FFP2-Maskenpflicht: Warum Männer nun um ihre Bärte bangen

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Ab dem 18. Januar sind FFP2-Masken in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen Pflicht. Andere Bundesländer möchten nachziehen. Hitzig diskutiert wird nun unter anderem die Frage, wie sinnvoll die Maskenpflicht für Bartträger ist – und inwieweit sie gezwungen werden könnten, sich von ihrer Gesichtsbehaarung zu trennen.

Schon ein 3-Tage-Bart kann die Wirksamkeit der FFP2-Maske aufheben. (Bild: Getty Images)
Schon ein 3-Tage-Bart kann die Wirksamkeit der FFP2-Maske aufheben. (Bild: Getty Images)

Nachdem die Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiterhin hoch sind und auch die Todesfälle in Deutschland dramatisch ansteigen, möchte das bayerische Kabinett mit einer weiteren Maßnahmenverschärfung dagegenhalten. Am Dienstag wurde die FFP2-Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen beschlossen.

“Wir wollen auch den Alltag sicherer gestalten”, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in der Pressekonferenz. “Die normalen Community-Masken dienen dem Schutz der anderen, FFP2-Masken schützen auch einen selbst.” Weiter sagte er, dass die Verfügbarkeit im Handel ausreichend gewährleistet sei.

FFP2-Masken sollten nur auf glatt rasierter Haut getragen werden

Unter den Experten gibt es gemischte Reaktionen auf diesen Vorstoß des bayerischen Kabinetts. So wird zwar nicht die Wirksamkeit der FFP2-Maske selbst in Zweifel gezogen. Allerdings kann diese eben nur garantiert werden, wenn die Masken fachgerecht aufgesetzt werden. In den Fokus der Diskussion sind vor allem Bartträger geraten. Denn die Ein- und Ausatemluft nimmt immer den einfachsten Weg. Wird die Luft nicht durch das Material der Maske gefiltert, sondern strömt durch die Lücken ungefiltert nach innen oder außen, schützt sie nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Wie beispielsweise der Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Johannes Knobloch, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) anmerkt, seien FFP2-Masken gar nicht für Laien gedacht: “Der korrekte Umgang muss erlernt werden.” Auch die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie sowie das Robert Koch-Institut bemängeln, dass Laien die FFP2-Masken teilweise nicht richtig tragen. Die Masken werden häufig nicht korrekt an die Gesichtskonturen und die Nase aufgesetzt.

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Gegenüber der “Süddeutsche Zeitung” wird der Mediziner Knobloch noch konkreter: “Wenn die Maske nicht absolut dicht aufgesetzt wird, wirkt sie nicht besser als eine einfache Einwegmaske.” Barthaare verhinderten, dass die Ränder der FFP2-Maske dicht auf der Haut abschlössen. “Sie ist nur mit glatt rasierter Haut zu tragen”, so Knobloch. Demnach sei selbst beginnender Bartwuchs ein Problem. Wird nun also bald ein Bärte-Verbot ausgesprochen? Wohl kaum. Dennoch: “Bei einer FFP2-Pflicht dürften Bartträger in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich nicht zugelassen werden”, so Knobloch.

Hintergrund: Was man jetzt über FFP2-Masken wissen muss

“Das Gesundheitsministerium ließ am Dienstag wissen, die Details würden derzeit innerhalb der Staatsregierung abgestimmt. Darüber könne man noch keine Auskunft geben”, berichtet die “Süddeutsche Zeitung”.

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