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, die von Habeck vorgeschlagene Kaltreserve lasse sich technisch nicht realisieren, deswegen sollten die Kraftwerke weiter betrieben werden. Betriebsabläufe, Wartungsintervalle und technische Notwendigkeiten sollten erstmalig berücksichtigt werden.

"Ein Kernkraftgipfel würde bei dem offenkundig vorhandenen Kommunikationsdefizit zwischen Wirtschaftsministerium und Kraftwerksbetreibern Abhilfe schaffen und die notwendige Klarheit herbeiführen", so Kruse. "Eine unideologische und faktenbasierte Strategie für die temporäre Weiternutzung der Kernkraft bis 2024 bringt Versorgungssicherheit und senkt die Strompreise. Damit sich der Weiterbetrieb der Kraftwerke überhaupt noch realisieren lässt, muss dieses Konzept nun dringend ausgearbeitet und beschlossen werden."

Habeck hatte eine befristete AKW-Reserve vorgeschlagen. Zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland sollen bis Mitte April als Notreserve dienen. Dabei geht es um Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg. Eigentlich war vorgesehen, dass alle deutschen Atomkraftwerke zum Jahresende endgültig vom Netz gehen.