Fehler auf Ticket: Flugreise wird für Familie zum Alptraum

Eine Familie hat einen wahren Alptraum-Urlaub dokumentiert: Aufgrund einer Kette von Fehlern saßen sie mehrere Tage lang im Ausland fest.

Jacque Leal, ihr Ehemann Chad und ihr kleines Mädchen Lola wollten mit Qantas und deren Partnerfirma Latam von Sydney nach São Paulo fliegen. Aber die Reise wurde zu einem wahren Alptraum.

Frau Leal hatte die Flüge für die einmonatige Reise bereits im vergangenen Jahr gebucht. Nach ihrer Darstellung hatte dabei ein Quantas-Mitarbeiter einen Fehler gemacht, der zu einer unglaublichen Unterbrechung ihrer Reise führen sollte.

Während der Buchung sei das Online-System der Airline ausgefallen. Deshalb habe sie das Angebot eines Mitarbeiters im Chat-Assistenten angenommen, die Buchung für sie fertigzustellen.

Aber die Dinge nahmen eine unschöne Wendung: Der Angestellte räumte demnach ein, den Namen der Tochter falsch eingegeben zu haben. Statt des ausgeschriebenen Namens hatte er nur die Initialen angegeben.

Die sichtbar erschöpften Jacque Leal und Lola bei einem Airline-Schalter während ihrer Tortur. Quelle: Facebook/Jacque Leal

Leal behauptet, die Airline habe ihr nach stundenlangen Telefongesprächen mitgeteilt, dass das Problem behoben werde und ihre Reisepläne nicht beeinträchtigt würden. Davon konnte allerdings keine Rede sein.

In einem wütenden Facebook-Post beschrieb Frau Leal die Situation. Beim Check-in am Flughafen von Sydney erwischten sie gerade noch ihren Flug, weil die Airline-Mitarbeiter Probleme hatten, die verpfuschten Buchungsdetails zu durchschauen.

Sie schrieb, es habe zwei separate Reservierungen für ihre Tochter gegeben – dies war der Dreh- und Angelpunkt aller Probleme.

Letztendlich schafften sie es bis zu ihrer Zwischenlandung in Santiago, Chile. Aber dort stellten sie fest, dass man ihnen keine Tickets für den Weiterflug nach Brasilien ausgestellt hatte.

Glücklicherweise spricht Frau Leal fließend Spanisch, so dass sie sich verständigen konnte. Aber dies half nur wenig, um die Situation zu verbessern – zumal es ohnehin schon anstrengend ist, mit einem kleinen Kind zu reisen.

„Ich rannte nach einem 14-stündigen Flug mit einem Kleinkind in einem Kinderwagen und Gepäck durch die Gegend. Ich konnte mich nicht hinsetzen, ich konnte nicht aufs Klo, ich konnte nichts trinken oder mich ausruhen und ich konnte mich nicht richtig um mein Baby kümmern. Ich versuchte einfach nur sicherzustellen, dass wir den Flug zu unserem Reiseziel bekommen würden“, sagte Frau Leal über ihre Horror-Zwischenlandung in Chile.

Letztendlich wurde ihr mitgeteilt, dass sie auf einen Flug am nächsten Tag kämen und zur Übernachtung mit einem Bus zu einem Hotel fahren sollten.

Leider war das nicht das Ende der Probleme: Das Gepäck der Familie war nicht angekommen und ihr wurde mitgeteilt, dass sie zwei weitere Stunden warten und eine Ankunftsgebühr zahlen müssten.

Jacque Leal hatte keine andere Wahl: Sie musste Lola auf dem Boden des Flughafens füttern. Quelle: Facebook/Jacque Leal

„Es waren fast elf Stunden vergangen, seit unser erster Flug von Sydney in Santiago gelandet war. Uns wurden kein Wasser und kein Essen angeboten und unsere australischen Kreditkarten funktionierten in Chile nicht.“

„Ich habe noch nie ein Baby gesehen, das so erbärmlich aussah wie meine Tochter zu diesem Zeitpunkt. Sie war blass, sie konnte nicht mehr stehen und sie weinte in meinen Armen vor Schmerzen.“

Letztendlich schaffte es die Familie bis zum Hotel, wo sie aber ihre schmutzigen Sachen nicht wechseln und sich weder Essen, noch Trinken und noch nicht einmal Zahnpasta kaufen konnten, weil ihre australischen Kreditkarten in Chile nicht akzeptiert wurden.

Endlich in Brasilien – aber der Alptraum ging weiter

Frau Leal sagte, ihre Familie kam dann endlich 24 Stunden später als geplant in São Paulo an. Zwei ihrer Gepäckstücke, die wichtige Ausrüstung und Kleidung enthielten, fehlten jedoch noch immer.

Obwohl die Airline einen Monat Zeit hatte, um den Fehler zu beheben, ging der Alptraum laut Frau Leal bei der Rückreise nach Australien weiter.

Die Airline-Mitarbeiter von Latam konnten ihre Tickets für den ursprünglich geplanten Flug nicht rechtzeitig zum Boarding finden, weshalb sie die Familie anwiesen, Qantas in Australien zu kontaktieren.

Nach mehreren Stunden Wartezeit am Flughafen wurde ihnen dann mitgeteilt, dass sie ihre Rückreise erst in vier Tagen antreten könnten. Die Reise selbst würde drei Tage dauern, weil sie über die USA fliegen würden.

„Ich erklärte meine Situation – dass ich so schnell wie möglich nach Hause müsste und mein Ehemann dringend in seiner Arbeitsstelle erwartet würde.“

„Ich sage ihnen, dass dies verrückt sei. Wir hatten keine Visa für Amerika. Wenn etwas mit den Flügen am amerikanischen Flughafen schief geht, was soll ich da ohne Visa machen, mit einem Baby und mit Tickets, auf denen noch nicht mal ihr voller Name steht?“

Jacque Leal hing während ihrer Horror-Reise stundenlang in der Warteschleife von Qantas. Quelle: Facebook/Jacque Leal

Mit drei Tagen Verspätung konnte die Familie endlich aus Brasilien abreisen. Aber der falsche Name ihres Babys war immer noch nicht korrigiert worden.

Frau Leal sagte, ihr Ehemann hätte mehrere Arbeitstage verloren und ihre Tochter habe einen Impftermin verpasst. Zudem hatte die Familie aufgrund ihres erzwungenen verlängerten Aufenthaltes beträchtliche Mehrausgaben.

„Qantas tat absolut nichts, um den Fehler zu beheben oder uns zu helfen. Ich habe noch nie so eine Respektlosigkeit seitens einer Firma erlebt. Es ist eine Schande, wie wir behandelt werden.“

Am 18. Juli kam die Familie in Sydney an und war erleichtert, dass dieses Horror-Erlebnis endlich vorüber war. Aber sie waren nach wie vor verärgert.

„Wir haben so viel mehr als geplant ausgegeben, wir wurden emotional misshandelt, wir wurden diskriminiert und wir mussten Einbußen bei unserem Einkommen hinnehmen, sowie verpasste Termine zu Hause.“

„Ich hoffe, niemand muss so etwas je durchmachen, das ist nicht fair. Und ich hoffe, sie [die Fluglinie] kann ihren Kunden beim nächsten Mal besser helfen. Eines steht fest: Ich werde nicht mehr mit Qantas fliegen.“

Ein Sprecher von Qantas bestätigte gegenüber Yahoo News Australia, dass die Airline „diesen Vorfall untersucht“.