Fleisch aus Luft: So will Air Protein die Welt retten!

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Ein US-amerikanisches Startup will Fleisch aus Luft herstellen. Damit könnte mehr vegane Nahrung unter Einsatz von weniger Ressourcen klima- und tierfreundlich hergestellt werden. Hat die Idee eine Chance?

Werden wir bald Fleisch essen, das aus Luft hergestellt wurde? (Bild: Getty Images)

Immer mehr Menschen verzichten auf Fleisch – sei es aus gesundheitlichen Gründen, der Umwelt zu Liebe oder aus Protest gegen die Massentierhaltung. Lebensmittel auf Basis von Soja und Seitan sind jedoch nicht für alle Vegetarier und Veganer die ideale Alternative. Für sie könnte die Idee des US-amerikanischen Startups Air Protein interessant sein. Es will nämlich Fleisch aus Luft herstellen.

Fleisch aus Atemluft

Air Protein habe das erste "Fleisch" aus der "Luft" hergestellt, "die wir atmen", teilte das in Kalifornien ansässige Unternehmen vergangene Woche mit. Das Produkt lasse sich in nur wenigen Stunden herstellen, während die Produktion tierischen Fleisches Wochen oder Monate dauere. Mit der Lösung könne man das wachsende Problem des weltweiten Nahrungsmangels bekämpfen. Und: Luftbasiertes Fleisch sei "die nächste Evolution der Bewegung für nachhaltig produzierte Lebensmittel", so die Startup-Chefin Lisa Dyson.

Und so soll die Herstellung des Fleisches aus Luft funktionieren: In Fermentierungstanks mit Bakterien und Wasser werden CO2 und andere Nährstoffe gepumpt. Es kommt zu einer Reaktion, wobei die Bakterien aus dem Wasser und dem Kohlendioxid einen pulverförmigen Nährstoff erzeugen. Das braune Pulver soll geschmacklos sein und zu 80 Prozent aus Protein bestehen. Daraus könnten Lebensmittel hergestellt werden – auch solche, die aussehen und eine Konsistenz haben wie Fleisch.

Noch besteht dieser veganer Burger aus Seitan. (Bild: Getty Images)

Vorbild NASA

Idee und Technik geht laut Air Protein auf die NASA zurück. Die US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft hatte schon in den 1960er Jahren die Bakterienart Hydrogenotroph entdeckt, mit der das Kohlendioxid, das die Astronauten ausatmen, in Protein umgewandelt werden konnte. Es war das Ausgangsmaterial für die Nahrung der Weltraumflieger.

Laut Air Protein könnten mit der Technik pro Landfläche 10.000 mal mehr Nahrung erzeugt werden. Dazu bräuchte man 2000 mal weniger Wasser als beim Anbau von Sojabohnen. Und: Mit der Produktion des Proteinpulvers würde kein CO2 produziert, sondern im Gegenteil welches der Luft entzogen werden.

Klingt vielversprechend, ob sich die Technik indes durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Unklar ist auch, ob Air Protein das Rennen im Kampf um nachhaltig hergestellte vegane Lebensmittel machen wird. Denn so manches Startup drängt mit ähnlichen Ideen auf den Markt, darunter Novo Nutrients und das finnische Unternehmen Solar Foods.