Filme, Musicals, TV-Serien: Warum sind wir noch immer so verrückt nach Prinzessin Diana?

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Am 31. August 2022 jährt sich der Tod von Prinzessin Diana zum 25. Mal. Seit damals sind ihre Söhne erwachsen geworden und haben jetzt selbst Familien und die sozialen Medien veränderten radikal, wie wir mit Promis umgehen.

Auch ein Vierteljahrhundert nach ihrem Tod fasziniert Prinzessin Diana (1961 - 1997) immer noch die Menschen. (Bild: Reuters)
Auch ein Vierteljahrhundert nach ihrem Tod fasziniert Prinzessin Diana (1961 - 1997) immer noch die Menschen. (Bild: Reuters)

Die Welt hat sich verändert – aber unsere kollektive Besessenheit mit der Prinzessin ist ungebrochen. Dieses Jahr hätte sie im Juli ihren 60. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass enthüllte der Kensington Palace eine Statue von ihr, was ihre zerstrittenen Söhne kurzzeitig wieder zusammenbrachte. Abgesehen davon, erlebt gerade alles, was mit Diana zu tun hat, einen Siegeszug sondergleichen.

Diese Statue von Diane wurde im Juli 2021 im Kensington Palace in London enthüllt. (Bild: Reuters)
Diese Statue von Diane wurde im Juli 2021 im Kensington Palace in London enthüllt. (Bild: Reuters)

Oscarreif: Kristen Stewart als Diana in "Spencer"

Letzte Woche kam der Film "Spencer" in Großbritannien in die Kinos. Viele glauben, dass Kristen Stewart, die die Hauptrolle spielt, mit ihrer sensiblen Darstellung gute Chancen auf einen Oscar hat. Die Geschichte konzentriert sich auf das letzte Weihnachtsfest, das Diana 1992 als Ehefrau von Charles mit der Königsfamilie auf dem Landgut Sandringham verbrachte. Eindrucksvoll wird ihre emotionale Reise veranschaulicht, während sie die lebensverändernde Entscheidung trifft, dass sie sich von Charles scheiden lassen will.

Kristen Stewart spielt Diana in einem entscheidenden Moment ihres Lebens. (Bild: AP)
Kristen Stewart spielt Diana in einem entscheidenden Moment ihres Lebens. (Bild: AP)

Die preisgekrönte Netflix-Serie "The Crown" führte ihre Version von Diana in der vierten Staffel ein. Die von Emma Corrin gespielte Diana lernt als Teenager Charles kennen, heiratet ihn und erkennt allmählich, dass, wie sie berühmt sagte, "wir in der Ehe zu dritt waren, also ... war es manchmal ziemlich einsam."

Sie wird gezeigt, wie sie über Charles' ehebrecherische Beziehung mit Camilla, gespielt von Emerald Fennell, wütet, und die Serie hält sich nicht damit zurück, ihre Bulimie darzustellen. In der kommenden fünften Staffel, in der Olivia Colman gegen Imelda Staunton als Königin ausgetauscht wird, wird Elizabeth Debicki als Diana in ihren 30ern zu sehen sein, wie sie sich mit dem Aus ihrer Ehe abfindet.

Kristen Stewart: Der Diana-Rolle nicht würdig

Auch mehrere Filme wurden bereits über die verstorbene Prinzessin gedreht, darunter "Diana" aus dem Jahr 2013 mit Naomi Watts in der Hauptrolle. Der Film basiert auf dem Buch "Diana: Her Last Love" von Kate Snell und konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Diana und dem Herzchirurgen Hasnat Khan.

Naomi Watts spielte 2013 die Rolle der Diana, die beim Publikum jedoch nicht gut ankam. (Getty Images)
Naomi Watts spielte 2013 die Rolle der Diana, die beim Publikum jedoch nicht gut ankam. (Getty Images)

Der Film wurde wegen seines Drehbuchs im Stil eines Kitschromans verspottet und erhielt von den Kritikern nur 8 Prozent auf der Filmkritikplattform Rotten Tomatoes.

Jetzt zeigt Netflix auch die Verfilmung der Broadway-Show "Diana: The Musical", welche die Zuschauer sowohl amüsiert als auch verblüfft hat.

Diana-Musical "eine Rocky Horror Picture Show der Ahnungslosigkeit"

Peter Bradshaw, Filmkritiker des Guardian, nannte den Film "völlig verblüffend und atemberaubend", als er ihn Anfang des Monats rezensierte, und fügte hinzu: "Seit dem Cats-Film habe ich nicht mehr buchstäblich von meinem Sitz aufgeschrien: ‚Was? Was? Was? WAS? ...Wenn es eine absichtliche Satire wäre, wäre es genial, aber das ist es nicht."

Bradshaw beschreibt ihn als "eine Rocky Horror Picture Show der Ahnungslosigkeit".

Andere Kritiker bezeichnen es als "eine verrückte, atemberaubende Abscheulichkeit" und "das Schlimmste, was der Live-Unterhaltung seit Covid passiert ist." (independent.ie).

Einige Zuschauer veranstalten
Einige Zuschauer veranstalten "Diana: The Musical "-Partys und schauen es sich gemeinsam an. (Foto von Bruce Glikas/Getty Images)

So weit, so banal. Aber die Produzenten Matt Robins und Emma Cooper wollen in ihrer neuen Doku-Serie "Diana" eine neue Geschichte erzählen, die ihre eigene Geschichte über die öffentliche Wahrnehmung stellt.

Die Serie startete diese Woche und konzentriert sich auf Dianas Kindheit sowie ihre Beziehung zu ihrer Mutter, Frances Shand Kydd.

Emma Corrin wurde für ihre Rolle der Diana in
Emma Corrin wurde für ihre Rolle der Diana in "The Crown" gelobt. (Bild: Netflix)

"Ich habe das Gefühl, dass wir uns in einem Moment befinden, in dem wir – dank der Technologie und des Archivmaterials – in der Lage sind, mit anderen Augen auf legendäre Menschen, insbesondere legendäre Frauen, zurückzublicken. Diana ist sicherlich ein Teil davon", sagte Matt Robbins über die neue Serie.

"Sie ist jemand, der damals verehrt und angebetet wurde, über den man gesprochen hat, der aber vielleicht nicht ganz verstanden wurde."

Auch heute noch wird Diana vor allem als Mode-Ikone und ideale Mutter verehrt. Beide Schwiegertöchter zollten ihr kürzlich stillen Tribut, indem sie Versionen ihrer Lieblingshandtaschen trugen, und ihre Söhne beriefen sich regelmäßig in Interviews auf sie.

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Aber der Rest von uns kannte sie nicht über ihr öffentliches Gesicht hinaus – warum also sind wir immer noch so verzaubert von dieser verlorenen Prinzessin, deren Leben ein sehr dunkles Märchen wurde?

"Diana hat die nationale Psyche im Griff, weil es einen Teil ihres Lebens gibt, mit dem sich jeder Mensch verbunden fühlt", sagt die Hypnosetherapeutin Vic Paterson.

"Jüngere Frauen fühlen sich mit der Märchenprinzessin verbunden, die modisch und sexy ist. Ältere Frauen spüren eine Verbindung zum Muttersein, zum Scheitern der Ehe und zur Neuerfindung", fährt sie fort.

Elizabeth Debicki als Diana und Dominic West als Charles in der kommenden fünften Staffel von
Elizabeth Debicki als Diana und Dominic West als Charles in der kommenden fünften Staffel von "The Crown". (Bild: Netflix)

"Männer sehen sie als ideale Partnerin, als Spiegelbild einer geschädigten Frau oder als unerreichbare Fantasiefigur, je nachdem, welchen Punkt ihres Lebens sie betrachten."

"Diana lebte und starb vor der Allgegenwart der sozialen Medien und ist daher immer noch so unbekannt, dass wir alles auf sie projizieren, was wir brauchen, ohne dass die Realität unsere Projektion stört."

Der Psychologe Lee Chambers stimmt zu, dass ihre offensichtliche Offenheit der Schlüssel zu Dianas anhaltender Anziehungskraft war.

Werden wir der vielen Darstellungen nicht überdrüssig?

"Eines der Dinge, die an Prinzessin Diana wirklich hervorstechen, ist, dass sie trotz ihrer hohen Position für den normalen Menschen auf der Straße ansprechbar war", sagt er. "Ihre praktische Herangehensweise als Mutter ist etwas, das viele Eltern anspricht, vor allem, wenn man bedenkt, dass ihre Söhne heute in der Öffentlichkeit stehen", fügt er hinzu.

"Sie war auch erfrischend ehrlich, und die Herausforderungen, die sie in der Öffentlichkeit zu meistern hatte, einschließlich der Scheidung, vermittelten den einfachen Bürgern das Gefühl, dass sie nicht in einer perfekten royalen Happy-End-Geschichte steckte, sondern in einer ‚Unglück unterscheidet nicht‘-Geschichte aus dem wirklichen Leben."

Die echte Diana steht 24 Jahre nach ihrem tragischen Tod immer noch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. (Bild: AS)
Die echte Diana steht 24 Jahre nach ihrem tragischen Tod immer noch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. (Bild: AS)

"Wenn man dies zu ihren auffälligen Modemomenten und ihrer gut dokumentierten Wohltätigkeitsarbeit hinzufügt, hatte man das Gefühl, dass sie ein wenig höher stand als man selbst, aber nah genug, um jemand zu sein, mit dem man essen gehen und sich unterhalten konnte."

Einer der größten Gründe für unsere Faszination sei, dass "ihr Leben so plötzlich endete, mit so wenig Abschluss und so vielen Fragen".

Es ist kaum verwunderlich, dass ihr turbulentes Leben ein Geschenk für Dramatiker und Schauspieler ist – aber werden wir der vielen Darstellungen nicht überdrüssig?

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Beim derzeitigen Stand der Dinge unwahrscheinlich. Kristen Stewart erzählte kürzlich einem Interviewer: "Alles, was ich von ihr gesehen habe, sei es ein Interview oder sogar ein Foto, fühlt sich immer unvorhersehbar an. Als wüsste man nicht, was passieren wird."

"Und das liegt daran, dass sie diese Verletzlichkeit und diese puren Gefühle hatte, die sie nicht verbergen konnte."

Flic Everett

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