Fitness-Mama entschuldigt sich für das „Normalisieren unnatürlicher Körperstandards“

Fitness-Mama Maria Kang hat sich dafür entschuldigt, mit ihren Brustimplantaten unrealistische Schönheitsideale verbreitet zu haben. Foto: Instagram/Maria Kang

Eine Fitness-Influencerin, die seit Jahren in den Sozialen Netzwerken für Furore sorgt, hat ihr wahrscheinlich verletzlichstes Posting veröffentlicht.

Hier spricht sie über ihre Entscheidung, sich die Brustimplantate entfernen zu lassen, da sie Symptome einer Unverträglichkeit hatte. Dazu liefert sie eine Entschuldigung dafür, dass sie „unbewusst einen unnatürlichen körperlichen Standard als normal dargestellt“ habe, obwohl sie selbst mit Brustimplantaten nachgeholfen hatte.

Maria Kangs Posting vom Dienstag begann mit den Worten “es tut mir leid.“ Hier sprach sie ihre mehr als 300.000 Facebook-Follower, sowie ihre mehr als 75.000 Abonnenten auf Instagram an.

„Ich mag es nicht, etwas zu bereuen, aber es gibt einige Dinge in meinem Leben, die ich bereue.Wenn ich mir meine vernarbten, tauben und schlaffen Brüste heute so ansehe, bedauere ich, dass ich jemals dachte, sie seien nicht gut genug. Ich bin in die Falle der Unsicherheit getappt.“

Sie fuhr fort: „Ich kann mich gut an den Tag erinnern, an dem ich mich dazu entschied, meine Brüste deutlich zu vergrößern. Ich hatte mich nicht informiert. Ich hatte vorher nie darüber nachgedacht oder das Bedürfnis danach gehabt. Aber als man mir sagte, dass es etwas sei, das ich tun müsse, um „nach vorne zu kommen“, habe ich es getan. Ohne es zu hinterfragen. Ein Teil von mir ist damals gestorben.”

Es tut mir leid.

Ich mag es nicht, etwas zu bereuen, aber es gibt einige Dinge in meinem Leben, die ich bereue. Wenn ich mir meine vernarbten, tauben und schlaffen Brüste heute so ansehe, bedauere ich, dass ich jemals dachte, sie seien nicht gut genug. Ich bin in die Falle der Unsicherheit getappt.

Ich kann mich gut an den Tag erinnern, an dem ich mich dazu entschied, meine Brüste deutlich zu vergrößern. Ich hatte mich nicht informiert. Ich hatte vorher nie darüber nachgedacht oder das Bedürfnis danach gehabt. Aber als man mir sagte, dass es etwas sei, das ich tun müsse, um „nach vorne zu kommen“, habe ich es getan. Ohne es zu hinterfragen. Ein Teil von mir ist damals gestorben.

Ich hatte jahrelang mit Fressattacken, Bulimie, Körperdysmorphie und Depressionen gekämpft. Durch die Objektivierung meines Körpers fühlte ich mich von mir selbst entfremdet.

Obwohl sie unbequem waren, habe ich Jahre gebraucht, um sie zu entfernen... Ich wurde mehrmals schwanger, habe Unternehmen gegründet und war viel unterwegs. Das sind natürlich alles Ausreden.

Um ehrlich zu sein, war ich immer noch ängstlich und unsicher.

Ich war in der Welt der Sozialen Medien gefangen, wo künstliches Aussehen belohnt, wertgeschätzt und mit „Likes“ versehen wird. Ich hatte Angst vor der Meinung meines Mannes. Mir gefiel, wie ich in Kleidung und Badeanzügen aussah. Ich war eitel. Und ich gebe das zu.

Lao Tzu hat einmal gesagt: “man kann nur gesund werden, wenn man genug davon hat, krank zu sein”. Bei mir war das erst der Fall, als ich tagsüber kaum wach bleiben konnte, als der Druck in der Brust zunahm und ich Herzflattern bekam.

Ich bedauere mein Auftreten. Es tut mir leid, dass ich unbewusst einen unnatürlichen Köperstandard als natürlich dargestellt habe. Dass ich nie über meine Herausforderungen mit meinem Körperbild gesprochen habe und dass ich erst vor einigen Jahren stark genug war, die Situation zu ändern.

Ich hoffe, die Verletzlichkeit, die ich zeige, wird euch helfen, eure Körper zu lieben und Geister wertzuschätzen, die das ebenfalls tun. Ich hoffe, ihr wisst, dass all die Filter, Schönheits-Apps, Filler und künstlichen Körperteile euch nicht schöner machen, als ihr es ohnehin schon seid.

Du bist schön. Du bist genug. Du wirst geschätzt. Du bist wertvoll. Du bist beliebt.

Danke, dass ihr mich auf MEINER Reise begleitet habt, obwohl eure vielleicht ganz anders aussieht. Und auch das ist okay. Wir sind okay.

Love,

Maria K.

Kang hatte zuvor alles Mögliche gepostet, von ihren Problemen mit Essstörungen bis hin zu ihren Eheproblemen. Sie hatte auch berichtet, wie sie durch ihr internationales Netzwerk der „No Excuse Moms“(„Keine Ausreden-Mamas“)-Sportgruppen zum Fitness-Guru wurde.

Die ständige Sichtbarkeit der dreifachen Mutter hatte zur Folge, dass sie als alles Mögliche betitelt wurde – von „Fat-Shamer“ und „unerträglich“ bis hin zu „Inspiration“ und „Vorbild“.

Aber ihr letztes Posting schien durchwegs gut bei ihren Followern anzukommen, die sich durch die Bank ermächtigt und wertgeschätzt fühlten.

„Du machst mir Mut, niemals aufzugeben, und immer zu schätzen, wie ich zu dem wurde, was ich jetzt bin“, schrieb ein Fan bei Facebook. Ein anderer stimmte ein: „Ich bin ganz bei dir. Ich kann den Tag nicht erwarten, an dem ich endlich meine Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen habe und mir meine entfernen lassen kann. Danke fürs Teilen, du gibst mir Hoffnung!“

“Zur Vergrößerung überredet”

Kang beschloss 2013, sich die Brüste vergrößern zu lassen, wie sie Yahoo Lifestyle gegenüber erzählt. Damals nahm sie regelmäßig an Schönheitswettbewerben teil.

„Mein Manager überredete mich zu der Vergrößerung, da ich durch meine Gewichtabnahme sehr mager und flachbrüstig geworden war. Ich hatte gerade einen Schönheitswettbewerb gewonnen [Miss Philippinen USA] und würde in naher Zukunft die USA bei einem Schönheitswettbewerb in Manila vertreten“, erklärt sie.

„In meinen 20ern träumte ich immer davon, Fitnessmodel zu werden. Ich sah, dass 80 % der Zeitschriften dünne Models mit vergrößerten Brüsten auf ihren Covern zeigten. Der einzige Unterschied zwischen meinem Körper und dem ihrigen waren die Brüste. Für mich war es das fehlende Puzzleteil.

Ich habe einige Zeit gebraucht, um meine Gedanken so zu sammeln, wie ich es in den letzten Tagen getan habe. Ich hatte am Dienstag eine erfolgreiche Implantat-Entfernung mit vollständigem Kapselschnitt und der Entfernung von vernarbtem Gewebe. Allerdings entwickelte sich am Freitag (wischt nach links) bei mir ein Hämatom und ich brauchte aufgrund innerer Blutungen eine Not-OP (bei der ich bei Bewusstsein war!) Ich sehe den heutigen Tag als Tag 2 meines Heilungsprozesses.

Wie viele von euch wissen, habe ich seit Jahren unter Herzrhythmusstörungen, Gelenkschmerzen und Akne gelitten. Vor kurzem wurde die chronische Erschöpfung und der Druck im Brustraum wirklich unerträglich und ich konnte meinen Alltag nicht mehr bewältigen (und konnte tagsüber kaum wach bleiben!).

Einige Ärzte sagen vielleicht, dass das alles psychische Gründe hatte und dass das Entfernen der Implantate nach der Abwehrreaktion des Körpers eine Art Placebo-Effekt hatte. Schließlich fühlen sich schon viele direkt nach der OP besser.

Dies ist meine Einschätzung, denn oftmals denke ich über Dinge in Schwarz und Weiß: Der Körper kämpft gegen Fremdkörper. Ich habe das damals sofort gespürt. Ja, die Wunde vernarbt, ja deine Leber wäscht die Giftstoffe aus dem Blut, aber es ist weder normal noch natürlich. Veränderungen führen zu weiteren Veränderungen.

Falls ihr über eine Operation nachdenkt, oder euch bereits die Brüste habt vergrößern lassen: Macht bitte eure Hausaufgaben. In den Jahren, in dem ich mich in meinem Umfeld dafür ausgesprochen habe, es NICHT zu tun, haben es 100 % der Frauen doch getan. Und ich verstehe das. Wir denken nicht über Langzeitwirkung, die regelmäßige Pflege, die giftigen Chemikalien im Silikon oder die Risiken einer OP nach. Wir wollen einfach nur “schöner” aussehen und uns “schöner” fühlen.

Als junges Mädchen war ich leicht zu beeinflussen und die Botschaft, die mir vermittelt wurde, lautete: Wenn ich keine glatte Haut, lange Beine, einen wohlproportionierten Körper, volle Brüste, eine kleine Nase, volle Lippen und volles Haar habe... habe ich weniger Chancen, zu gewinnen. Und das habe ich wirklich geglaubt. Wir tun das alle. Jeden Tag.

Aber heute gewinne ich. Ich gewinne für meine Kinder, meine allgemeine Gesundheit und meine Ausdauer. Ich gewinne.

Wisst ihr, ich lebe kein komplettes Bio-Leben. Ich bin mir darüber im Klaren, dass Gifte überall lauern. Aber ich kann mir aussuchen, sie nicht dauerhaft in meinen Körper zu lassen. Ich sage NEIN.

Vielen Dank an Dr. Hause in Sacramento, der mich am Freitagabend quasi gerettet hat. Danke für alle eure Nachrichten, SMS, Gebete und Kommentare. Ich SEHE die, die sich sorgen. Danke.

Die Operation machte sie nicht glücklicher und selbstbewusster, wie Kang in ihrem Post erklärte: „Ich hatte jahrelang mit Fressattacken, Bulimie, Körperdysmorphie und Depressionen gekämpft. Durch die Objektivierung meines Körpers fühlte ich mich von mir selbst entfremdet.

„Obwohl ich Probleme hatte, habe ich Jahre gebraucht, bis ich sie entfernen ließ... Ich wurde mehrmals schwanger, habe Unternehmen gegründet und war viel unterwegs. Das sind natürlich alles Ausreden.

Um ehrlich zu sein, war ich immer noch ängstlich und unsicher.

Ich war in der Welt der Sozialen Medien gefangen, wo künstliches Aussehen belohnt, wertgeschätzt und mit „Likes“ versehen wird. Ich hatte Angst vor der Meinung meines Mannes. Mir gefiel, wie ich in Kleidung und Badeanzügen aussah. Ich war eitel. Und ich gebe es zu.“

Aber schließlich wurden die körperlichen Symptome, wie starke Schmerzen in der Brust, Herzrhythmusstörungen und Erschöpfung, so schlimm, dass sie tagsüber ihre Augen nicht mehr offen halten konnte. Dies war für sie der Anlass, sich zum Thema „krank durch Brustimplantate“ zu informieren.

Sie fand die beliebte Facebook-Gruppe “Breast Implant Illness and Healing by Nicole” (Krankheit durch Burstimplantate und Heilung mithilfe von Nicole”). Sie sagt, dass diese ihr half, eins und eins zusammenzuzählen.

Sie fasste schließlich den Entschluss, die Implantate entfernen zu lassen. Sie hatte die Operation im Juni und dokumentierte den Prozess in den Sozialen Medien. Das schloss auch ihre, wie sie selbst sagt, „katastrophale Genesung nach einer Not-OP wegen eines Hämatoms“ ein.

Beth Greenfield