Mevan findet Egbert: Diese Twitter-Suchaktion trifft mitten ins Herz

Es gibt besondere Ereignisse, die uns als Kinder bis ins Erwachsenenalter prägen. Für die 29-jährige Mevan aus Großbritannien war das ihr fünfter Geburtstag in einem Flüchtlingscamp, als sie ein wunderschönes rotes Fahrrad geschenkt bekam. Sie machte sich 24 Jahre später via Twitter auf die Suche nach dem großzügigen Spender – mit Erfolg.

Ein rotes Fahrrad, das sie als Kind geschenkt bekam, prägte eine junge Frau bis heute. (Symbolbild: Getty Images)

Als Mevan fünf Jahre alt war, bestand ihre Welt aus dem Flüchtlingscamp im niederländischen Zwolle. In ihrem Heimatland Irak tobte der Golfkrieg und nach fünf Jahren Flucht über die Türkei, Aserbaidschan und Russland fand die kurdische Familie Mitte der 1990er Jahre schließlich in den Niederlanden für ein Jahr ein Zuhause auf Zeit. An ihrem fünften Geburtstag bekam das kleine Mädchen ein besonders Geschenk von einem anonymen Helfer: ein nagelneues, rotes Fahrrad.

Emotionale Suchaktion auf Twitter

24 Jahre später bedeutet Mevan diese Geste immer noch unglaublich viel. “Mein fünfjähriges Herz explodierte damals vor Freude“, schrieb die heute 29-Jährige auf Twitter. Sie postete ihre Geschichte auf der Plattform mit einem wichtigen Hilferuf: Sie wollte den Mann finden, der ihren Alltag damals mit so viel Glück erfüllte. Viele Anhaltspunkte hatte Mevan nicht. Die junge Frau kannte nicht einmal den Namen des guten Samariters, sondern besaß lediglich ein Foto von ihrem Fahrrad-Gönner.


“Hi Internet, das ist eine lange Geschichte, aber als ich ein Flüchtlingskind Mitte der 90er war, arbeitete dieser Mann in einem Flüchtlingscamp im niederländischen Zwolle. Aus reiner Herzensgüte kaufte er mir damals ein nagelneues Fahrrad. Mein fünf Jahre altes Herz explodierte vor Freude. Ich möchte einfach nur seinen Namen wissen. Bitte helft mir“, schreibt Mevan in ihrem Post.

Nach nur 24 Stunden: Mevan findet Egbert

Und manchmal erweist sich das Internet als Segen. Nachdem ihr Post mit den Hilfeaufruf 3000-mal geteilt wurde und Mevan zahlreiche Nachrichten aus der ganzen Welt mit Hinweisen erhalten hatte, fand sie diesen wundervollen Mann. Sein Name ist Egbert. Er lebt in Deutschland, züchtet leidenschaftlich gern Orchideen und setzt sich noch immer für Flüchtlinge ein. Für die 29-jährige IT-Managerin gab es dann kein Halten mehr.

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Sie fuhr nach Deutschland, um ihren Helden aus der Kindheit zu treffen. "Das ist Egbert", twitterte sie überglücklich. "Seit den 90er-Jahren hilft er Flüchtlingen. Er hat sich so gefreut, mich zu sehen. Er war stolz, dass ich so eine starke und mutige Frau geworden bin. Das hätte er sich immer für mich gewünscht."

Egbert selbst ist gerührt von Mevans emotionaler Suchaktion. Er freue sich sehr über das Wiedersehen, aber eigentlich sei es doch eine viel zu kleine Geste gewesen, um so ein Fass aufzumachen. Nicht so für Mevan, die mittlerweile in London lebt. "Kleine Gesten haben große Wirkungen", schreibt sie auf Twitter. "Die Freundlichkeit, mit der mir Egbert und seine Familie begegnet sind, begleitet und prägt mich mein Leben lang."

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