#FillTheBottle: Warum wir jetzt Plastikflaschen mit Zigarettenfiltern befüllen

Zigaretten sind nicht nur für Raucher gefährlich – auch die Umwelt leidet unter den achtlos weggeworfenen Stummeln. Dagegen formiert sich gerade ein neuer Social-Media-Trend, der so simpel wie wirksam ist.

Handarbeit: Strandsäuberung in Tunesien (Bild: FETHI BELAID/AFP/Getty Images)

In Frankreich haben ein paar Teenager einen Trend gestartet, der die Welt gerade ein bisschen besser macht: Unter dem Hashtag #FillTheBottle bildet sich derzeit eine Bewegung, die den Boden von Zigarettenstummeln säubert.

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Angefangen hat der Trend mit einem Post des Twitter-Users Jason Prince. Der füllte einfach eine leere 1-Liter-Flasche mit Kippenstummeln, bis sie voll war und postete ein Bild davon in dem Netzwerk.

Besonders erschreckend: Die Aktion dauerte nur rund zwanzig Minuten. “20 Minuten um eine 1-Liter-Flasche mit Zigarettenkippen zu füllen in einem Umkreis von 50 Metern. Das ist wirklich ernst”, schrieb Prince zu dem Bild in den Kommentaren. Dann nahm das Internet seinen Lauf ...

Prince’ Freunde griffen die Idee auf, die 18-jährige Amel Talha verpasste ihr den finalen Hashtag und damit die Legitimation zur viralen Challenge. Nun macht #FillTheBottle die große Runde: Innerhalb von 24 Stunden posteten tausende Menschen von Bulgarien bis Südafrika mit Zigarettenstummeln gefüllte Flaschen. Mittlerweile berichten sogar Medien wie BBC über den Social-Media-Trend.

Filter von Zigarettenstummeln brauchen bis zu 15 Jahre, um sich zu zersetzen. Noch problematischer sind allerdings die bis zu 7000 Chemikalien und Giftstoffe, die sich zum Schutz des Rauchers im Filter sammeln – und in die Umwelt gelangen, wenn sie achtlos auf den Boden geworfen werden.

Darunter sind Giftstoffe wie Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und natürlich Nikotin. So kann zum Beispiel ein Regenschauer aus einem Stummel knapp zwei Milligramm Nikotin in die Böden und Gewässer spülen. Bei 340 bis 680 Millionen Kilogramm weggeworfenen Zigarettenkippen pro Jahr eine bisher massiv unterschätzte Gefahr für unseren Planeten.

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Landen sie im Restmüll, werden Kippen dagegen in zugelassenen Behandlungsanlagen entsorgt und sind keine Gefahr mehr für die Umwelt. Es könnte also sehr einfach sein. Wie immer gilt bei Umweltthemen: Auch ein kleiner Beitrag hilft – wie eine Flasche mit Kippenstummeln zu füllen. Vor allem, wenn Tausende mitmachen.

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