Fliegen mit Tieren - das musst du beachten

Mit Hund oder Katz die große, weite Welt erkunden? Das wird heutzutage immer üblicher. Wer seine geliebten Vierbeiner allerdings mit dem Flugzeug auf Reisen nehmen will, muss strenge Regeln beachten - und längst nicht jedes Tier darf mitfliegen. Auf US-Flügen wird allerdings immer öfter ein rechtliches Schlupfloch genutzt.

Dieser Hund ist bereit für die Reise - seine Tasche darf er aber während des Flugs nicht verlassen (Bild: Getty Images)

Die Instagram-Follower von Bill Kaulitz staunten nicht schlecht, als der in seiner Instagram-Story ein Bild von seinem Flug in seine Wahlheimat Los Angeles zeigte – mit Bulldogge Stitch zu seinen Füßen. “Darf ich das denn auch?” werden sich viele gefragt haben.

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Die kurze Antwort lautet: nein. Hunde dürfen nicht einfach so in die Flugkabine mitgenommen werden. Für die Reise mit Tieren herrschen bei den Fluggesellschaften strenge Regeln.

Bill Kaulitz nahm seine Bulldogge Stitch mit in die Flugkabine - dabei dürfte sie mehr wiregen als 8 Kilo (Bild: Instagram/Bill Kaulitz)

Nicht jede Airline nimmt Tiere mit an Bord

Ob überhaupt Tiere mitfliegen dürfen, ist zunächst von der Fluggesellschaft abhängig. Bei Airlines wie Ryanair oder Easyjet sind Tiere kategorisch verboten. Bei anderen Fluglinien lohnt sich eine frühzeitige Anmeldung, denn die Kapazitäten für die Mitnahme von Haustieren sind stark begrenzt.

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In die Kabine dürfen ausschließlich Katzen oder Hunde bestimmter Größe. In der Regel herrscht hierbei eine Obergrenze von 8 Kilogramm. Ihre wasser- und bissfeste Transportbox oder -tasche dürfen sie während des gesamten Flugs nicht verlassen. Größere Hunde müssen, ebenfalls in einer passenden Transportbox, in den klimatisierten Frachtraum.

Wieso durfte Bill Kaulitz mit Hund in die Kabine?

Reiner Promi-Bonus? Eher nicht, denn an sich bilden die einzige Ausnahme zu der Kabinen-Regel Begleit- oder Assistenzhunde, auf die beispielsweise Blinde oder Diabetiker angewiesen sein können. Für Flüge aus den oder in die USA gibt es allerdings noch eine Sonderregelung: Hier dürfen auch sogenannte Psychotherapeutische Assistenzhunde (ESNA) kostenlos in der Kabine mitfliegen. Solche Tiere kommen dann zum Einsatz, wenn ihr Halter emotionale Unterstützung im Alltag benötigt, sei es aufgrund von posttraumatischer Belastungsstörung, Depressionen oder einer Angststörung. Hierfür muss durch einen Arzt bescheinigt werden, dass das Tier für die Unterstützung bei einer anerkannten psychischen Störung notwendig ist.

Sogenannte Emotional Support Animals dürfen kostenlos mitfliegen - sofern sie sich ruhig verhalten (Bild: Getty Images)

Dass diese Bescheinigung gerade in den USA nicht immer schwer zu bekommen ist, zeigt der inflationäre Anstieg an sogenannten Emotional Support Animals auf US-Flügen – und an Problemen, die sie verursachen, denn oft fliegen Hunde mit, die nicht trainiert zu sein scheinen. Und nicht nur Hunde trösten ihre Menschen: Von der Ente über den Hamster bis hin zum Pfau wollten Leute schon alle möglichen Assistenztiere mit an Bord nehmen, weswegen immer mehr Staaten der Regelung mit neuen Gesetzen Einhalt gebieten wollen.

Die Airline kann die Mitnahme am Ende immer noch verweigern

Eine Mitnahme ist auch bei Erfüllung aller Kriterien garantiert. Die Lufthansa lässt sich beispielsweise vorab schriftlich bestätigen, dass der Hund “sich in einer öffentlichen Umgebung angemessen” benehmen kann – also sowohl stubenrein als auch menschenfreundlich ist, um Störungen auf dem Flug zu vermeiden.

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Bestimmte Rassen können je nach Airline außerdem kategorisch verweigert werden. Dazu gehören zum einen solche, die den sogenannten Kampfhunden zugeordnet werden (ausgenommen Welpen bis zu einem Alter von 6 Monaten). Da stumpfnasige Rassen wie Pekinesen oder Möpse in Stresssituationen oder den Temperaturschwankungen beim Transport unter Atemnot leiden können, raten die meisten Airlines von deren Mitnahme explizit ab.

Letztlich liegt es in der Luftfahrt in letzter Instanz immer im Ermessen des Kapitäns, Tiere unter besonderen Umständen vom Flug auszuschließen, wie ein Sprecher der Lufthansa gegenüber Yahoo Style erklärt. Im Zweifelsfall also Hund oder Katze lieber in der Obhut eines Hundesitters lassen und sich über die überschwängliche Wiedersehensfreude bei der Rückkehr freuen.

Dass Hunde sich an sich bestens für emotionale Unterstützung eignen, zeigt dieses Video: