Feuersbrunst im Regenwald: Video von indigener Frau geht viral

Mittlerweile sieht die ganze Welt nach Brasilien und das Flammenmeer im Regenwald. Das Video einer Ureinwohnerin vor ihrem brennenden Zuhause macht besonders betroffen. Doch viele viral gegangenen Fotos sind mit Vorsicht zu teilen.

Die Lunge der Welt brennt: Der Regenwald in Nord-Brasilien im August 2019 (Bild: CARL DE SOUZA/AFP/Getty Images)

Das Video einer brasilianischen Ureinwohnerin des Stammes Pataxo macht das Ausmaß der Feuersbrunst in Brasilien auch emotional klar: “Die Arschlöcher kamen und brannten es [das Reservat] nieder. Ich möchte, dass alle Medien das sehen!”, sagt die Frau unter Tränen und Wut in die Kamera. Das Entsetzen steht ihr ins Gesicht geschrieben, während hinter ihr das Feuer wütet. Über sieben Millionen Menschen haben den Clip mittlerweile gesehen.

Das Video stammt von der US-Umweltorganisation “Sunrise Movement”. Wie RTL berichtet, ist es allerdings schon Anfang Juli aufgenommen worden. Es ist auch nicht ganz klar, ob es sich bei dem brennenden Wald um den Amazonas oder ein anderes Waldgebiet in Brasilien handelt. Was im Grunde aber nicht wichtig ist – bekannt ist, dass viele Farmer aus finanziellen Interessen die Wälder abfackeln.

Die Welt schaut nach Brasilien

Erschreckende Bilder, die das Flammenmeer aus der Vogelperspektive zeigen, verbreiten sich derzeit in den sozialen Medien so schnell wie die Feuer selbst. Gut ist: Nach Wochen des Schweigens schaut nun die ganze Welt nach Brasilien und Präsident Jair Bolsonaro auf die Finger. Der gibt dem Druck mittlerweile nach und hat angekündigt, endlich gegen die Feuer und ihre Verursacher vorzugehen.

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Dass die Krise des Regenwaldes viral gegangen ist, hat Wirkung gezeigt. Es gilt allerdings auch Vorsicht: So kursieren derzeit auch viele Bilder, die nicht den aktuellen Brand im Amazonas zeigen und trotzdem millionenfach geteilt werden, etwa von Prominenten.

Dem Vorwurf der “Fake-News” zuvorkommen

Ein Beispiel ist dieses Bild, das sowohl der französische Präsident Emmanuel Macron als auch der Schauspieler Leonardo DiCaprio gepostet hatten und das schon vor dem Jahr 2019 aufgenommen wurde.

Für Verschwörungstheoretiker und Klimawandel-Leugner fallen Nachrichten mit solchen Fehlern schnell in die Kategorie “Fake News” und Panikmache. Was es ihnen wiederum leichter macht, sich nicht weiter damit zu beschäftigen.

Und sich vorwerfen zu lassen, schlimme Nachrichten oder Panik zu konstruieren, das kann die Umweltbewegung wirklich nicht brauchen.

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