Frau kündigt ihren Job, um vermisste Hündin zu finden

Johannes Giesler
Freier Autor
Vermisst: Katie. Die Besitzerin der siebenjährigen Border-Collie-Dame ließ nichts unversucht auf ihrer Suche - vom Flugblatt bis hin zum Nachtsichtgerät (Bild: Facebook)

Fast zwei Monate lang dauerte die Suche von Carole King und ihrem Ehemann Verne: Im Juli war ihre Hündin Katie weggerannt. Im Urlaub. Wochenlang blieb sie verschwunden, bis sie vergangene Woche in einem Garten gesichtet wurde.

Als Carole King und ihr Mann Verne ins Hotelzimmer zurückehrten, sie hatten ihren Urlaubsabend in einem Restaurant verbracht, war es zu still: Ihre Hündin Katie war verschwunden. Keine Spur der siebenjährigen Border-Collie-Dame. Vermutlich, so reimte es sich das Ehepaar später zusammen, war die schwarzweiße Hündin aus Angst geflohen. Es hatte in den vergangenen Stunden immer wieder geblitzt und gedonnert über Kalispell, der kleinen Stadt im nordwestlichen US-Bundesstaat Montana.

Über diesen Abend, es war der 20. Juli, sagte Carole King vergangene Woche im Gespräch mit der ortsansässigen Zeitung „Daily Inter Lake“: „Es war einfach niederschmetternd. Ich fühlte mich richtiggehend krank.“ Dennoch begann sie sofort mit der Suche nach Katie, gemeinsam mit ihrem Mann rannte sie durch Kalispell, bis hinein in die frühen Morgenstunden.

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Auch am darauffolgenden Tag gab sie nicht auf: Sie schrieb und druckte Flugzettel, mindestens 500 Stück, verteilte sie überall im Stadtgebiet, sie klopfte wahllos an Haustüren, um Anwohner in die Suche miteinzubeziehen, sie postete und teilte Beiträge auf Facebook. Alles ohne Erfolg.

Suche zu jeder Uhrzeit: mit Kameras und Nachtsichtgeräten

Dann ging ihr Urlaub zuende und sie musste eine Entscheidung treffen: Zurückkehren und ihr Leben weiterleben – ohne Katie – oder bleiben und weitersuchen. Carole King entschied sich und reichte ihre Kündigung ein. „Wenn man seine Hündin so sehr liebt und wenn da noch immer Hoffnung ist, dass Katie irgendwo da draußen auf der Suche nach ihren Besitzern ist, dann kann man nicht aufgeben“, sagte King jüngst im Gespräch mit „NBC Montana“.

Bald schon hatte sich die Geschichte der Frau, die ihren Job für die Suche nach ihrer Hündin gekündigt hatte, in den sozialen Medien verselbstständigt. King, die mittlerweile tagsüber mit Kameras und in der Dunkelheit mit einem Nachsichtgerät nach Katie suchte, erfuhr überwältigende Unterstützung von wildfremden Menschen.

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Manchmal waren es ermutigende Nachrichten, andere, so erzählte es King am vergangenen Wochenende NBC, brachten ihr sogar ganze Mahlzeiten zur Stärkung vorbei. „Es gab diese Tage, an denen weinte ich fast durchgehend, weil ich meine Hündin nicht finden konnte. Dann schrieb mir eine Fremde oder ein Fremder. Manchmal war es ein einfaches ‚Hey!‘, manchmal folgten aber auch viele aufmunternde Worte“, erzählte King.

Abgemagert und dehydriert

Auch wegen dieser Unterstützung gab sie nicht auf. Bis sie, nach 57 Tagen Suche, den entscheidenden Tipp bekam: Ein Mann meldete sich und sagte, er habe einen Hund gesehen, genauso schwarzweiß wie Katie, der sei in seinem Garten herumgerannt. Doch als Carole wenig später ankam, war das Tier verschwunden. Am darauffolgenden Tag aber, es war mittlerweile der 15. September, brachte King Verstärkung mit. Freunde und Freiwillige durchsuchten angeführt von King die Gegend und fanden tatsächlich Katie.

„Ich wollte sie nie wieder loslassen“, sagte King „Daily Inter Lake“. „Ich weinte, alle jubelten, wir klatschten uns ab, umarmten einander. Vorbeifahrende Wagen stoppten, die Fahrer stiegen aus und gratulierten uns, ich glaube, die gesamte Nachbarschaft wusste in dem Moment, dass ich Katie endlich gefunden hatte.“ Die Hündin hatte während ihr Zeit in der Wildnis ungefähr sechs Kilogramm an Gewicht verloren, zudem war sie stark dehydriert. Doch das wird wohl ohne gesundheitliche Folgen bleiben, bald schon soll sie wieder vollkommen gesund sein.

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Zuletzt sagte King, deren Suche, Hingabe und Durchhaltevermögen weit über Facebook und Regionalzeitungen hinaus mittlerweile internationale Medien füllt: „Ich möchte mich bei allen bedanken, der Gemeinde von Kalispell, unserer Teamarbeit. Es war großartig, wie alle zusammengehalten haben, um die Hündin einer Touristin zu finden.“

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